Mubarak tritt zurück

Revolution in Ägpyten

© EPA

Mubarak tritt zurück

Die ganze Welt rechnete am Donnerstag mit dem Rücktritt von Präsident Mubarak – aber der täuschte alle und ließ seinen Abgang offen. Am Freitag war es soweit: Am späten Nachmittag verkündete Vizepräsident Suleiman den Rücktritt von Hosni Mubarak und legte die Führung des Landes in die Hände des Militärs.

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23:30 Uhr:
Im Iran und im Libanon ist die Entmachtung des ägyptischen Staatschefs Hosni Mubarak am Freitag als "historischer Sieg" gefeiert worden. Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi gratulierte am Abend dem ägyptischen Volk zu dessen "Sieg". Er rief zugleich die ägyptische Armee auf, die demokratische Oppositionsbewegung zu unterstützen. Zuvor hatte Präsident Mahmoud Ahmadinejad erklärt, nach dem Fall Mubaraks werde es einen "neuen" Nahen Osten geben, wo weder die USA noch der Zionismus (gemeint ist Israel) Platz haben würden.

22:40 Uhr: Obama hat in seiner Rede das Militär in die Verantwortung genommen:

"Das Militär (...) wird nun einen Wandel sicherstellen müssen, der in den Augen des ägyptischen Volkes glaubwürdig ist. Das heißt, die Rechte der ägyptischen Bürger zu schützen, den Ausnahmezustand aufzuheben, die Verfassung und andere Gesetze zu überarbeiten, damit dieser Wandel unumkehrbar wird, und einen klaren Weg zu Wahlen weist, die fair und frei sind. Vor allem muss dieser Wandel alle ägyptischen Stimmen an den Tisch bringen."

Diashow Jubel auf Ägyptens Straßen
Ägypten feiert die Freiheit

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22:24 Uhr: Revolutions-Party auch in Paris: Mehrere hundert Personen, zumeist junge Bürger ägyptischer Herkunft, haben sich am Freitagabend in Paris an einer Kundgebung anlässlich des Rücktritts von Ägyptens Präsident Hosni Mubarak beteiligt. "Wir sind sehr froh über unsere Freiheit. Der Abgang Mubaraks ist eine Hoffnung für Demokratie in unserem Lande und in der arabischen Welt", sagte der Ägypter Salem Mohamed, der die Demonstration, an der sich auf dem Invaliden-Platz etwa 300 Personen beteiligten, organisiert hat.

22:05 Uhr: In seiner  lang erwarteten Rede von hat Barack Obama den Rücktritt Mubaraks erwartungsgemäß begrüßt: "Ägypten hat uns inspiriert", so der US-Präsident, der sein Amt mit dem weltberühmten "Change"-Motto angetreten hat.  "Die Menschen haben klar gemacht, dass sie nichts weniger als eine echte Demokratie akzeptieren werden", sagte der Präsident weiter. "Ägypten wird nie mehr sein wie zuvor." Obama äußerte die Erwartung, dass noch "schwierige Tage" vor dem Land liegen werden.

21:51 Uhr: "Ich habe nicht mehr daran geglaubt. Ich hatte Angst, dass alles eskaliert", zitiert Karl Wendl den ägyptischen Filmemacher Kamer El-Said (38). Jetzt ist der Jubel grenzenlos. "Hier denkt niemand an Morgen. Es ist ein Volksfest. Heute Nacht wird hier niemand schlafen, das kann ich versprechen", so der ÖSTERREICH-Reporter aus Kairo.

21:43 Uhr: Die gewalttägigen Mubarak-Anhänger scheinen sich unterdessen in Luft aufgelöst zu haben: "Keine Spur mehr von den Mubarak-Sympathisanten", berichtet Karl Wendl. Das Militär kann sich der Dankbarkeit des Volkes - vorerst - sicher sein: "Die Soldaten stehen auf ihren Panzern und werden wie Popstars gefeiert. Einige werden auf Schultern durch die Menge getragen und bejubelt."

21:37 Uhr: Die Revolution hat viele Gesichter: "Zwei Ärzte, die am Tahrir-Platz in den letzten Tagen und Wochen Platzwunden verletzter Demonstranten genähnt haben, liegen sich jetzt weinend in den Armen: 'Wir haben gesiegt!', rufen sie. Väter bringen ihre Kinder mit auf die Straße. 'Sie sollen dieses historische Ereignis miterleben'", erzählt ein stolzer Vater Karl Wendl. "Allein in Kairo sind 20 Millionen Menschen auf den Beinen, 84 Millionen in ganz Ägypten. Es wie ein einziger Freundeskreis, die Leute entzünden bengalische Feuer und feuern Freudenraketen ab. Der Lärm ist unglaublich, ein lautes Geschrei und Gerufe, in allen Autos ist das Radio aufgedreht."
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21:30 Uhr: "Überall herrscht unglaubliche Euphorie, überschwängliche Stimmung. Die ganze Stadt ist in Rot-Weiß-Schwarz, die ägyptischen Nationalfarben, getaucht, Kinder tragen Stirnbänder in diesen Farben. Auf dem Tahrir-Platz herrscht unglaubliches Gedränge, sämtliche Nilbrücken sind verstopft. Aber nicht nur am Tahrir-Platz, in ganz Kairo zeigt sich dasselbe Bild: Jubelnde Menschen auf den Straßen, viele Frauen mit und ohne Kopftuch, alle feiern die Revolution", berichtet Karl Wendl.
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21:23 Uhr: Unser ÖSTERREICH-Reporter in Kairo, Kurt Wendl, zeigt sich überwältigt von den atemberaubenden Szenen, die sich in den Straßen der Hauptstadt abspielen: "Noch immer ziehen Millionen durch die Straßen, es ist ein einziges Hupkonzert. Es sieht aus wie nach einem Fußballmatch, völlig überfüllte Autos verstopfen die Straßen, Menschen hängen sich aus den Fenstern und sitzen auf Kühlerhauben. Ihr gemeinsamer Slogan: "Mubarak ist weg! Wir sind frei! Wir sind frei! Die Zukunft gehört uns!"

21:07 Uhr: "Diese Machtübergabe muss alle Kräfte des Volkes an den Verhanldungstisch bringen", so Obama.

21:03 Uhr: US-Präsident Obama wird sich in Kürze zu den Umwälzungen in Ägpyten äußern, meldet das Weiße Haus.

20:54 Uhr: Jahrzehntelang hatten die USA Milliarden und Abermilliarden nach Ägypten gepumpt - doch in Zeiten der Krise zeigte sich, dass die Supermacht ohne echten Einfluss ist. Statt effektiv auf den besten Verbündeten im Nahen Osten einzuwirken und die Ereignisse mitzugestalten, wirkte Obama streckenweise wie ein Außenstehender, der die Entwicklung staunend verfolgt.

20:49 Uhr: Im Statement der Hamas spiegelt sich die Sorge so mancher Nahost-Experten: Eine neue ägyptische Führung werde kaum derart amerika- und israelfreundlich sein wie das Regime Mubarak. Entsprechend delikat war der Balanceakt der vergangenen Tage: Obama verlangte zwar einen raschen Übergang zu Demokratie und Freiheit, doch zugleich vermied er es, ausdrücklich Mubaraks Demission zu fordern.

20:40 Uhr: Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri verurteilte in einer ersten Reaktion die Unterstützung der Gaza-Blockade durch die nun abgetretene Staatsführung und solidarisierte sich mit den Protestierenden: "Wir gratulieren dem ägyptischen Volk zu diesem Triumph. Wir sehen dieses Ergebnis als Sieg des Willens und der Opfer der Menschen."

20:24 Uhr: Die USA, deren Autorität in den vergangenen Tagen massiv untergraben wurden, stehen nun vor neuen Sorgen: Was wird jetzt aus Ägypten? Der US-Präsident verließ eigens das Oval Office im Weißen Haus, um die Bekanntgabe des Rücktritts von Hosni Mubarak live mitzuerleben. Es war die erste echte außenpolitische Krise für Obama. Nicht immer wirkte er dabei wie ein gewiefter Krisenmanager. Zeitweise ließen Mubaraks Tricks ein Gefühl der Machtlosigkeit in Washington aufkommen - doch auch jetzt kann Obama nicht aufatmen. Bleibt Ägypten langfristig auf einem israel- und amerikafreundlichen Kurs? Und: Ist den Militärs zu trauen?

20:06 Uhr: Tantawis Aufstieg zum Übergangs-Statschef hatte sich in den vergangenen Tagen abgezeichnet. Nach dem von Mubarak verkündeten Rücktritt der alten Regierung übernahm er den Posten des Vizeministerpräsidenten. Dabei stand Tantawi im engen Kontakt zum Verbündeten USA. Pentagonchef Robert Gates hatte nach eigener Aussage zuletzt mehrfach mit seinem Amtskollegen in Kairo telefoniert.

19:58 Uhr: Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi ist der neue starke Mann Ägyptens. Die Karriere des langjährigen Verteidigungsministers ist aufs engste an die Person Hosni Mubaraks geknüpft. Protegiert vom bisherigen Staatspräsidenten, stieg der Infanterist Tantawi zum einflussreichsten Militär seines Landes auf. Mubaraks Vertrauter war in den vergangenen 20 Jahren Verteidigungsminister und Oberkommandierender der Streitkräfte.

19:47 Uhr: UN-Generalsekretär Ban Ki-moon hat nach dem Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak freie Wahlen in Ägypten gefordert. "In diesem historischen Moment erneuere ich meinen Ruf nach einem friedlichen, transparenten und geordneten Wandel. Das bedeutet vor allem freie, faire und glaubwürdige Wahlen", sagte Ban am Freitag in New York. Er respektiere die "schwere Entscheidung" Mubaraks, sie sei im Interesse des ägyptischen Volkes."Die Stimme des ägyptischen Volkes und insbesondere seiner Jugend wurde gehört und es liegt nun an ihm, die Zukunft zu gestalten", sagte Ban. Er lobte die Ägypter für ihren friedlichen und mutigen Protest.

19:40 Uhr: Die Armee äußerte sich in einem dritten Statement: "Es ist ein großer Moment für das Land." Das oberste Gremium der Streitkräfte würdigte außerdem die Leistungen von Ex-Präsident Mubarak. Der Sprecher salutierte auch vor den Opfern, die die Revolution gefordert habe.

19:37 Uhr: Bundespräsident Heinz Fischer bezeichnet den Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak als ein "historisches Ereignis von beachtlichen Auswirkungen auf den gesamten Nahen Osten".

19:29 Uhr: Der Schweizer Bundesrat (Regierung) sperrt allfällige Gelder des zurückgetretenen ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak und dessen persönlichen Umfelds. Das sagte Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey am Freitag während eines Arbeitsbesuchs in Madrid. Wie Calmy-Rey weiter sagte, hat der Bundesrat eine entsprechende Verordnung um 17.30 Uhr erlassen.

19:22 Uhr: Die Nachricht, dass nun das Militär die Führung des Landes übernimmt, stieß auch auf Kritik. "Wir lieben die Arme, aber es ist das Volk, das diese Revolution geführt hat und das diese jetzt auch kontrollieren muss", sagte eine 24-Jährige auf dem zentralen Tahrir-Platz.

19:13 Uhr: Die ägyptische Muslimbruderschaft als stärkste Oppositionskraft des Landes hat den Rücktritt von Staatschef Hosni Mubarak als "Sieg des ägyptischen Volkes" lebhaft begrüßt und bedankt sich beim Militär. "Das Hauptziel der Revolution ist erreicht worden", sagte der Vertreter der Bruderschaft, Mohamed al-Katatni, in Kairo. Das Militär habe sein dem Volke gegebenes Versprechen gehalten und dessen Kampf unterstützt.

19:07 Uhr: Der ehemalige Außenminister von Bahrain, Khalid al Khalifa, sagte in einem Interview: "Ägypten führt die arabische Welt in eine neue Ära. Lasst uns diese besser machen."

19:01 Uhr:
Politische Beobachter vermuten, dass die Streitkräfte letztlich keine andere Wahl hatten, besonders mit Blickrichtung auf eine mögliche Ausweitung der Streiks und Demonstrationen und auf das allgemeine Misstrauen gegenüber Vizepräsident Omar Suleiman, den langjährigen Geheimdienstchef.

18:54 Uhr: Die Armee in Ägypten - seit dem Sturz der Monarchie durch die "Jungen Offiziere" Anfang der 1950er Jahre der wichtigste Machtfaktor - ist ein Staat im Staate. Empfängerin von jährlich 1,4 Milliarden Dollar US-Hilfe, hat sie nicht nur eine eigene Gerichtsbarkeit, sondern auch eigene Firmen, die in ihrem Geschäftsfeld oft über Staatsmonopole verfügen. Das Militär hat viel zu verlieren - und unterschiedliche Optionen. Es hätte in diesen Wochen auch an der Seite von Mubarak den Aufstand der Unzufriedenen brutal niederwerfen können. Doch es wandte sich gegen den Staatschef, der ihm nun die Macht übertrug.

18.45 Uhr: Mubarak verkannte die Zeichen der Zeit. Die junge Bewegung, die Freiheit, Demokratie und Menschenwürde verlangte, war immun gegen die Machenschaften seiner noch in alten Ostblock-Methoden geschulten Geheimdienste. "Wie habt ihr das gemacht? Wer steht hinter euch?", fragten die Verhörbeamten den insgeheimen Helden der Bewegung, den Aktivisten und Google-Manager Wael Ghonim, als sie ihn zwölf Tage festgesetzt hatten.

18.40 Uhr: 18 Tage hatte dieses Ringen gedauert - 18 Tage, in denen Geschichte geschrieben wurde. Nicht nur in Ägypten, sondern im gesamten Nahen Osten. Ein Herrscher der alten Schule sah sich einem Volk gegenüber, das ebenso überraschend wie selbstbewusst seine Rechte einforderte.

18:36 Uhr: Mit Tränen in den Augen fallen sich die Menschen um den Hals. "Ich kann es nicht fassen, das ägyptische Volk hat sein Joch abgeschüttelt", rief eine Aktivistin mit sich überschlagender Stimme. In anderen Teilen Kairos gaben viele Menschen nach Suleimans Statement Freudenschüsse ab. Auf den Boulevards ertönen laute Hupkonzerte.

18:23 Uhr: US-Präsident Joe Biden gibt ein erstes Statement der USA ab: "Ägpyten braucht einen unumkehrbaren Wandel hin zur Demokratie. Die Ereignisse in Ägpyten werden die gesamte Region beeinflussen."

18:20 Uhr: Auf dem Tahrir-Platz gingen die wütenden Proteste in eine riesige Party über. Überall werden ägyptische Fahnen geschwenkt, Menschen jubeln und singen: "Ägpyten ist frei!"

18:15 Uhr: Mubarak hat ein vielversprechendes Datum für seinen Rücktritt gewählt: Vor genau 32 Jahren wurde der Schah im Zuge der iranischen Revolution gestürzt. Vor 21 Jahren kam Nelson Mandela in Südafrika frei.

18:10 Uhr: Internataktivist Wael Ghonim würde gerne Facebook-Chef Mark Zuckerberg treffen, sagte der Google-Mitarbeiter am Ende seines CNN-Interviews.

18:06 Uhr: "Wir müssen die ägyptische Kultur und den Intellekt neu aufbauen", sagt ElBaradei im Al-Jazeera-Interview.

18:03 Uhr:
Auf dem Tahrir-Platz ist der Jubel der Menschen nach dem Rücktritt des Präsidenten ungebrochen.

17:58 Uhr: "Der Verbrecher hat den Palast verlassen. Willkommen zurück, Ägpyten", so Wael Ghonim, Internetaktivist und Symbolfigur des Widerstands in einer ersten Reaktion gegenüber CNN.

17:52 Uhr: Die entscheidenden 30 Sekunden: Vize Suleiman erklärt den Rücktritt des Präsidenten:




17:47 Uhr: EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton äußert Respekt für den Schritt Mubaraks. Die EU sei bereit, Ägypten zu helfen.

17:45 Uhr: Al-Jazeera-Korrespondent Ayman Mohyeldin bringt die Emotionen vieler Ägypter zum Ausdruck: "Ein Traum ist wahr geworden."

17:43 Uhr:
US-Präsident Barack Obama ist Medienberichten zufolge vom Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak am Freitag im Voraus informiert worden. Er sei am Morgen (Ortszeit) während einer Sitzung im Oval Office unterrichtet worden, wenige Stunden vor der offiziellen Bekanntgabe, berichtete der US-Fernsehsender CNN. Obama habe sich daraufhin die Ereignisse im Fernsehen angeschaut. Um 19.30 Uhr MEZ will er laut Weißem Haus ein Statement zu den historischen Entwicklungen abgeben.

17:34 Uhr: Friedensnobelpreisträger Mohamed ElBaradei sagte laut BBC: "Das ist der schönste Tag meines Lebens."

17:24 Uhr:
Die Führung des Landes liegt nun in den Händen des Militärs, so Suleiman in seinem Statement.

17:19 Uhr: Die Straßen rund um den Tahrir-Platz platzen aus allen Nähten. Jubel und Tränen überall.

17:17 Uhr:
Die Hoffnungen der Protestbewegung haben sich erfüllt: Am heutigen Freitag wurde Geschichte geschrieben. 30 Jahre der Unterdrückung gehen zu Ende, der Weg scheint frei für einen Demokratiesierungsprozess, dessen Echos in der gesamten arabischen Welt nachhallen werden.

17:13 Uhr: Der Jubel am Tahrir-Platz ist ohrenbetäubend. Millionen singen: "Ägypten ist frei! Ägypten ist frei!"

17:10 Uhr: Nach 18 Tagen des Protestes konnten sich die Demonstranten durchsetzen: Vizepräsident Suleiman verkündete in einem kurzen Statement den Rücktritt von Hosni Mubarak.

17:05 Uhr: Grenzenloser Jubel auf den Tahrir-Platz, die Menge ist außer sich. 

17:04 Uhr: Präsident Mubarak ist zurückgetreten!

17:00 Uhr:
Mubarak soll israelischen Medien zufolge vor seiner Ansprache am Donnerstag mit dem israelischen Handelsminister Benjamin Ben Eliezer, einem langjährigen Freund, telefoniert haben. Ben Eliezer sagte dem Militärradio: "Er wusste, dass es das war, dass er am Ende des Weges angekommen ist. Er verlangt nur eines: 'Gewährt mir einen ehrenvollen Aussstieg.'"

16:52 Uhr: Der prominente Aktivist Alaa Abdel Fatah sagt, dass die Armee ihre Absperrungen vor dem staatlichen TV-Gebäude aufgegeben hat. Die Menschenströme rund um die Station würden nun von den Demonstranten kontrolliert.

16:43 Uhr: Die Panzer vor dem Präsidentenpalast haben ihre Geschütztürme von den eintreffenden Demonstranten abgewendet, berichten Augenzeugen.

16:40Uhr: 
Das ägyptische Museum bleibt weiter geschlossen, berichtet Al Jazeera, die Pyramiden hingegen offen - aber es wären ohnehin weit und breit keine Touristen zu sehen.

16:26 Uhr: Der vor wenigen Tagen aus der Haft entlassene Internetaktivist und Google-Mitarbeiter Wael Ghonim, der zu einer Symbolfigur der Proteste wurde, schreibt via Twitter:

"Liebe westliche Regierungen, Ihr habt das Regime 30 Jahre lang schweigend toleriert, während wir unterdrückt wurden. Bitte mischt Euch jetzt nicht ein."

16:20 Uhr: Die Armee toleriert riesige Sitzstreiks von 3000 bis 4000 Menschen vor dem Präsidentenpalast in Kairo. Die zentrale Straße zum Palast wurde allerdings mit Stacheldraht gesperrt.

16.12 Uhr:
In der Stadt Arish in Nord-Sinai fallen laut Augenzeugen Schüsse bei Zusammenstößen von Demonstranten mit der Polizei. Eine Polizeistation soll mit Molotowcocktails beworfen worden sein. 1000 Protestierende haben sich von einer größeren Gruppe gelöst. Sie strömen auf Polizeieinrichtungen zu, werfen Feuerbomben und zünden Polizeiautos an.

16.04 Uhr: Kommentatoren messen der Tatsache, dass von einer Erklärung des "Präsidialamts" und nicht des "Präsidenten" die Rede ist, einige Bedeutung bei. Wann das Statement tatsächlich abgegeben wird ist unklar - in den vergangenen Tagen hieß "in Kürze" meist in ein paar Stunden.

15:58 Uhr: Hubschrauber des Militärs sind vor dem angekündigten Statement am Präsidentenpalast in Kairo eingetroffen, berichtet Al Jazeera.

15:52 Uhr:
Das staatliche Fernsehen kündigt eine wichtige Erklärung des Präsidialamts an.

15:50 Uhr: Die Vorgänge in Ägypten führen den schwindenden Einfluss der verbündeten militärischen und politischen Weltmacht USA vor Augen. Mubarak habe mit seiner öffentlichen Rücktritts-Weigerung nicht nur innenpolitische Gegner verärgert, sondern auch die US-Führung brüskiert, meint Richard Haass, Präsident des Council of Foreign Relations und einer der renommiertesten außenpolitischen Vordenker in den USA: "Wir müssen hier die Grenzen des Einflusses und des Wissens der USA erkennen. Es ist wirklich auffällig, wie wenig wir tun können, um das Geschehen zu lenken." Der Ex-Diplomat empfiehlt der US-Regierung, ihre öffentlichen Äußerungen herunterzufahren und auf stille Diplomatie zu setzen.

15:44 Uhr: Die nächsten Schritte des Militärs werden in diesen Stunden mit Spannung erwartet. Die von Wikileaks veröffentlichten US-Depeschen zeichnen das Bild einer gespaltenen Führungsriege:

"Akademische und zivile Experten berichten von verdrossenen Offizieren auf mittlerer Führungsebene, die den Verteidigungsminister, der sie als inkompetent erachten, scharf kritisieren. Mitglieder der Armee zählen kaum noch zu den Eliten der ägyptischen Gesellschaft."

15:35 Uhr:
Google Earth-Aufnahmen zeigen Mubaraks Feriendomizil in Sharm el-Sheikh:

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15:29 Uhr: Augenzeugen berichten von einer gewaltigen Demonstration, die sich in Alexandria gebildet haben soll.

15:24 Uhr:
Der Irak setzt sogar das Flugzeug von Premierminister Nouri al-Maliki ein, um Landsleute aus Ägpyten zu fliegen. Die irakische Regierung bietet jenen Staatsbürgern, die Ägypten verlassen wollen, Gratisflüge an. Wer in Ägpyten bleibt, erhält finanzielle Unterstützung. 1700 Iraker haben bisher von der Rückholaktion der Regierung Gebrauch gemacht.

15:20 Uhr: In Suez umringen tausende Protestierene zehn Regierungsgebäude und verkünden, nicht zu gehen, bis Mubarak zurückgetreten ist.

15:08 Uhr:
Laut dem arabischen Nachrichtensenders al-Arabiya ist Mubarak in Sharm el-Sheikh am Roten Meer eingetroffen. Der Präsident sei in Begleitung seiner Familie, berichtete der Sender. Mubarak hat dort eine Ferienvilla. Aus Mubaraks regierender Partei NDP war auch zu erfahren, dass der Präsident in Sharm el-Sheikh eingetroffen sei.

15:04 Uhr: Mubarak ist offenbar in Sharm el-Sheikh eingetroffen.

15:03 Uhr: Auch vor dem Gebäude des staatlichen Fernsehens in Kairo versammeln sich zehntausende Menschen.

14:53 Uhr: Ägyptens Tourismus liegt den Protesten brach, mitten in der Hauptsaison stornieren Zehntausende Urlauber ihre Reisen, Touristenhochburgen wie Luxor und Marsa Alam gleichen Geisterstädten.

14:37 Uhr: Ganz ohne Freunde ist Mubarak aber nicht. Der Libysche Präsident Gaddafi hat Mubarak bei einem Telefonat seine Unterstützung angeboten.

14:22 Uhr: Al-Jazeera berichtet, dass Mubarak sich angeblich auf dem Weg in die Vereinigten Arabischen Emirate ist.

14:12 Uhr: Aus ägyptischen Sicherheitskreisen heißt es, Mubarak sei in einem Hubschrauber vom Präsidentenpalast aus gestartet. Das Ziel der Reise ist unklar.

14:04 Uhr: Das Außenamt gibt bekannt, dass sich keine österreichischen Pauschaltoruisten mehr in Ägypten befinden. Es halten sich in dem Land demnach aber weiterhin rund 1.600 Österreicher auf. Rund 380 Österreicher haben nämlich aus beruflichen Gründen ihren derzeitigen Lebensmittelpunkt in Ägypten (sogenannte "Ex-Pats"). Dazu kämen 1.200 Auslandsösterreicher, hauptsächlich ägyptisch-österreichische Doppelstaatsbürger, mit ständigem Wohnsitz in Ägypten.

13:52 Uhr: Mohamad ElBaradei ist zuversichtlich: "Die ganze Nation ist auf den Straßen. Der einzige Ausweg für das Regime ist, endlich zu gehen. Die Macht des Volkes kann nicht unterdrückt werden. Wir werden siegen", twittert er.

13:35 Uhr: Al-Arabiya berichtet, dass Mubarak zwar Kairo, nicht aber Ägypten verlassen hat.

13:22 Uhr: Mubarak hat mit seiner Familie Kairo verlassen, berichtet Al-Arabiya. Angeblich hat Mubarak sogar schon Ägypten verlassen. Eine offiziele Bestätigung gibt es aber noch nicht.

Mubarak enttäuscht sein Volk

13:19 Uhr:  EU-Außenministerin Catherine Ashton wird kommenden Montag ihre seit längerem geplante Reise in die von Unruhen erschütterten nordafrikanischen Länder mit Tunesien beginnen. Kommissionssprecher Michael Mann erklärte am Freitag in Brüssel, der Besuch Ägyptens stehe angesichts der sich stündlich wechselnden Lage noch nicht konkret fest.

13:05 Uhr: Der Tahrir-Platz ist vollkommen überfüllt. Immer mehr Menschen strömen auf den Kairoer Platz.

12:57 Uhr: Der ägyptischen Regierung gehen die Hinweise auf das Vorbild der westlich verfassten, mehrheitlich muslimischen Türkei mächtig auf die Nerven. Freundlich lächelnd, aber knallhart in der Sache ließ der ägyptische Botschafter in Ankara, Abderrahman Salaheldin, die Türken jetzt wissen, was er von den regelmäßig wiederholten Rücktrittsforderungen der türkischen Regierung an Präsident Hosni Mubarak hält. "Die Leute in Ägypten - nicht die Regierung, sondern die Leute auf der Straße - haben eine einstimmige Botschaft: 'Haltet euch raus'", sagte der Botschafter.

12:42 Uhr: Die Menschen am Tahrir-Platz sind wütend. Sie fordern lautstak den Rücktritt Mubaraks. Auch mit der Erklärung des Militärs sind viele nicht zufrieden. Sie streiten mit den anwesenden Soldaten, berichtet Al-Jazeera.

12:36 Uhr: Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel hält die teilweise Abgabe der Macht des ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak an seinen Vize, den früheren Geheimdienstchef Omar Suleiman für unzureichend. Zugleich fordert sie, nicht gewaltsam gegen die Demonstranten vorzugehen.

12:27 Uhr: Inzwischen ist das Freitagsgebet beendet. Hunderttausende fordern den Rücktritt Mubaraks.

12:25 Uhr: "Die Zeit für ein Wandel in Ägypten ist gekommen. Österreich unterstützt einen friedlichen Reformprozess in Ägypten unter Einbeziehung aller politischen Kräfte", erklärte Außenminister Michael Spindelegger in Reaktion auf die gestrige Rede von Präsident Mubarak.

12:11 Uhr: Mohamed ElBaradei fordert, dass sich das Militär auf die Seite der Bevölkerung stellt. "Aber es muss klar sein, dass die Rolle der Armee darin besteht, den Staat zu beschützen, nicht zu führen", so der "Wiener" Friedensnobelpreisträger.

12:05 Uhr: Weil der Andrang auf den Tahrir-Platz so groß ist, findet das Freitagsgebet in mehreren Schichten statt.

11:43 Uhr: Der Imam, der die Freitagsgebete am Tahrir-Platz geleitet hat, ist ohnmächtig zusammengebrochen. Er hatte gerade die Armee zum Handeln im Sinne der Demonstranten aufgerufen.

11:30 Uhr: Der Gerichtshof muss prüfen, ob Mubarak und Mitglieder seiner Regierung wegen der Unterdrückung des laufenden Volksaufstandes in Ägypten angeklagt werden kann. Mit einem entsprechende Appell wandte sich eine "Gruppe von Ägyptern" am Freitag an das "Weltstrafgericht" in Den Haag.

11:21 Uhr: Ägyptische Bürger haben den Internationalen Strafgerichtshof (IStGH bzw. ICC) aufgerufen, Vorermittlungen gegen Präsident Hosni Mubarak wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit einzuleiten.

11:10 Uhr: Der Aufnahmezustand soll aufgehoben werden, "sobald die gegenwärtigen Bedingungen enden", heißt es weiter. Damit würde das Militär eine Schlüsselforderung der Massenbewegung gegen das Regime von Präsident Hosni Mubarak erfüllen. Zugleich ließ die Armeeführung in ihrem "Kommunique 2" aber wissen, dass sie die Protestierenden von den Straßen haben will.

11:01 Uhr: Die Armee will Reformen und faire Wahlen sichern. Eine weitere Enttäuschung für die protestierenden Ägypter. Von einem schnellen Ende der Herrschaft Mubaraks ist in der mit Spannung erwarteten Erklärung nicht die Rede.

10:46 Uhr: Auf dem Tahrir-Platz haben sich auch viele Familien eingefunden. Jung und alt demonstrieren gegen Mubarak.

10:42 Uhr: Mehrere hundert Demonstranten haben sich vor dem Präsidentenpalast Mubaraks eingefunden. Die Präsidentengarde schützt das Gebäude, das Militär schreitet aber nicht ein.

10:35 Uhr: Der "Spiegel" berichtet, dass sich auch in Alexandria immer mehr Menschen versammeln. Auch hier sind nach den Freitagsgebeten Massenproteste geplant.

10:31 Uhr: Auch der deutsche Außenminister Guido Westerwelle hat den Druck auf Mubarak erhöht. Er hat einen sofortigen demokratischen Reformprozess in Ägypten eingemahnt. Der internationalen Gemeinschaft gehe es darum, "dass es jetzt einen demokratischen Wandel gibt, nicht irgendwann, sondern dass er jetzt beginnt", so Westerwelle.

10:27 Uhr: Hunderte Demonstranten blockieren den Sitz des staatlichen Fernsehens mit einer Menschenkette. Der Sender gilt als Sprachrohr von Präsident Mubarak und hat gestern die Rede des Präsidenten ausgestrahlt..

10:20 Uhr: Erstmals demonstrieren auch Offiziere mit dem Volk. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet von mindestens 16 ägyptschen Offizieren, die den Schulterschluss mit dem Volk vollzogen haben.

10:16 Uhr: Der Strom der Menschen zum Tahrir-Platz ist gigantisch. Sanitäter, die vor Ort sind, fürchten eine Massenpanik.

10:12 Uhr: Nicht nur die ägyptische Bevölkerung, sondern auch die EU ist von der Rede Mubaraks, der sich an die Macht klammert, enttäuscht. Die EU-Aßenbeauftragte Catherine Asthon sagte, die Rede Mubaraks habe bislang noch nicht "den Weg für schnellere und tiefere Reformen freigemacht".

10:10 Uhr: Die politischen Spannungen in Ägypten haben die Ölpreise am Freitag weiter in die Höhe getrieben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im März kostete in der Früh 101,34 US-Dollar (74,49 Euro). Das waren 47 Cent mehr als am Vortag.

10:08 Uhr: Auch der ägyptische Finanzminister warnt im Gespräch mit der BBC vor einem Militärputsch.

10:05 Uhr: Nach Ansicht des Nahost-Experten Udo Steinbach muss der ägyptische Präsident Hosni Mubarak binnen 48 Stunden zurücktreten - ansonsten droht ein Militärputsch.

10:01 Uhr: Bewaffnete haben im Grenzgebiet Ägyptens zum palästinensischen Gazastreifen eine Polizeistation beschossen. Der Angriff war einei Reaktion auf dieRede von Präsident Hosni Mubarak.

09:26 Uhr: Die Wut am Tahrir-Platz gegen Mubarak ist nach seiner Rede noch größer geworden. Immer mehr Menschen strömen zum Zentrum des Widerstands.

08:16 Uhr: Für heute rufen die Regimegegner zu neuen Massenprotesten auf. Die Opposition erwartet bis zu 20 Millionen Demonstranten in ganz Ägypten.

07:47 Uhr: Das ägyptische Militär hat einem Fernsehbericht zufolge eine "wichtige Erklärung" angekündigt. Der Hohe Rat der Streitkräfte werde sich "in Kürze" mit einer Mitteilung an die Bevölkerung wenden, berichtete der Sender Al-Arabiya.

Diashow Mubaraks Rede: Schock für Widerstand
Mubarak: Despot tritt NICHT zurück

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04:43 Uhr: Die Fernsehansprache von Präsident Hosni Mubarak hat den Zorn der Ägypter nur weiter angestachelt. Wie der arabische Nachrichtensender Al-Jazee

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