Liebe, Neid und Giftmord

Kritik I

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Liebe, Neid und Giftmord

Oper. Am Sonntag erklang erstmals an der Wiener Staatsoper Adriana Lecouvreur, die bekannteste Oper von Francesco Cilèa. Das 1902 in Mailand uraufgeführte Melodrama, ein nach Hollywood-Filmmusik klingender elegant-dekadenter Stilmix aus Verismo, Romantik, Impressionismus und Grand opéra, erzählt von der berühmten Pariser Schauspielerin Adrienne Lecouvreur, die den Grafen Moritz von Sachsen liebt und 1730 von ihrer ­Nebenbuhlerin, der Fürstin von Bouillon, mit einem vergifteten Veilchenbouquet getötet wurde.

Altvaterisch. Der schottische Regisseur David McVicar hat die historisierende, in einem barocken Theater spielende, ein wenig altvaterische, hübsche Inszenierung 2010 für Angela Gheorghiu am koproduzierenden Royal Opera House Covent Garden gefertigt. Auch im Haus am Ring brilliert die schöne, heißblütige rumänische Primadonna in prachtvollen Kostümen als Adriana: Mit wunderbarem Piano und furioser Leidenschaft gestaltet sie die Künstlerin, die geliebt und beneidet wird, als famoses Selbstporträt.

Publikum jubelte 
nach der Premiere
Der italienische Tenor Massimo Giordano ist ein charmanter, fescher Maurizio, dessen berühmte Auftrittsarie La dolcissima effigie vielleicht aus Nervosität zu wünschen übrig lässt. Die russische Mezzosopranistin Elena Zhidkova beeindruckt als schurkische Principessa di Bouillon mit großer, lauter Stimme und schöner Phrasierung. Und der römische Bariton Roberto Frontali ist ein tadelloser, sympathischer Theaterdirektor Michonnet. Evelino Pidò dirigiert Cilèas dahinplätschernde Partitur solide und viel zu laut. – Jubel nach der Premiere.

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