Länder greifen VP-Chef frontal an

Vor Wahlmarathon

Länder greifen VP-Chef frontal an

Immer frontaler greifen die mächtigen ÖVP-Landeshauptleute ihren Parteichef Michael Spindelegger an. „Uns stehen fünf Wahlen bevor“, sagt OÖ-Landeschef Josef Pühringer. „Ich gebe schon zu, dass wir da ein bisserl nervös sind. Denn das Großklima bestimmt das Kleinklima.“

Die ÖVP liegt in der aktuellen ÖSTERREICH-Umfrage nur bei 19 % und Spindelegger steht bei der Steuerreform auf der Bremse. Als erster könnte Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner Tribut dafür zahlen. Das Ländle wählt am 21. September.

Tirols Landeshauptmann Günther Platter schoss sich am Sonntag auf Spindelegger ein: Er fordert eine sofortige Kurskorrektur und eine „Aussprache“.
Auch Pühringer will die Krise im Parteivorstand thematisieren, sagt er im 
ÖSTERREICH-Gespräch. Bereits im September soll der nächste Vorstand stattfinden.

Sonntagsfrage.jpg © TZ Oe "Sonntagsfrage"/TZ Oe

Spindelegger sitzt trotz 
Attacken noch fest im Sattel
Damit ist die Obmann-Debatte offiziell eröffnet. Spätestens nach den vier Landtagswahlen im nächsten Jahr (Wien, Burgenland, OÖ und Steiermark) könnte Spindelegger Geschichte sein. Fix ist: Ein frisches Gesicht soll die Partei in die nächste Wahl führen. Top-Favorit: der junge Außenminister Sebastian Kurz.

(knd)

OÖ-LH Pühringer: "Nervös, weil nächstes Jahr Wahlen sind"

ÖSTERREICH: Warum sind Sie derzeit so offensiv, was den ÖVP-Kurs betrifft?
Josef Pühringer: Es ist die Sorge, dass wir bei einem Wert rund um 20 Prozent liegen. Ich gebe schon zu: Wir sind ein bisserl nervös, weil dieses und nächstes Jahr fünf Landtagswahlen sind.

ÖSTERREICH: Wollen Sie Ihre Sorgen beim nächsten Parteivorstand thematisieren?
Pühringer: Dafür ist ein Parteivorstand da, dass man über solche Dinge redet. Entscheidender ist, dass die Bundesregierung bei der Steuerreform gemeinsam was weiter bringt und zu streiten aufhört. Die Leute haben das satt.

ÖSTERREICH: Die Grüne Eva Glawischnig sagt, die Regierung zerbricht 2016 …
Pühringer: Das ist ein Blödsinn. Warum soll eine Regierung auseinander gehen, wenn sie fürchten muss, dass sie verkleinert aus der Wahl geht?

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