Österreichs liebste Feindbilder

"Unschuldsvermutung"

Österreichs liebste Feindbilder

Alles, was Humor und Anstand hat, kam gestern zur Rabenhof-Premiere von Florian Scheubas „Unschuldsvermutung“ (Regie: Thomas Gratzer). Der doppelte Clou macht diese bis März (!) ausverkaufte Comedy so zugkräftig: Erstens treten mehr Publikumslieblinge des Lachtheaters auf, als man sonst in einem Jahr gewärtigt; und zweitens verkörpern sie der Österreicher mittlerweile liebgewonnenste Feindbilder.

Die zarte Rahmenhandlung:
Florian Scheuba als TV-Legende Heinz Conrads lässt die „Unschuldslamperln“ der Nation im Fernsehstudio antreten. Robert Palfrader mit markantem Seitenscheitel räsoniert als Julius Meinl V. über die Haft („Es war kein 5-Sterne-Service“). Adele Neuhauser strahlt NLP-tauglich aus Karl-Heinz Grassers Mittelscheitel („Meine Motivation war es, die Welt meiner Frau kennenzulernen“). Fifi Pissecker inkarniert Rainhard Fendrich („Alles ist möglich, nix ist fix“). Gregor Seberg lacht sich als Waffen-Lobbyist Mensdorff-Pouilly ins Fäustchen („Ich bin ein einfacher Bauer“). Und Eva-Maria Marold singt als zuständige Ministerin Claudia Bandion-Ortner: „Glücklich ist, wer vergisst.“ Allein Erwin Steinhauer wird – als Helmut Elsner – über Vidiwall aus der U-Haft ins Geschehen „eingespielt“.

Dass die Textpassagen der parlierenden Personen hundertprozentig echt sind, macht die Sprengkraft dieser Show aus. Publikums-Jubel (nicht erst, als Meinl den Kollegen Grasser leidenschaftlich zu Boden ringt).

Autor: C. Hirschmann
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