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"Midterm elections"

Schicksalswahlen in den USA

Die Amerikaner wählen einen neuen Kongress und 36 Gouverneure. Den Republikanern droht der Machtverlust im Parlament.

In den USA werden heute bei den Kongresswahlen die Machtverhältnisse für die kommenden zwei Jahre neu bestimmt. Knapp 200 Millionen US-Bürger sind aufgerufen, ein neues Repräsentantenhaus und rund ein Drittel der Senatoren zu wählen. Zur Wahl stehen außerdem die Gouverneure von 36 der 50 Bundesstaaten, darunter Arnold Schwarzenegger in Kalifornien und Hillary Clinton in New York. Allen Umfragen zufolge stehen die USA vor einem Machtwechsel im Parlament: Die oppositionellen Demokraten haben gute Chancen, die seit zwölf Jahren bestehende Mehrheit der Republikaner im Repräsentantenhaus zu brechen, auch die Machtübernahme im Senat scheint nicht unerreichbar.

Republikaner vor Absturz
Die so genannten midterm elections stellen die Weichen für die letzten beiden Jahre der Amtsperiode von Präsident George W. Bush. Die katastrophale Entwicklung des US-Engagements im Irak und die jüngsten Sex- und Korruptionsskandale rund um republikanische Abgeordnete haben dem Präsidenten und seiner Partei in der öffentlichen Meinung schwer geschadet. Sollten die Demokraten - was den Umfragen zufolge wahrscheinlich ist - zumindest im Repräsentantenhaus die Mehrheit zurückerobern, würde der Handlungsspielraum des Präsidenten künftig deutlich eingeengt. Bekommt es Bush auch mit einem demokratisch dominierten Senat zu tun, hat er praktisch keine Möglichkeit mehr, grundlegende Vorhaben seiner politischen Agenda umzusetzen.

Die ersten Wahllokale an der Ostküste öffnen um 12.00 Uhr MEZ, die letzten an der Westküste schließen erst Mittwoch um 05.00 Uhr MEZ (Alaska und Hawaii noch später). Erste Trends werden in der Nacht auf Mittwoch erwartet. Mit Klarheit über die künftigen Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat ist daher erst Mittwoch früh zu rechnen.

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