Irving:

"Er war realitätsfern"

© EPA

Irving: "Hitler wusste wenig über Holocaust"

"Ich verneine, dass ich ein Holocaust-Leugner bin. Wie kann man so dumm sein, dass man einen Menschen so bezeichnet, der auf jedem Schritt betont, dass bei der Operation 'Reinhard' 2,5 Millionen Juden ums Leben gekommen sind. Einen Menschen, der sagt, dass man in Treblinka einige Hunderttausend Juden umgebracht hatte. Der Holocaust war ein historisches Faktum. Das war ein schreckliches Verbrechen", sagte der kontroverse britische Holocaust-Leugner David Irving während eines nicht öffentlichem Vortrages in Warschau.

Ein Journalist der Tageszeitung "Rzeczpospolita" wohnte der Veranstaltung bei, obwohl sie nicht für die breite Öffentlichkeit bestimmt war. Er erhielt die Information über das Treffen vom Korrespondenten des israelischen Fernsehsenders Channel 10 in Berlin.

Hitler ein realitätsferner Führer
Irving beklagte sich, dass man ihm mit dem Vorwurf der Leugnung der Judenvernichtung während des Zweiten Weltkrieges unrecht getan habe. "Die Bezeichnung eines Historikers als Holocaust-Leugner ist wie ein Todesurteil", sagte Irving. Er betonte, dass Journalisten nicht hören würden, was er tatsächlich zu sagen habe. "Sie schreiben Lügen, weil sie sich nach dem Herdentrieb richten". Irving versicherte, dass er kein "Judenfeind" sei und solche Meinungen nicht zu einem "zivilisierten Menschen" passen. "Und obwohl Juden mich vernichten und hassen, versuche ich intensiv, ihnen nicht mit demselben zu antworten", erklärte Irving.

Der Historiker betonte, dass Adolf Hitler seiner Meinung nach dafür verantwortlich ist, was auf dem Territorium Polens geschehen ist. Er war Staatsoberhaupt und "vom verfassungsrechtlichem Gesichtspunkt aus ist seine Schuld unbestritten". Er betonte aber, dass seines Erachtens nach Hitler wenig über die Judenvernichtung wusste. Er stellte im Vortrag Hitler als einen realitätsfernen Führer dar.

Himmler für Holocaust verantwortlich
Die wahre Verantwortung für den Holocaust trägt laut Irving Heinrich Himmler. Der "Führer" selbst habe gedacht, dass die "Endlösung der Judenfrage" nichts anderes als Massenvertreibung sei. Er versicherte aber, dass er Hitler nicht für unschuldig erklärt und seines Erachtens der "Führer" ein "unmoralischer, zur Grausamkeit fähiger Mensch" war.

Am vergangenen Montag begann Irving zusammen mit einer Gruppe europäischer und amerikanischer Touristen eine wochenlange Reise durch Erinnerungsorte des Zweiten Weltkrieges und der Judenverfolgung in Polen. Der britische Historiker war im November 2005 in Österreich verhaftet und wegen Leugnung des Holocaust zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Nach 13 Monaten Haft wurde er nach Großbritannien abgeschoben.

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