Polizisten haben Mitschuld 
am Tod eines Bikers

Mistelbach

Polizisten haben Mitschuld 
am Tod eines Bikers

Der Anästhesiepfleger Siegfried P. vom Wiener AKH galt als besonnener Motorradfahrer. Noch vorsichtiger fuhr der 36-Jährige, nachdem seine Zwillinge Lea und Lukas im April 2010 zur Welt gekommen waren.

Ein halbes Jahr später war der junge Familienvater tot. Gestürzt mit seiner Yamaha R6 auf der B 46 im Bereich Mistelbach. Todesursache: Genickbruch. Schon damals kamen Spekulationen auf. Eine Polizeistreife im Einsatz soll dem Biker beim Einbiegen in die Bundesstraße den Vorrang genommen haben. Deshalb habe der Krankenpfleger eine Vollbremsung eingeleitet und sei über eine Böschung gekracht. Entsprechende Ermittlungen gegen die Polizisten stellte die Justiz jedoch ein, nachdem sich die Beamten auf ­einen Fahrfehler des Bikers herausgeredet hatten.
Der Fall hat eine Wende genommen, wie die ORF-Reihe Am Schauplatz Gericht berichtete. In einem Zivilverfahren gegen die Republik, das die Lebensgefährtin des Opfers angestrengt hat, stellte der Richter eine erhebliche Mitschuld der Polizisten fest.

Als besonders peinlich entlarvt wurde die Angabe der Beamten, wonach sie bei dem Unfall in der Morgendämmerung kein Licht des Motorrades gesehen hätten. Ein Gutachter stellte fest: Ohne Licht kann eine Yamaha R6 überhaupt nicht in Betrieb genommen werden.

Das Landesgericht sprach den Hinterbliebenen 40.000 Euro zu. Die Republik muss zahlen. Und der Staatsanwalt wird sich die Akte noch einmal ansehen müssen.

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