Welser-Möst über

Oper

© TZ Österreich/Kernmayer

Welser-Möst über "Ariadne" und Neujahrskonzert

Als nächste Premiere kommt am 19. 12. in der Staatsoper Richard Strauss’ Ariadne auf Naxos, eine Koproduktion mit den Salzburger Festspielen, zur Aufführung. Am Pult steht GMD Franz Welser-Möst.

ÖSTERREICH: In Salzburg wurde die durchgefallene Urfassung der „Ariadne“ aufgeführt. Warum spielen Sie nun die gängige Zweitfassung?
Franz Welser-Möst: Die Urfassung ist riesig und wurde von Sven-Eric Bechtolf für Salzburg noch einmal überarbeitet. Der erste Teil ist ein Schauspiel nach Molières Ballettkomödie Der Bürger als Edelmann, das passt eigentlich nicht in ein Opernhaus. Aber wir werden später parallel zur entschlackten Oper mit dem durchkomponierten Vorspiel auch die Ur-Ariadne spielen: Dann leisten wir uns den Luxus, beide Ariadne-Fassungen im Repertoire zu haben.

ÖSTERREICH: Sie arbeiten mit einer neuen Besetzung ...
Welser-Möst: Und unsere Besetzung ist fantastisch! Krassimira Stoyanova debütiert als Primadonna – diese Sängerin ist zum Niederknien. Ich habe schon viele Ariadnen gehört – aber sie singt die Musik von Strauss so schön und einzigartig. Dass Christine Schäfer als Komponist debütiert, schließt an die große Tradition von Irmgard Seefried an. Der Komponist ist ja die zweite Sopran-Partie, und am Schluss des Vorspiels gibt es ein anderes Leuchten, wenn eine Sopranistin das singt. Daniela Fally ist eine großartige Zerbinetta. Ich habe sie in Bad Ischl im Bettelstudent entdeckt, sie hat dann als Fiakermilli in der Arabella an der Staatsoper debütiert.

ÖSTERREICH: Am 1. 1. dirigieren Sie wieder das Neujahrskonzert. Eine große Ehre?
Welser-Möst: Das Neujahrskonzert ist der Nobelpreis der Musik. Ich habe mich über die zweite Einladung noch mehr gefreut, weil es eine Bestätigung meiner Arbeit mit den Philharmonikern ist. Da 2013 das Wagner- und Verdi-Jahr ist, werden wir, neben den Walzern von Johann und Josef Strauß, auch Stücke der Jahresregenten spielen. Johann Strauß hat Wagner für Wien entdeckt, und Josef war ein großer Wagner-Fan. Das Strauß-Unternehmen hat alles verarbeitet, was populär war in Wien, da hört man da ein Verdi-Zitat, dort eine Wagner-Paraphrase.

E. Hirschmann-Altzinger

 

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