Skandal um Sex bei Bundesheer

ÖSTERREICH-Interview

 

Skandal um Sex bei Bundesheer

Die renommierte Süddeutsche Zeitung amüsiert sich königlich über die „Ösi-Version der nackten Kanone“. Der Grund: Ein Heeres-Werbespot, der via Internet in ganz Europa zum Kult wurde und selbst für Verteidigungsminister Norbert Darabos nur „sexistisch, schwachsinnig und frauenfeindlich“ ist.

Produziert wurde der Spot im Rahmen der Kampagne „Heer 4 You“, mit der das Bundesheer dringend benötigten Nachwuchs rekrutieren will.

Minister Darabos im Interview

ÖSTERREICH: Sie wurden zuerst aus Deutschland auf den Skandal-Spot auf der Heeres-Homepage angesprochen. Ihre Reaktion darauf?
Norbert Darabos: Ich habe mir dieses Video, das ich davor nicht kannte und nicht autorisiert habe, gestern zum ersten Mal angesehen. Meine Einschätzung war glasklar: Das ist sexistisch, schwachsinnig und frauenfeindlich.

ÖSTERREICH: Welche Folgen für die Verursacher wird der Skandal haben?
Darabos: Er hat Folgen. Die erste ist schon eingetreten: Ich habe das Video von der Heeres-Homepage entfernen lassen. Ob es weitere disziplinäre Folgen gibt, wird jetzt intern geprüft. Und es ist so, dass man sich als Minister jede einzelne Maßnahme in Marketing und Werbung selbst anschauen muss, bevor etwas an die Öffentlichkeit geht.

ÖSTERREICH: Wie nehmen es Ihre Mitarbeiter auf?
Darabos: Sie verstehen, dass ich auch Spaß verstehe – aber nicht mehr verstehe, wenn er um so viel zu weit geht.

"Heer 4 You"
Die Macher, wie sich nun herausstellt: Oberst Johann Millonig von der Abteilung Personalmarketing in der Sektion III des Verteidigungsministeriums und der Mitarbeiter des Privat-Senders Puls 4 Martin Gra­bowski sowie Studenten des Uni-Lehrgangs Medien der Fachhochschule St. Pölten.

Die Darsteller: Ein glatzköpfiger Macho, dargestellt vom Türsteher einer Kremser Disco, einige Hotelfachschülerinnen, die die Studenten rekrutiert hatten, sowie eine von Millonig abkommandierte Panzerbesatzung.

Die Handlung des Films, übrigens nicht selbst erfunden, sondern von einem ähnlichen, aber von Profis gedrehten Spot in der Ukraine geklaut:

Kranke Regie: „Mädels stehen auf dicke Dinger“
Der Glatzkopf lässt sich zunächst von den Mädchen anhimmeln – wegen eines Sportwagens, der legendären Chrysler Viper. Da taucht aus dem Nebel ein Schützenpanzer auf, bremst haarscharf vor der Gruppe. Der Panzerkommandant grinst verwegen in die Kamera: „Na, Mädels, habt ihr Lust auf eine Spritztour?“ Dabei steigt er vom Panzer und streichelt lasziv über sein langes Geschützrohr. Cut.

Die Mädchen laufen dann euphorisch hinter dem Panzer her, der vom Hof kurvt. Eine dreht sich um und ruft dem frustrierten Viper-Fahrer zu: „Wir fahren lieber mit großen Dingern.“

Auf YouTube ist das sexistische Heeres-Video der Werbekampagne „Heer 4 You“ ebenso wie auf oe24.at längst ein Renner – ÖSTERREICH berichtete. Per Anfrage der Grünen wurde der Heeres-Spot jetzt gar zum Fall fürs Parlament.

Generalstab untersucht nun Disziplinar-Folgen
Klar ist, dass dieser Skandal nun Folgen haben wird: Der Generalstab startet ein Disziplinarverfahren, weil der Spot ohne Kenntnis des Ministeriums produziert und online gestellt wurde. Im Personalmarketing des Heeres habe man schon „klare Verantwortlichkeiten“ geortet.

ÖSTERREICH: Sie wurden zuerst aus Deutschland auf den Skandal-Spot auf der Heeres-Homepage angesprochen. Ihre Reaktion darauf?
Norbert Darabos: Ich habe mir dieses Video, das ich davor nicht kannte und nicht autorisiert habe, gestern zum ersten Mal angesehen. Meine Einschätzung war glasklar: Das ist sexistisch, schwachsinnig und frauenfeindlich.

ÖSTERREICH: Welche Folgen für die Verursacher wird der Skandal haben?
Darabos: Er hat Folgen. Die erste ist schon eingetreten: Ich habe das Video von der Heeres-Homepage entfernen lassen. Ob es weitere disziplinäre Folgen gibt, wird jetzt intern geprüft. Und es ist so, dass man sich als Minister jede einzelne Maßnahme in Marketing und Werbung selbst anschauen muss, bevor etwas an die Öffentlichkeit geht.

ÖSTERREICH: Wie nehmen es Ihre Mitarbeiter auf?
Darabos: Sie verstehen, dass ich auch Spaß verstehe – aber nicht mehr verstehe, wenn er um so viel zu weit geht.

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