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Kommunisten-Sensation in Graz

Seiten: 12

Knapp vor 17 Uhr war die Sensation perfekt: Die Kommunisten sind zweitstärkste Kraft in Österreichs zweitgrößter Stadt.

  • Die ÖVP kam auf 33,5 Prozent und war mit einem Minus von 4,9 % der Hauptverlierer des Abends.
  • Eine Schlappe gab’s auch für die SPÖ. Sie schnitt zwar besser ab als in den Umfragen, verlor aber mit 15,3 % über 4 %.
  • Stark die FPÖ: Sie verbesserte sich um 3 % auf 14 %.
  • Eine Pleite setzte es für die Grünen: nur 12 % bei einem Minus von 2,6 %.
  • Weltuntergangsstimmung beim BZÖ. Die Orangen erlebten ein historisches Debakel, verloren drei Viertel ihrer Wähler und flogen mit 1,4 % aus dem Gemeinderat.
  • Ein Lebenszeichen gab es von den Piraten. Sie ziehen mit 2,7 % ins Rathaus.
  • Sensationell aber der große Wahlsieger: Die KPÖ legte um 8,9 % zu und kam auf 20,1 %. Elke Kahr punktete nicht nur in den Arbeiterbezirken – im Gegenteil: Im noblen Geidorf oder im 1. Bezirk holte die KPÖ mehr als im proletarischen Eggenberg.

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Das Wahlergebnis

Mieten als Wahlkampf-Hit
Laut Wählerstromanalyse verdankt die KPÖ ihren Erfolg dem Wohn- und Mietthema sowie den vielen enttäuschten Wechselwählern.

Nagl bleibt. Bunkerstimmung bei Nagls ÖVP: „Ein abgehobener, selbstherrlicher Wahlkampf“, ärgerte sich ein ÖVPler.

Trotz „Revolution“ beim Wahlergebnis wird sich in der Stadt wenig ändern. KPÖ und FPÖ haben bereits angekündigt, Nagl zum Bürgermeister wählen zu wollen. In der Stadtregierung braucht die ÖVP mit ihren drei Stadträten nur mehr einen Partner zur Regierungsmehrheit. SPÖ und FPÖ bieten sich an.

Nur theoretisch ginge sich natürlich eine Regierung ÖVP-KPÖ aus – wenngleich ein prominenter ÖVPler witzelte: „Wa­rum eigentlich nicht? Wir sprechen beide bürgerliche Wähler an.“

KPÖ-Siegerin jubelt: "Kühnste Träume übertroffen …"

ÖSTERREICH: Haben Sie mit dieser Erdrutsch-Wahlsensation gerechnet?
Elke Kahr: Nicht in meinen kühnsten Träumen hätte ich mit einem derartigen Ergebnis gerechnet. Alle Träume sind übertroffen worden, unsere Arbeit für Graz wurde honoriert.

ÖSTERREICH: Ist der Bürgermeistersessel für Sie denkbar?
Kahr: Die stimmenstärkste Partei hat das Vorschlagsrecht, für Spekulationen bin ich nicht zu haben, auch nicht für Koalitionsspekulationen. Mit Siegfried Nagl pflege ich einen freundlichen Umgang, ich hab’ menschlich kein Problem mit ihm. Seine Angstpropaganda in den vergangenen Tagen hat uns genützt.

 

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