10. März 2008 21:22

Beichte 

Waris Dirie: "Ja, ich bin alkoholkrank"

Das Wilde Leben der Waris Dirie: Vom Topmodel zum Suchtopfer

Waris Dirie: "Ja, ich bin alkoholkrank"
© Ullstein Verlag

Waris Dirie – seit 24 Jahren führt sie ein Leben wie auf einer Hochschaubahn. Als Fotomodel schafft sie es (nach abenteuerlicher Flucht vor einer Zwangsheirat aus Somalia) in London und Paris bis ganz oben, lernt Clinton und Gorbatschow kennen, feiert mit Paul McCartney, wird UN-Botschafterin. Ein schrilles Leben (beschrieben im Bestseller „Wüstenblume“), aber in ihrer Seele sind schwere Kratzer. „Ich bin eine Nomadin“, sagt sie. „Aber ich ziehe nicht aus freien Stücken durch die Welt.“

Ihr Nomadenleben: Seit vier Jahren lebt Waris in Wien (Staatsbürgerschaft im März 2005), hat eine Vier-Zimmer-Wohnung in der Nähe des Donaukanals. Sehr spärlich eingerichtet, den einzigen Schrank (in dem H&M-Shirts neben Westwood-Couture hängen) hat sie von der Vormieterin übernommen. Als ihre Mutter 2005 zu Besuch ist, schläft die ganze Familie auf Matratzen am Boden.

Nach Österreich kam ­Waris Dirie (42 Jahre alt, ihr ­exaktes Geburtsdatum kennt sie selbst nicht) wenig freiwillig. Sie wohnte mit Sohn Aleeke (lebt heute bei seinem Vater in New York) in Cardiff, ­Irland. Aber ein Stalker verfolgte sie, trat die Wohnungstür ein. Wien schien ein ­sicherer Hafen (Irrtum, denn der Stalker folgte ihr, wurde schließlich ausgewiesen).

Alkohol
Das echte Problem der Wüstenblume: Alkohol. Mit 18 kam sie das erste Mal in Kontakt mit „bad water“ (so nennt sie Schnaps & Co.). Ein Fotograf bietet der Muslimin Champagner an, um sie locker zu machen. Auf einer Party (sie kommt mit Naomi Campbell) trinkt sie Erdbeersaft, ohne zu wissen, dass Alkohol drinnen ist. Eine Spirale beginnt: Abstürze, Entzug. Sie merkt, dass die Droge ihre ­Regelschmerzen betäubt, die höllisch sind, da sie mit fünf genitalverstümmelt wurde – und trinkt immer heftiger.

Ihre Suff-Crashes sind global. In L. A. wacht sie nach zwei Tagen Koma auf, in Wien geht sie nach Kalksburg auf Entgiftung. Vor Interviews mit Journalisten fährt sie zum Flughafen, um ihnen glaubhaft zu machen, sie käme gerade aus dem Ausland.

Geständnis
Und immer wieder ist sie weg. Einfach verschwunden. Tagelang, ­eine Woche. Dann steht sie plötzlich in der Tür. Nur mit den Kleidern am Leib. Handy, Geld, Erinnerungen – alles weg. In München ist sie eine Woche verschollen, am Flug zum Sohn in die USA geht sie in London verloren, in Südafrika (hier hat sie ein Haus), taucht sie zwei Wochen unter. „Ich bin alkoholkrank“, gesteht sie im neuen Buch „Brief an meine Mutter“. „Seit vielen Jahren versucht der Teufel, Besitz von mir zu ergreifen.“

Und: „Das ist das Verfluchte am Alkohol. Er stellt dich jeden Tag auf die Probe. Dein ganzes Leben lang.“

Die wilden Nächte in Brüssel. Auch vor diesem Hintergrund muss man das alles ein bisschen sehen.




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16 Postings
Natur: höllisch starkes Zeugs (GAST) meint am 05.03.2014 13:19:48 ANTWORTEN >
Alkohol ist ein wunderbar diabolisches Mittel, um die Gegenwart zu schönen und zu verschlimmern. Mit diesem höllisch natürlichen Zeug lassen sich prima riesige Massen an Steuern einziehen, ohne arbeiten zu müssen. Genial!
Fast genial ist wohl auch, wer sich seine Zwänge bewusst gemacht hat, denn dann ist er kein (!) Alkoholiker mehr.
hinterfragender Autist (GAST) meint am 05.03.2014 13:14:51 ANTWORTEN >
Schade um eure Menschlichkeiten! Ich ehre all diejenigen, die sich offenbaren ...
Die größte Schande der Menschheit ist die, dass sich Nomaden in die Sesshaftigkeit begeben müssen! Als Ersatzbefriedigungen erwachsen sodann Süchte (Siechtümer) und Zwänge (Manierismen), die unsere Schulen und Institute tabuisieren, denn sie kratzen unser kollektives propagiertes Gerüst unserer ideologischen Gesellschaftsordnungen und-systeme an.
Also macht doch einfach weiter: Kinder taufen, Geld scheffeln, Zäune ziehen, Brücken einbrechen, Kirchen bauen, Steuern eintreiben, Auto fahren, shoppen, simsen, Bypässe setzen, Kinder bevormunden, Maul halten, sitzen bleiben + weiter in den Fernsehsessel furzen, die Aktienkurse im Auge behalten, Alkohol besorgen, Putative in die Welt setzen anstatt dorthin zu reisen, wo die angeblichen „Probleme“ herkommen, vorgestrickte Meinungen wiederkäuen, zur Schule gehen und nachplappern lernen.
Ko.Jo.Te (GAST) meint am 05.03.2014 12:59:04 ANTWORTEN >
Es gilt - zukünftig -, Kinder zu erstarken, dass kein Erwachsener mehr Macht über sie ausführen kann! Christen, Moslems, Buddhisten u.a. sollen ihren Kodex hinterfragen und den indigenen Glauben annehmen, dass Kinder einfach nur Götter sind, die diese unsere Welt besuchen, und dass Kinder vollkommene Geschöpfe sind, die sich entwickeln möchten ...
Aber unser kapitalistische Imperialismus besitzt eben Frauen wie Männer und Kinder (Heirat), ebenso wie Steine und Erden (Wohnung) und Lüfte, Wasser und Erden (Industrie, Verkehr, Handel), ebenso wie Taten und Denken (Job) und Ideologien (Staaten, Gesellschaften, Institute) und Meinungen (Medien). Das Alles lässt sich erkaufen, etwas völlig unverständliches für indigene Naturen!
Solange solche ideologischen Verbindungen/Beziehungen übers Monetäre („Ökonomismus“) gepflegt werden, wird sich an dem völkischen und bildungsbürgerlichen Chauvinismus nicht + niemals etwas ändern! Leider! Der Einzelne im kollektiven Volke ist gefordert, seine ideologisierten Gene zu ändern. Mit unserem aktuellen Schuld-und-Sühne-Modus existieren wir immer noch in alt-testamentarischer Steinzeit.
fj (GAST) meint am 16.02.2014 18:55:35 ANTWORTEN >
Liebe Waris alles gute du bist eine starke frau
an alle welche (GAST) meint am 16.02.2014 11:06:04 ANTWORTEN >
gift und galle versprühen: keiner von euch würde freiwillig so ein leben wählen! als schwarze frau in einem moslimisch geprägeten umfeld. klitorisbeschneidung und damit einhergehende ständige schmerzen.... zwangsverheiratung und anschliessende flucht, und das soll keine spuren hinterlassen? ihr gebührt mein respekt, denn sie hat ihr leben gemeistert, auch wenn alkohol dabei eine wesentliche rolle spielt. liebe fr. dirie wünsche ihnen von ganzem herzen dass sie wegkommen vom alkohol und dass in ihr leben wieder ruhe und glück kommt.
Liebe Waris (GAST) meint am 15.02.2014 22:20:54 ANTWORTEN >
Ich bin überzeugt du bist heute eine trockene Alkoholikerin.du bist stark und hast so viel gutes erreicht in deinem leben.denk immer daran die welt dich braucht. Ich glaub an dich! LINDA
Von Basel Suisse
alfred-j-schindler (GAST) meint am 17.11.2013 09:35:02 ANTWORTEN >
Liebe Waris, der Teufel Alkohol ist zu besiegen. Ich weiß es. Ich weiß nicht, ob du es schon geschafft hast, trocken leben zu können, aber auch du wirst in der Riege der 4 % sein, denen es gelingt (meist nach vielen Rückfällen), trocken zu werden. Glaube mir, es lohnt sich ! Du wirst ein freier, glücklicher Mensch, dem alles gelingen wird. Und du wirst zufrieden sein. Und unabhängig. Dein Freund Alfred aus Ingolstadt
Vlbg.933 (GAST) meint am 14.11.2013 22:39:55 ANTWORTEN >
funktioniert es jetzt - Test
Ingrid912 (GAST) meint am 21.06.2013 12:14:15 ANTWORTEN >
Bei den negativen Meinungen ist sehr viel Neid dabei. Doch, schaut sie euch an, sie ist eine wunderschöne Afrikanerin (Österreicherin). Ich möchte nicht das durchmachen, was sie erlebt hat. Sex ohne Gefühle, könnt ihr das euch vorstellen? Seid ihr, die diese Meinungen vertreten Männer?
Nicht zu reden von den Schmerzen, die sie monatlich hat.

Ich kann diese Meinungen von euch gar nicht mehr hören. Geld, Kohle, geh doch Arbeiten, so wie wir.

SIE ARBEITET DOCH, FÜR 8.000 MÄDCHEN PRO TAG, die "gemacht werden sollen".

Liebe Waris, bitte kämpfe weiter, ich verstehe auch die Alkosucht, denn ich arbeite in einem Sonderkrankenhaus. Das ist so typisch und teilweise verständlich.

Ich bewundere dich schon lange und jetzt noch mehr.

Ganz liebe Grüße aus dem wunderschönen Mostviertel (NÖ).

Kleiner Scheisskopf (GAST) meint am 18.11.2012 10:59:05 ANTWORTEN >
wohl keine Idee mehr für neue Bücher, dass jetzt die Alk-Beichte kommt. Mal antesten, ob das jemand lesen will, denn erst dann wird der Verlag ein weiteres Buch annehmen, .... so durchschaubar. Diese öffentlichen Aufmerksamkeits-Bettler gehen mir schon so auf die Nerven! Die soll was arbeiten gehen, wie wir alle anderen auch!
nasim namadchian (GAST) meint am 15.05.2013 10:35:10
Ihre Aussagen sind schon sehr anmaßend! Woher haben Sie eigentlich Ihre Informationen? Ein klein wenig Respekt anderen Menschen gegenüber wäre schon angebracht!
huhu456 (GAST) meint am 30.08.2012 15:55:20 ANTWORTEN >
mit kohle geht halt alles leichter und schneller:-)
dodo_2340 (GAST) meint am 28.08.2012 19:51:45 ANTWORTEN >
Ob Modell oder Suchtopfer - wieso bekommt jemand nach 1 Jahr in Oesterreich bereits die Staatsbuergerschaft?? Noch dazu hat sie ja zuvor in Irland gelebt und ist nicht als Fluechtling aus Somalia nach Oesterreich gekommen. Dass Stalking ein Asylgrund waere, waere mir jedenfalls neu, denn da muessten auch zahlreiche gestalkte OesterreicherInnen im Ausland Asyl beantragen und erhalten.
Grosser Scheisskopf.... (GAST) meint am 16.03.2013 22:55:25
...so ein Neidhammel und Idiot hat uns noch gefehlt.
wooller (GAST) meint am 28.08.2012 15:29:20 ANTWORTEN >
eine schwer narzistisch gestörte Persönlichkeit,die wie Suchtkranke ein Lügengebäude um sich aufbaut und durch Unseriosität Ihrem honorigen Anliegen schwer schadet.
Bellaaa :* (GAST) meint am 05.03.2012 17:30:30 ANTWORTEN >
Ich finde es gut, dass Sie dazu steht.
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