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Sarkozy droht

G-20 Gipfel kurz vor Absage

Frankreichs Regierungschef will konkrete Ergebnisse zu Steueroasen und Finanzmärkten. Ansonsten sei das Treffen der führenden Industrie- und Schwellenländer unnötig.

Der französische Staatschef Nicolas Sarkozy hat nach einem Pressebericht gedroht, den Gipfel der führenden Industrie-und Schwellenländer (G-20) zur Wirtschafts- und Finanzkrise platzen zu lassen. "Wenn es in London nicht vorangeht, wird der Stuhl leer sein", sagte Sarkozy laut der Zeitung "Le Figaro" vergangene Woche am Rande einer Kabinettssitzung. "Ich stehe auf und gehe." Sarkozy wolle auf jeden Fall konkrete Ergebnisse bei der stärkeren Regulierung der Finanzmärkte und im Kampf gegen Steuerparadiese.

Streit besser als Kompromiss
"Nichts wäre schlimmer als ein G-20 auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner", so Sarkozy. "Ich ziehe Streit einem weichen Kompromiss vor." Diese Linie sei durch den stellvertretenden Leiter des Präsidialamtes, Xavier Musca, am Montag bestätigt worden: Ein "Scheitern" des Gipfels sei besser als "ein falscher Erfolg, der voller großzügiger Formulierungen und ohne Folgen ist", sagte der Sarkozy-Mitarbeiter.

Deutsch-Französische Freundschaft
Sarkozy zähle bei dem Gipfel auf die Unterstützung der deutschen Bundeskanzlerin Merkel, zu der sich das Verhältnis deutlich verbessert habe. "Paris und Berlin haben sich wiedergefunden, um der Achse Washington-London die Stirn zu bieten", erklärte der "Figaro" seinen Lesern.

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