Eislady im Interview:

"Habe das Böse in mir kennengelernt"

Seiten: 123

Eine Einzelzelle im Frauengefängnis Schwarzau in Niederösterreich: Hier sitzt Österreichs wohl bekannteste Doppelmörderin, Estibaliz Carranza (36). Ihr Buch Meine zwei Leben (Verlag edition a) kam diese Woche auf den Markt. Darin beschreibt sie ihre Taten, blickt zurück auf ihr Leben. Für ÖSTERREICH am SONNTAG gab die „Eislady“ nun ein Interview über ihr ­Leben im Gefängnis. ­Carranza-Anwalt Werner Tomanek brachte die Fragen ins Gefängnis und übermittelte uns die Antworten schriftlich.

Video zum Thema Buchtrailer: Meine zwei Leben

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Schwierigste Aufgabe
Das Böse in ihr habe sie durch Psychotherapie überwunden, so Carranza. Die schönsten Momente erlebe sie mit ihrem Sohn Rolando, der sie einmal im Monat besuchen dürfe. Der schwierigste Moment ihres Lebens stehe ihr noch bevor – wenn sie ihrem Kind erklären muss, dass sie getötet hat. Zwei Mal.
 

"Ich würde mich Männern nicht mehr unterwerfen"

ÖSTERREICH: Wenn Sie heute an die Morde denken: Was hat Sie damals dazu angetrieben, anderen Menschen das Leben zu nehmen?
Estibaliz Carranza: Am Ende war es Wut. Ich empfand meine Beziehungen als Gefängnisse. Je besser ich es zu machen versuchte, desto schlechter haben mich meine Männer behandelt. Ich weiß heute, dass ich selbst daran schuld war. Und ich hätte sie natürlich verlassen müssen. Aber das schaffte ich nicht.

ÖSTERREICH: Sie gelten als ­gefährlich – nach wie vor. ­Verstehen Sie, dass Menschen vor Ihnen Angst haben?
Carranza: So, wie über mich berichtet wurde, ist das klar. Die Staatsanwaltschaft hat bei meinem Prozess die Bilder der sterblichen Überreste meiner Opfer gezeigt. Das hat die Einschätzung von mir geprägt. Die meisten Menschen hielten mich für etwas Schlimmeres als eine Mörderin.

ÖSTERREICH: Meinen Sie, dass Gott Ihnen je verzeihen wird? Wird es für Sie je ein ­Leben nach dem Tod im Himmel geben oder wie stellen Sie es sich vor?
Carranza: Ich spreche regelmäßig mit dem Gefängnis-Seelsorger und bete in der Kapelle. Ich versuche, mich zu verändern. Ich denke, ja, Gott wird mir vielleicht verzeihen.
 

Nächste Seite: Teil 2 des ÖSTERREICH-Interviews mit "Eislady" Estibaliz Carranza.

Autor: Iris Brüggler
Seiten: 123
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