ORF: Oberhausers Abrechnung

Zehn-Minuten-Rede

ORF: Oberhausers Abrechnung

Sechster Stock, Küniglberg, Wien. Morgen Donnerstag ab 10 Uhr wird Österreichs Polit- und Medienszene gebannt darauf warten, was hinter den Türen dieses unscheinbaren (und hässlichen) Sitzungsraumes abgeht: In dem Zimmer versammeln sich die 35 ORF-Stiftungsräte zur wohl dramatischsten Sitzung in der Geschichte des ORF.

Nach einem kurzen Bericht von ORF-Stiftungsratsvorsitzender Brigitte Kulovits-Rupp wird ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz seinen Geschäftsbericht vortragen. Und dann geht es wirklich ans Eingemachte. Punkt vier der Tagesordnung: die Abberufung von ORF-Informationsdirektor Elmar Oberhauser.

Diashow ORF-Stiftungsräte: Wer Oberhauser abwählt

Wolfgang Wörter (SPÖ)

Er stimmt für Oberhausers Abwahl.

Michael Götzhaber (SPÖ)

Er stimmt für die Abwahl.

Gerhard Berti (SPÖ)

Er stimmt für die Abwahl.

Siegfried Meryn (SPÖ)

Er stimmt für die Abwahl.

Josef Kirchberger (SPÖ)

Er stimmt für die Abwahl.

Beate Wimmer (SPÖ)

Sie stimmt für die Abwahl.

Thomas Drozda (SPÖ)

Er stimmt für die Abwahl.

Rudolf Ertl (SPÖ)

Er stimmt für die Abwahl.

Andrea Schellner (SPÖ)

Sie stimmt für die Abwahl.

Andrea Brem (SPÖ)

Sie stimmt für die Abwahl.

Nikolaus Pelinka (SPÖ)

Er stimmt für die Abwahl.

Werner Muhm (SPÖ)

Er wird seine (Pro-Abwahl-) Stimme übertragen, da er derzeit im Ausland weilt.

Norbert Kettner (SPÖ)

Er stimmt für die Abwahl.

Brigitte Kulovits-Rupp (SPÖ)

Sie stimmt für die Abwahl.

Alois Sundl (SPÖ)

Er stimmt für die Abwahl.

Wilfried Embacher (Grüne)

Er stimmt für die Abwahl.

Gerhard Moser (Betriebsrat)

Er stimmt für die Abwahl.

Christiana Jankovics (Betriebsrätin)

Sie stimmt für die Abwahl.

Franz Küberl (Unabhängig)

Er enthält sich seiner Stimme.

Alexander Hartig (Unahängig)

Er enthält sich seiner Stimme.

Norbert Steger (FPÖ)

Er enthält sich seiner Stimme.

Siggi Neuschitzer (FPÖ)

Er enthält sich seiner Stimme.

Peter Koren (ÖVP)

Er enthält sich seiner Stimme.

Alberich Klinger (ÖVP)

Er enthält sich seiner Stimme.

Margit Hauft (ÖVP)

Sie enthält sich ihrer Stimme.

Helmut Krieghofer (ÖVP)

Er enthält sich seiner Stimme.

Edelbert Meusburger (ÖVP)

Er enthält sich seiner Stimme.

Gerhard Tötschinger (ÖVP)

Er enthält sich seiner Stimme.

Bernadette Tischler (ÖVP)

Sie enthält sich ihrer Stimme.

Georg Lienbacher (ÖVP)

Er enthält sich seiner Stimme.

Franz Medwenitsch (ÖVP)

Er enthält sich seiner Stimme.

Franz Krainer (ÖVP)

Er enthält sich seiner Stimme.

Gabriele Zuna-Kratky (ÖVP)

Sie enthält sich ihrer Stimme.

Heinz Fiedler (ÖVP)

Er stimmt als Einziger gegen Oberhausers Abwahl ab.

Huberta Gheneff (BZÖ)

Ihre Entscheidung ist noch offen.

Elmar Oberhauser

Gesamt: 18 dafür, 12 ziehen aus, 5 Enthaltungen. Damit ist Oberhausers Abgang beschlossene Sache.

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Oberhauser über „Polit-Wünsche“ im ORF
Der Info-Direktor wird sich in dem ORF-Gremium selbst verteidigen – und will das Forum zu einer Abrechnung nutzen wie ORF-Ex-Tiger Gerd Bacher 1984 die Eröffnung der Salzburger Festspiele oder Armin Wolf 2008 die Verleihung Robert-Hochner-Preises: Oberhauser wird zehn Minuten reden. In voller Härte, ungeschminkt, ohne Zeugen, die er mitbringen wollte (das lehnte der Stiftungsrat ab). Der 63-Jährige, der seit fast 40 Jahren im ORF ist, wird seine „Leistungsbilanz in der ORF-Information und dann seinen Kampf für die Unabhängigkeit im Detail präsentieren“, so Vertraute.

Wirklich brisant soll dann der Schluss der Rede werden: Oberhauser will den 35 Stiftungsräten erklären, wie es zu dem E-Mail kam, das ihn nun den Job kostet: Er wird ein Treffen mit einer roten Politikerin im Café Landtmann beschreiben, in welchem diese ihm angeblich die (Partei-)Wünsche für den neuen TV-Chefredakteur genannt habe. Und er will seinen – schriftlichen – Vorschlag an Wrabetz vorlegen.

Schwarze Abrechnung mit Wrabetz geplant
Dass Oberhauser die Stimmung noch für sich drehen kann, bezweifeln ORF-Kenner. Aber er „wird eine hitzige Diskussion über das Chaos im ORF provozieren“, sagt ein Stiftungsrat.

Tatsächlich wollen die VP-Stiftungsräte Wrabetz in die Ecke drängen. Und ihm die „Kosten der bisherigen ORF-Abgänge vorhalten“. BZÖ-Stiftungsrätin Huberta Gheneff wiederum will 
eine Neuwahl der ORF-Geschäftsführung anregen.

Danach wird in offener Abstimmung – per Handzeichen – für oder gegen Oberhauser abgestimmt.

Die schwarzen Stiftungsräte (siehe rechts) wollen geschlossen ausziehen, um die Abstimmung zu einem „reinen SPÖ-Event zu machen“, sagt ein VP-Mann.

Und ab dann geht der Wahlkampf um die nächste ORF-Geschäftsführung erst richtig los. Ein Vertrauter von Oberhauser geht davon aus, dass „der Elmo sehr wohl gegen Wrabetz antreten wird“.

Autor: Isabelle Daniel
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