Video zum Thema Das ist in den geheimen Kampusch-Videos zu sehen
Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen

Sensationsbuch enthüllt Wahrheit

Das ist in den geheimen Kampusch-Videos zu sehen

Wolfgang Priklopil hatte keine Mittäter. Es gab keine sexuelle Beziehung zwischen ihm und seinem Opfer Natascha Kampusch, genauso wenig wie einen mysteriösen Kinderpornoring. Natascha Kampusch hat immer die Wahrheit über ihr Martyrium gesagt.

Video
Ist das die Wende oder gar der Schlussstrich unter die unendliche Geschichte um die Entführung der Natascha Kampusch? Spektakulär ist in jedem Fall, was der deutsche Ex-­Kriminalist und heutige Journalist Peter Reichard in seinem heute erscheinenden Buch zutage fördert und zunächst in der Welt am Sonntag ankündigte. Neben der gesamten Chronologie eines der spektakulärsten Verbrechen Österreichs präsentiert der Hamburger die Inhalte von bisher geheimen Videos, die von der Polizei schon 2006 in dem Verlies in Strasshof (NÖ), wo Priklopil Kampusch acht Jahre lang gefangen hielt, entdeckt wurden.

Die Polizei stellte damals neben einem Commodore-64-Computer eine Canon-Kamera, drei Minikassetten und Videobänder mit zwölf Stunden Material sicher, die bei von den Ermittlern korrekt ausgewertet wurden.



Diashow Bilder aus dem Verlies von Natascha Kampusch

Bilder aus dem Verlies von Natascha Kampusch

Bilder aus dem Verlies von Natascha Kampusch

Bilder aus dem Verlies von Natascha Kampusch

Bilder aus dem Verlies von Natascha Kampusch

Bilder aus dem Verlies von Natascha Kampusch

Bilder aus dem Verlies von Natascha Kampusch

Bilder aus dem Verlies von Natascha Kampusch

Bilder aus dem Verlies von Natascha Kampusch

Bilder aus dem Verlies von Natascha Kampusch

1 / 9

Kampusch stand 
als Lügnerin da

Seit fast zehn Jahren beschäftigt die Cause nun schon Ermittler, sogar das FBI. Denn die Spekulationen um den Fall nehmen bis heute kein Ende. Hartnäckig halten sich Gerüchte, wonach es das Martyrium gar nicht gegeben habe, dass Priklopil kein Einzeltäter war und ermordet wurde. Selbst Kinderpornoringe tauchten auf.

Für Natascha Kampusch eine Katastrophe. Wie eine Lügnerin stand sie da. „Dabei hat sie immer die Wahrheit gesagt“, ist Autor Reichard überzeugt (siehe Interview). Bester Beleg seien die etwa zwölf Stunden dauernden Videoprotokolle. Sie sind jeweils zu Ostern und Weihnachten entstanden, sie zeigen einen Entführer, der sein Opfer rund um die Uhr quält. Sie zeigen aber keinerlei körperliche Nähe der beiden zueinander, auf einen Komplizen gibt es keinen Hinweis. „Diese ganzen Verschwörungstheorien sind Quatsch. Mein Buch ist als Nothilfe für ein Opfer gedacht“, sagt Reichard.

AP_natascha_priklopil © AP
Nataschas Entführer: Wolfgang Priklopil
 

Videos widerlegen alle ­Verschwörungstheorien

Weil auf den Videoskein Hinweis auf Mittäter zu finden war, wurden die Bänder, die vor allem Aufnahmen zu Ostern oder zu Weihnachten zeigen, zu den Akten gelegt.

Journalist Reichard, der Kampusch gut kennt und auch das Drehbuch zum Kampusch-Film 3096 Tage ­geschrieben hat, hat jetzt die Bänder zugespielt bekommen und sie ausgewertet.

In seinem Buch Der Entführungsfall Natascha Kampusch (siehe unten) zeichnet Reichard den Fall penibel nach und kommt zu dem Schluss, dass alle Verschwörungstheorien (z. B. Kinderpornoring) falsch sind. Er ­erzählt die Geschichte eines kranken Mannes, der ein Mädchen zur Sklavin macht und gnadenlos drangsaliert. Zu explizit sexuellen Kontakten, ist Reichard überzeugt, sei es aber nie gekommen.

Natascha Kampusch, die nie etwas anderes behauptet hatte und deshalb auch als Lügnerin diffamiert wurde, ist mit der Veröffentlichung der Videoprotokolle ausdrücklich einverstanden.

 

Reichard im Gespräch mit ÖSTERREICH

ÖSTERREICH:
Herr Reichard, wo kommen plötzlich diese Videos her und woher kennen Sie den Inhalt?

Peter Reichard: Die Pro­tokolle gab es schon 2006, die Polizei hat sie auch ordnungsgemäß gesichtet. Da sie aber strafrechtlich nicht relevant waren und Priklopil Selbstmord begangen hatte, spielten sie keine Rolle mehr.

ÖSTERREICH: Und wo haben Sie die Bänder nun her?

Reichard: Meine Quellen kann ich nicht nennen, aber die Veröffentlichung ist ausdrücklich von Natascha Kampusch bewilligt.

ÖSTERREICH: Was zeigen die Videos?

Reichard: Einen Ent­führer, der sein Opfer permanent drangsaliert. Der das abgemagerte Mädchen als fett bezeichnet, der es die Treppen hoch und ­runter laufen lässt und es ständig befehligt. Der es genießt, es in seiner Hand zu haben.

ÖSTERREICH: Gibt es Hinweise auf ein Naheverhältnis der beiden?

Reichard: Es gibt keinen einzigen körperlichen Kontakt, und es gibt auch keinen Hinweis auf einen Komplizen.

ÖSTERREICH: Die Verschwörungstheorien halten sich dennoch.

Reichard: Das sind Grimms Märchen. Natascha Kampusch hat dagegen die ganze Zeit die Wahrheit gesagt.

So quälte Prokopil seine Gefangene

„Wie ein KZ-Arzt“, schreibt Aufdecker Peter Reichard, vermaß Priklopil „jeden einzelnen Körperteil seiner spindeldürren Gefangenen, um sie hinterher als zu fett zu beschimpfen“.

Das alles ist auf den Videos zu sehen, die Wolfgang Priklopil auf seiner Canon aufzeichnete. Er filmte Natascha Kampusch, wenn er sie Treppen rauf und runter jagte, wenn er sie bis zur totalen Erschöpfung Kniebeugen und Kopfstände üben ließ. Er filmte sie auf der Toilette und trichterte ihr ein: „Demütig gehorchen. Immer lieb sein. Immer demütig gehorchen.“

Das beschreibt Peter Reichard in seinem Buch und in der Welt am Sonntag.

Der Journalist schildert, wie Priklopil Kampusch wegen ihrer Figur demütigt und sie wie eine Sklavin behandelte.

Priklopil ging es um die totale Unterwerfung

Ostereier. Auf vielen Aufnahmen ist das Mädchen nackt oder nur leicht bekleidet zu sehen. Sexuelle Handlungen sind nicht dokumentiert, es geht Priklopil offensichtlich um die totale Unterwerfung seiner Gefangenen.

Ein Video zeigt die 17-jährige Natascha Kampusch nackt beim Ostereiersuchen. Er hat die Eier für sie im ganzen Haus versteckt. „Költa, vü költa, na, jetzt wird’s wärmer …“ So dirigierte Priklopil das Mädchen durchs Haus.

Die Ostereier durfte sie freilich nicht essen. Überhaupt bestrafte Priklopil jedes Fehlverhalten mit Essensentzug.

Zum Geburtstag durfte sich Natascha Kampusch etwas wünschen, berichtet Reichard. Priklopil besorgte es, und sein Opfer musste es in Geschenkpapier einpacken. War der Festtag gekommen, packte sie es aus und brach in gekünstelten Jubel aus. Das alles ist auf Priklopils Canon festgehalten.

Eindrucksvoll
Auf den Videos ist auch zu sehen, wie sich Natascha Kampusch mit der Zeit emanzipiert, dank ihrer großen Intel­ligenz die Oberhand gewinnt. Reichard zeichnet nach, wie Priklopil, von der Angst getrieben, Natascha zu verlieren, Heiratspläne schmiedet.

Doch Natascha Kampusch kommt ihm mit ihrer Flucht zuvor.

VIDEO: Spielfilm rund um Kampusch-Fall

Video zum Thema Trailer zum Kampusch-Film "3096 Tage"

Es tut uns leid. Dieses Video ist nicht mehr verfügbar.

Diesen Artikel teilen:

Posten Sie Ihre Meinung

Kommentare ausblenden

Anzeigen

Werbung

Jetzt Live
Diese Videos könnten Sie auch interessieren
Wiederholen
Jetzt NEU

oe24.TV im Livestream: 24 Stunden News!

Live auf oe24.TV 1 / 10

Top Gelesen 1 / 5

  Diese Website verwendet Cookies. Durch die Verwendung dieser Website stimmen Sie dem damit verbundenen Einsatz von Cookies zu.

Es gibt neue Nachrichten
auf oe24.at
Jetzt Startseite laden
Abbrechen