Wulff bat tatsächlich nur um Verschiebung

Kredit-Affäre

Wulff bat tatsächlich nur um Verschiebung

Laut einem TV-bericht wollte der Präsident den bericht nicht verhindern.

In seiner umstrittenen Mailboxnachricht an den Chefredakteur der "Bild"-Zeitung, Kai Diekmann, soll der deutsche Bundespräsident Christian Wulff laut einem Medienbericht tatsächlich um einen Aufschub der Berichterstattung über die Kreditfinanzierung seines Hauses gebeten haben. Wulff habe, wie von ihm behauptet, lediglich von einer "Verschiebung" gesprochen, berichtete das ARD-"Morgenmagazin" am Freitag unter Berufung auf mit der Abschrift der Nachricht vertraute Kreise.

Medien-Streit
Die "Bild"-Zeitung hatte zuvor angegeben, Wulff habe die Berichterstattung mit seinem Anruf gänzlich unterbinden wollen. Die Zeitung hatte Wulff daraufhin am Donnerstag öffentlich vorgeschlagen, die auf Diekmanns Handymailbox aufgezeichnete Nachricht zu veröffentlichen. Wulff antwortete ebenfalls öffentlich, diese sei "in einer außergewöhnlich emotionalen Situation" aufgesprochen und "für sonst niemanden" als für Diekmann bestimmt gewesen. Die "Bild"-Chefreaktion bedauerte Wulffs Reaktion.

BW-Bank widerspricht Wulff
In der Affäre um die Finanzierung seines Hauses hat die BW Bank der Darstellung Wulffs einem Medienbericht zufolge in einem zentralen Punkt widersprochen. Wie die Zeitung "Die Welt" am Freitag berichtet, kam der Vertrag für ein langfristiges Darlehen zur Finanzierung seines Hauses anders als von Wulff in seinem Fernsehinterview am Mittwoch geschildert nicht bereits im November zustande.

Die Details des Vertrages seien zwar im November mündlich vereinbart worden, antwortete die Bank auf eine Anfrage der "Welt". Dies reiche jedoch nicht aus, um den Vertrag wirksam werden zu lassen. Einen schriftlichen Vertrag schickte die Bank ihren Angaben zufolge erst am 12. Dezember an Wulff, unterschrieben hat er den Kreditvertrag am 21. Dezember und damit rund eine Woche nach den ersten Medienberichten über seine Hausfinanzierung. Bei der Bank sei der unterschriebene Vertrag demnach am 27. Dezember eingegangen.

Wulff hatte in dem Interview mit ARD und ZDF Vorwürfen widersprochen, der neue Kreditvertrag mit der BW Bank, der ein günstigeres Geldmarktdarlehen der BW Bank ablösen soll, sei deutlich später zustande gekommen als von ihm angegeben. "Denn wenn Sie am 25. November sich geeinigt haben (...), dann ist der Vertrag geschlossen", sagte er. Es gelte "Handschlagqualität". Die BW Bank bestätigte der "Welt" zwar, dass alle Konditionen des Kredits am 25. November vereinbart worden seien, betonte aber die Notwendigkeit der Schriftform.

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