Immense Schulden

Libanon tief in den roten Zahlen

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Der Libanon, einst die Schweiz des Nahen Ostens, erstickt in Schulden. Mit 41 Mrd Dollar steht das Zedern-Land in der Kreide.

Zu seinen Wirtschaftswunder-Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg galt der Libanon als "Schweiz des Nahen Ostens" - und dies nicht nur, weil das Land Skigebiete in seinen Bergen erschloss. Die einst wohlhabende Nation ächzt inzwischen unter einem erdrückenden Schuldenberg: Nach dem langen, blutigen Bürgerkrieg, einem teuren Wiederaufbau und dem jüngsten Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz steht der Libanon mit gut 41 Mrd. Dollar (31,5 Mrd. Euro) in der Kreide - rund 180 Prozent der libanesischen Wirtschaftsleistung eines Jahres.

Premier Siniora soll gestützt werden
Das bisher größte Hilfspaket für den Libanon, das die internationale Gemeinschaft am Donnerstag bei der Geberkonferenz "Paris III" auf Schienen gestellt, soll das Reformprogramm des pro-westlichen Ministerpräsidenten Fouad Siniora stützen. Dabei soll nicht nur das Land wiederaufgebaut und seine Infrastruktur in Stand gesetzt werden. Die Geber hoffen darauf, dass durch Reformen in Wirtschaft und Verwaltung vor allem das Zusammenleben zwischen den Gemeinschaften - sunnitische und schiitische Muslime sowie maronitische Christen - verbessert wird. Ziel ist ein selbstständig agierendes Land, das von den Einflüssen Syriens und des Iran frei ist.

Rumpfkabinett in Beirut
Auch wenn die mehr als sieben Milliarden Dollar Hilfen der Pariser Konferenz allen Libanesen zugute kommen sollen, gilt das Paket als Zeichen des internationalen Rückhalts für Siniora. Der Sunnit verfügt nur noch über ein Rumpfkabinett, seit die Schiiten-Bewegungen Hisbollah und Amal im November ihre Minister aus der Regierung der nationalen Einheit zurückzogen.

Staatsschulden sollen gesenkt werden
Anfang Jänner nahm das Kabinett Sinioras Reformplan an, der auch in Paris auf breite Zustimmung stieß. Der Plan sieht vor, die libanesischen Staatsschulden bis 2011 auf 144 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) zu senken. Vorgesehen sind unter anderem Erhöhungen von Mehrwert- und Mineralölsteuern sowie Verkäufe der staatlichen Telekomfirmen. Das im vergangenen Jahr um fünf Prozent geschrumpfte BIP soll jährlich wieder um vier bis fünf Prozent wachsen, die jährliche Inflationsrate von zuletzt 7,5 auf zwei bis 2,5 Prozent sinken.

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