Neues Kampusch-Buch

Verlag lässt Natascha abblitzen

Gerald Ganzger, der Rechtsanwalt von Natascha Kampusch (28), wollte per Unterlassungserklärung erwirken, dass das neue Enthüllungsbuch über den spektakulären Entführungsfall nicht weiter im Handel vertrieben wird – ÖSTERREICH berichtete. Doch weder der Münchner Verlag, noch der Hamburger Autor Peter Reichard denken daran, zu unterschreiben: „Und das bleibt auch so“, sagt Reichard.

Paradox: Das 418-Seiten-Buch an sich ist äußerst wohlwollend gegenüber Natascha Kampusch. „Ich wollte beweisen, dass Frau Kampusch stets die Wahrheit gesagt hat und alle Verschwörungstheorien nur Märchen sind“, sagt Reichard. Um dies zu belegen, wartete der Autor des neuen Buches mit einer Sensation auf. Er veröffentlichte erstmals bislang unbekannte Videos, die Kampusch-Entführer Wolfgang Priklopil von Natascha angefertigt hatte. Sie zeigen, wie das Entführungsopfer gedemütigt und als Sklavin gehalten wurde. Es sind auch intime Details dabei.

Genau um die geht es Anwalt Ganzger. „Das Buch verletzt die Persönlichkeitsrechte meiner Mandantin. Es ist geschmacklos und fies“, sagt er. Er wird jetzt wohl klagen.

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