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Verdächtiger im Mordfall Sissy gefasst

Seiten: 12

 In Zusammenhang mit dem Mord an der 48-jährigen Elisabeth W., deren Leiche am 17. September in ihrer Wohnung in der Rauhensteingasse in der Wiener Innenstadt gefunden worden war, ist am Dienstag in der südfranzösischen Stadt Nizza ein junger Mann als mutmaßlicher Täter festgenommen worden. Da der Verdächtige im Besitz mehrerer Reisedokumente war, konnte seine Identität vorläufig nicht geklärt werden.

Gefängnis in Nizza
  Gegen den Verdächtigen bestand ein internationaler Haftbefehl. Ausforschung und Festnahme des Mannes erfolgten in enger Kooperation heimischer und französischer Kriminalisten. Momentan befindet sich der Verdächtige in einem Gefängnis in Nizza, über die Auslieferung wird in den kommenden Tagen entschieden.

Schauplatz Disco
  Der Mann habe schon relativ bald nach der Tat als Hauptverdächtiger gegolten, sagte Polizeisprecher Roman Hahslinger. Offenbar hatten Spuren am Tatort auf ihn gewiesen sowie auch Zeugenaussagen. Das spätere Mordopfer hatte den jungen Mann in einer Innenstadt-Disco kennengelernt. Da die 48-Jährige als sehr wohlhabend bekannt war, könnte der mutmaßliche Täter durchaus bewusst ihre Bekanntschaft gesucht haben, vermutet man bei der Polizei. Aus der Wohnung des Opfers fehlten "Vermögenswerte", sagte Hahslinger.

   Entdeckt wurde die Tat vom ehemaligen Lebensgefährten der 48-Jährigen, der die Frau leblos, an Armen und Beinen gefesselt und spärlich bekleidet auf einer Bettcouch fand. Laut Obduktion war die Frau mit einem Gürtel erdrosselt worden.

Asylantrag in Österreich
  Den heimischen Behörden war der mutmaßliche Täter als Anas Z. (26) bekannt. Ob es sich dabei um seine tatsächliche Identität handelt, ist vorläufig offen. Der junge Mann hielt sich seit im Sommer 2010 in Österreich auf und hatte als angeblich staatenloser Palästinenser um Asyl angesucht.

   Informationen über eine erste Befragung des Mannes lägen noch nicht vor, hieß es in der Aussendung der Polizei. Die Ermittler schließen nicht aus, dass der Verdächtige weitere Frauen um Bares oder Wertgegenstände gebracht hat und baten um Informationen etwaiger Opfer an das Landeskriminalamt unter der Telefonnummer 01/31310/33800 DW. Sämtliche Hinweise würden vertraulich behandelt, versicherte die Polizei.
 

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