Schweizer Politiker geht auf Conchita los

"Fehlentwicklung"

Schweizer Politiker geht auf Conchita los

Mit seinen umstrittenen Aussagen zu Homosexualität hat Toni Bortoluzzi, Abgeordneter der rechtskonservativen Schweizer Volkspartei, in seiner Heimat bereits mehrmals für Aufregung gesorgt. In einem Interview mit dem "Sonntagsblick" griff er nun auch Conchita Wurst an. Sie sei "Teil der hochgejubelten gesellschaftlichen Fehlentwicklung"."Er oder sie steht für gesellschaftliche Dekadenz. Solche Leute zeigen keinerlei Toleranz, wenn ich etwas öffentlich sage, was ihnen nicht passt. Es sind Moralisten, die andere Meinungen nicht tolerieren", prangerte Bortoluzzi an.

Kritik an Homosexualität
Generell sei Homosexualität eine "Neigung, die nicht dem Erhalt der Menschen dient". Schwule oder Lesben sollen nach Ansicht des 67-Jährigen keine Familie bilden. Persönlich habe er aber nichts gegen Homosexuelle: "Zwei meiner besten Freunde waren schwul. Sie sind tot, auch wegen ihrer Neigung", sagte er dem "Sonntagsblick". Zudem kritisierte Bortoluzzi Personen, die oft ihre Partner wechseln. "Es ist ein Ausdruck, oberflächlich und gleichgültig zu leben", begründete er.

Schwulenorganisation will Anzeige erheben
Vor wenigen Tagen hatte Bortoluzzi im Interview mit der Schweizer Zeitschrift "Beobachter" Homosexuelle als "Fehlgeleitete" mit "unnatürlichem Verhalten" bezeichnet. Das im Zuge des Gesprächs geäußerte Statement, Schwule hätten einen "verkehrten Hirnlappen" sei "zugegeben etwas salopp gewesen", sagte Bortoluzzi dem "Sonntagsblick". "Zumal der Grund nicht neurologisch, sondern - wie mir ein Arzt verriet - genetisch ist", ergänzte er. Die Schwulenorganisation Pink Cross will nun Strafanzeige wegen Diskriminierung gegen den Zürcher Nationalrat erheben.

Politischer Hintergrund
Bortoluzzis Äußerungen beziehen sich auf die von der Schweizer Regierung  angedachte Reform des Familienrechts. Bis Ende des Jahres soll ein Bericht aufzeigen, wie sich das aktuelle Familienrecht an die heutige gesellschaftliche Realität anpassen lässt. Der Status quo fokussiert auf die traditionelle bürgerliche Kleinfamilie, obwohl heute ein großer Teil der Bevölkerung in anderen Familienformen lebt.

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