Rolle rückwärts

Bargeld-Knall im Karten-Paradies Schweden

Schwedische Kronen-Banknoten und Münzen liegen gemischt auf einer Oberfläche.
© SOPA Images/LightRocket via Gett
Lebensmittelgeschäfte und Apotheken müssen nach einer Gesetzesänderung Bargeld akzeptieren - Viele Ausnahmen vorgesehen
OE24 auf Google bevorzugen

Kleine Rolle rückwärts im Karten-Paradies Schweden: Seit heute müssen Lebensmittelgeschäfte und Apotheken in dem skandinavischen Land nach einer Gesetzesänderung Bargeld annehmen. Damit will Schweden etwa in Krisen besser gegen technische Ausfälle gewappnet sein. Gleichzeitig sollen Menschen, die mit digitalen Bezahlformen nicht zurechtkommen, nicht ausgeschlossen werden.

In vielen Supermärkten im Land gibt es diese Option aber ohnehin noch. "In manchen Situationen, wenn die Technik streikt, können Münzen und Scheine die einzige Bezahlform sein, die funktioniert", sagte Carlos Cancino von der Supermarktkette Coop der Nachrichtenagentur TT. In allen anderen Situationen zahlt die große Mehrheit der Schweden ohnehin am liebsten mit Karte oder Handy.

Kein echtes Bargeld-Comeback

Ein echtes Bargeld-Comeback ist die Gesetzänderung nicht. Von der Regel gibt es zudem zahlreiche Ausnahmen - etwa für Supermärkte, in denen es gar keine bemannten Kassen mehr gibt. Händler können sich außerdem auf die Kosten eines Bargeld-Systems berufen. Mehr als 25 Münzen müssen die Läden nicht annehmen. Und: Es gibt keinen Plan, ob und wie Verstöße gegen die neue Regelung geahndet werden sollen.

Die Bargeld-Nutzung geht in Schweden seit vielen Jahren zurück. In einer Umfrage der schwedischen Reichsbank gaben im vergangenen September nur fünf Prozent der Befragten an, ihren letzten Einkauf bar bezahlt zu haben. Für den Krisenfall empfiehlt die Reichsbank den Schwedinnen und Schweden aber seit einiger Zeit, neben mehreren Bankkarten und dem Bezahldienst auf dem Handy umgerechnet rund 90 Euro Bargeld zu Hause aufzubewahren.

Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden