Schon bis zu 43 Tote im Iran

Schwarzer Donnerstag

Schon bis zu 43 Tote im Iran

Am sechsten Tag der Massenproteste gegen die Wertung der Präsidentschaftswahl im Iran, bei der Amtsinhaber Mahmoud Ahmadinejad nach offiziellen Angaben wiedergewählt wurde, sind Demonstranten vor das Gebäude der Vereinten Nationen in Teheran gezogen. Sympathisanten des unterlegenen Kandidaten Mir-Hossein Moussavi hielten Transparente mit der Aufschrift "UN - Wo seid ihr?" in die Höhe, berichteten Augenzeugen.

Opferzahlen
Nach Angaben des Nationalen Widerstandsrats Iran (NWRI) sind bis dato mindestens 43 Menschen von Revolutionsgardisten und anderen Sicherheitskräften getötet worden. Sie seien erschossen, erstochen oder zu Tode geprügelt worden. Den anderslautenden Angaben des iranischen Staatsfernsehens zufolge kamen hingegen bisher acht Menschen ums Leben. Laut dem Widerstandsrat kamen 30 Menschen in Teheran um, die übrigen in anderen Städten.

Demonstranten in Schwarz
Die meisten der Demonstranten trugen am Donnerstag die Trauerfarbe schwarz. Moussavi hatte dazu aufgerufen, am Donnerstag der Trauer für die bei den Protesten der vergangenen Tage getöteten Demonstranten Ausdruck zu verleihen. Nach offiziellen Angaben kamen sieben Personen bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften ums Leben. Auch am Donnerstagnachmittag gingen erneut Zehntausende auf dei Straßen Teherans.

Prominente Festnahmen
Mit dem früheren Außenminister Ebrahim Yazdi wurde unterdessen ein weiteres Mitglied der Oppositionsbewegung festgenommen. Wie ein Anhänger von Yazdis Organisation "Freiheitsbewegung" berichtete, nahmen Sicherheitsleute den Oppositionspolitiker am Vortag bei einer Untersuchung im Krankenhaus fest. Er ist einer von Dutzenden Reformkräften und etlichen Demonstranten, die seit der umstrittenen Wahl verhaftet worden sind. Die Behörden nahmen dazu nicht Stellung.

Wahlbetrug
Die Opposition wirft den Behörden Wahlbetrug vor. Ihre Hauptforderung ist die Annullierung der Wahl. Das geistliche Staatsoberhaupt, Ayatollah Ali Khamenei, hat eine Überprüfung der Ergebnisse und teilweise Neuauszählung angeordnet. Exil-Iraner gehen gleichwohl davon aus, dass es nach der Auszählung der Stimmen eine Intervention der Revolutionswächter und Khameneis gegeben habe, nachdem Ahmadinejad nicht Erster wurde.

Wählerrat hört unterlegene Kandidaten an
Der Wächterrat, das oberste Justizgremium des Iran, hat unterdessen die drei unterlegenen Kandidaten der Wahl zu einem Treffen am Samstag eingeladen, um deren Vorwürfe zu erörtern, wie das staatliche Radio meldete. Ein Sprecher des Wächterrates sagte, das zwölfköpfige Gremium habe mit der "sorgfältigen Untersuchung" aller 646 Beanstandungen begonnen, die im Zusammenhang mit der Wahl vom 12. Juni eingebracht wurden.

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