29. Jänner 2010 18:39
Die renommierte Süddeutsche Zeitung amüsiert sich königlich über die
„Ösi-Version der nackten Kanone“. Der Grund: Ein Heeres-Werbespot,
der via Internet in ganz Europa zum Kult wurde und selbst für
Verteidigungsminister Norbert Darabos nur „sexistisch, schwachsinnig und
frauenfeindlich“ ist.
Produziert wurde der Spot im Rahmen der Kampagne „Heer 4 You“, mit der das
Bundesheer dringend benötigten Nachwuchs rekrutieren will.
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Minister Darabos im Interview
ÖSTERREICH: Sie wurden zuerst aus Deutschland auf den
Skandal-Spot auf der Heeres-Homepage angesprochen. Ihre Reaktion
darauf? Norbert Darabos: Ich habe mir dieses Video, das ich
davor nicht kannte und nicht autorisiert habe, gestern zum ersten Mal
angesehen. Meine Einschätzung war glasklar: Das ist sexistisch,
schwachsinnig und frauenfeindlich.
ÖSTERREICH: Welche Folgen für die Verursacher wird der
Skandal haben? Darabos: Er hat Folgen. Die erste ist schon
eingetreten: Ich habe das Video von der Heeres-Homepage entfernen
lassen. Ob es weitere disziplinäre Folgen gibt, wird jetzt intern
geprüft. Und es ist so, dass man sich als Minister jede einzelne
Maßnahme in Marketing und Werbung selbst anschauen muss, bevor etwas
an die Öffentlichkeit geht.
ÖSTERREICH: Wie nehmen es Ihre Mitarbeiter auf? Darabos:
Sie verstehen, dass ich auch Spaß verstehe – aber nicht mehr verstehe,
wenn er um so viel zu weit geht.
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"Heer 4 You"
Die Macher, wie sich nun herausstellt:
Oberst Johann Millonig von der Abteilung Personalmarketing in der Sektion
III des Verteidigungsministeriums und der Mitarbeiter des Privat-Senders
Puls 4 Martin Grabowski sowie Studenten des Uni-Lehrgangs Medien der
Fachhochschule St. Pölten.
Die Darsteller: Ein glatzköpfiger Macho, dargestellt vom Türsteher einer
Kremser Disco, einige Hotelfachschülerinnen, die die Studenten rekrutiert
hatten, sowie eine von Millonig abkommandierte Panzerbesatzung.
Die Handlung des Films, übrigens nicht selbst erfunden, sondern von einem
ähnlichen, aber von Profis gedrehten Spot in der Ukraine geklaut:
Kranke Regie: „Mädels stehen auf dicke Dinger“
Der
Glatzkopf lässt sich zunächst von den Mädchen anhimmeln – wegen eines
Sportwagens, der legendären Chrysler Viper. Da taucht aus dem Nebel ein
Schützenpanzer auf, bremst haarscharf vor der Gruppe. Der Panzerkommandant
grinst verwegen in die Kamera: „Na, Mädels, habt ihr Lust auf eine
Spritztour?“ Dabei steigt er vom Panzer und streichelt lasziv über sein
langes Geschützrohr. Cut.
Die Mädchen laufen dann euphorisch hinter dem Panzer her, der vom Hof kurvt.
Eine dreht sich um und ruft dem frustrierten Viper-Fahrer zu: „Wir fahren
lieber mit großen Dingern.“
Auf YouTube ist das sexistische Heeres-Video der Werbekampagne „Heer 4 You“
ebenso wie auf oe24.at längst ein Renner – ÖSTERREICH berichtete. Per
Anfrage der Grünen wurde der Heeres-Spot jetzt gar zum Fall fürs Parlament.
Generalstab untersucht nun Disziplinar-Folgen
Klar ist, dass
dieser Skandal nun Folgen haben wird: Der Generalstab startet ein
Disziplinarverfahren, weil der Spot ohne Kenntnis des Ministeriums
produziert und online gestellt wurde. Im Personalmarketing des Heeres habe
man schon „klare Verantwortlichkeiten“ geortet.
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ÖSTERREICH: Sie wurden zuerst aus Deutschland auf den
Skandal-Spot auf der Heeres-Homepage angesprochen. Ihre Reaktion
darauf? Norbert Darabos: Ich habe mir dieses Video, das ich
davor nicht kannte und nicht autorisiert habe, gestern zum ersten Mal
angesehen. Meine Einschätzung war glasklar: Das ist sexistisch,
schwachsinnig und frauenfeindlich.
ÖSTERREICH: Welche Folgen für die Verursacher wird der
Skandal haben? Darabos: Er hat Folgen. Die erste ist schon
eingetreten: Ich habe das Video von der Heeres-Homepage entfernen
lassen. Ob es weitere disziplinäre Folgen gibt, wird jetzt intern
geprüft. Und es ist so, dass man sich als Minister jede einzelne
Maßnahme in Marketing und Werbung selbst anschauen muss, bevor etwas
an die Öffentlichkeit geht.
ÖSTERREICH: Wie nehmen es Ihre Mitarbeiter auf? Darabos:
Sie verstehen, dass ich auch Spaß verstehe – aber nicht mehr verstehe,
wenn er um so viel zu weit geht.
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