22. Juli 2010 18:09
© TZ Oesterreich Kernmayer Johannes
Temperaturen von 50 Grad unter Null, eisige Winde mit
Spitzengeschwindigkeiten um die 150 km/h, extrem dünne Luft, 3.000 Meter
Seehöhe und 24 Stunden Tageslicht: Diesen unwirtlichen Bedingungen setzt
sich Ski-Olympiasieger Hermann Maier (37) freiwillig aus.
Gemeinsam mit Ö3-Mikromann Tom Walek (38) und zwei weiteren Mitstreitern
fordert Maier ab dem 8. Dezember ein deutsches Team im Wettlauf zum Südpol
heraus.
„Das ist eine einzigartige Geschichte, so was wird’s nie wieder geben“,
schwärmt der Herminator.
Eisiges Duell gegen Joey Kelly und Markus Lanz
Der ORF und das
ZDF drehen von dem Rennen in der Wahnsinnskälte je fünf Dokumentationen
(geplanter Sendetermin Februar 2011) sowie ein 90-minütiges Universum
Spezial. Für das ZDF gehen Moderator Markus Lanz (41) und Extremsportler
Joey Kelly (37) sowie ebenfalls zwei weitere Kandidaten an den Start.
Und so soll die Extremtour in Schnee und Eis ablaufen:
- 4. und 5. September: Gletschercamp für die ausgewählten Kandidaten.
- 1. bis 7. November: Trainingscamp in Norwegen.
- 8. Dezember: Abflug nach Kapstadt und Aufenthalt in Südafrika.
- 10. Dezember: Flug zur russischen Forschungsstation Novo in der
Antarktis.
- 11. Dezember: Weiterflug zum Basislager und Trainingscamp auf dem
Antarktischen Plateau in 3.000 Metern Seehöhe.
- 25. Dezember bis 3. Jänner 2011: Zeitfenster für den Start
(wetterabhängig).
- 12. bis 20. Jänner: Zeitfenster für die Zielankunft am geografischen
Südpol.
Für das eigentliche Wettrennen sind derzeit 16 Tage kalkuliert, verrät
Walter Köhler, Universum-Chef im ORF und gemeinsam mit der britischen
Agentur extreme world races Mastermind hinter dem irren Duell im ewigen
Eis.
Die Russen sind mit von Maiers cooler Eis-Partie
Einen insgesamt
25-köpfigen Tross, vom Arzt über Kameramänner bis hin zum Antarktisexperten
schicken ZDF und ORF in die Antarktis. Dazu drei Spezialfahrzeuge, in denen
das Begleitpersonal neben den Teams herzockelt. Denn Maier, Walek und Co.
sind ausschließlich mit Spezialskiern – einer Kombination aus Touren- und
Langlaufski – unterwegs. Und sie schleppen ihre 50 Kilo Gepäck selbst. Bis
zu 16 Stunden am Tag. Kosten für das gesamte Projekt: 1,5 bis 2 Millionen
Euro.
Eine Genehmigung für das Rennen bekamen ORF und ZDF übrigens nur für den
russischen Sektor der Antarktis.
Maier über den Südpol
„Obwohl es ,Wettlauf zum
Südpol‘ heißt, sehe ich das nicht als Wettkampf, sondern als Abenteuer und
als Herausforderung. Das ist eine einzigartige Geschichte, so was wird’s nie
wieder geben – wie oft hat man schon die Möglichkeit, zum Südpol zu gehen?“
Maier über seine Vorbereitungen und seine Fitness
„Vorbereitet
dafür habe ich mich unbewusst schon über den ganzen vergangenen Winter – ich
bin ja viele Skitouren gegangen. Und jetzt halte ich mich mit Schwimmen und
Radfahren fit. Ich kenne meinen Körper gut und weiß, was ich tun muss, um
für so ein Abenteuer fit zu werden, und freue mich schon, wenn es mit der
Trainingswoche im Eis richtig losgeht.“