Wurde Maduro nicht nur gestürzt, sondern von den eigenen Leuten ausgeliefert?
Vor wenigen Tagen hat damit wohl noch niemand gerechnet. Der venezolanische Präsident Nicolás Maduro wurde im Rahmen einer US-Operation gestürzt, gefangengenommen und in die USA gebracht. Dort musste sich der Diktator am Montag erstmals vor Gericht verantworten.
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Inzwischen kommen immer mehr Details zum Maduro-Sturz an die Öffentlichkeit. Wie der „Miami Herald“ – die Zeitung gilt auch als Sprachrohr der venezolanischen Opposition in Florida – berichtet, wurde Maduro nicht nur gestürzt, sondern von den eigenen Leuten ausgeliefert.
Der Diktator geht, das System bleibt
Demnach sollen schon vor Monaten geheime Gespräche mit US-Delegierten in Doha stattgefunden haben – ohne Präsident Maduro. Stattdessen saß seine engste Vertraute, Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, am Verhandlungstisch und bot offenbar eine „akzeptablere“ Führung für Venezuela. Das Szenario hieß dabei „Madurismo ohne Maduro“ – das System bleibt, der Diktator geht.
Delcy Rodríguez wurde nun als neue Präsidentin vereidigt. Für die USA ist sie der Schlüssel zur Kontrolle von Venezuelas Öl und Finanzen. In Delcy Rodríguez sieht man eine Person, die man für den amerikanischen Plan Neuordnung Venezuelas braucht. Vorerst hat die US-Regierung auch offiziell angekündigt, mit Delcy Rodríguez zusammenarbeiten zu wollen.