Feuer-Drama
"Bitte kommen Sie nicht!" – Behörden warnen Urlauber
Bei den Waldbränden in Südeuropa bleibt die Lage prekär, insbesondere im Südwesten Frankreichs. Bei Bordeaux versuchte die Feuerwehr am Montag unter Hochdruck, die Waldbrände unter Kontrolle zu bringen. Die ganze Nacht hindurch kämpften die Einsatzkräfte gegen das Flammenmeer. "Das ist ein so großer Brand, wie man ihn noch nie gesehen hat", sagte der Bürgermeister des Vororts Cestas, Jerome Steffe. Laut Präfektur Bordeaux blieb die Lage in der Nacht aber "insgesamt stabil".
Es habe im Laufe der Nacht "keine nennenswerten Entwicklungen gegeben", hieß es Montagfrüh in einer Pressemitteilung. Aus dem Gebiet mussten bereits Tausende Menschen in Sicherheit gebracht werden, darunter zahlreiche Touristen, die dort ihren Urlaub verbringen wollten. Im Laufe des Tages sollte sich auch das Kabinett mit der Lage befassen. Die Brände waren vergangene Woche an der nur wenige Kilometer entfernten Atlantikküste ausgebrochen.
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Weniger Brandherde
Die Einsatzkräfte betonten, die Zahl der Brandherde in der südwestfranzösischen Region Gironde sei am Montag im Vergleich zum Vortag zurückgegangen. Die Feuerwehr habe den Waldbrand aber nach wie vor nicht unter Kontrolle, sagte ein Sprecher der Einsatzkräfte. Zumindest vorübergehend half auch die Witterung: Die Wetterbedingungen bezeichnete der Sprecher als günstig, es sei weniger windig. Der aktivste Brandherd befinde sich zwischen Marcheprime und Pierroton südwestlich von Bordeaux.
Allein am Samstag und Sonntag brannten 10.000 Hektar Land ab. Am Sonntagabend sprach die Präfektur noch von einer "ungünstigen" Lage. Die Regionalregierung setzte den Betrieb von Ferienlagern und Pfadfinderlagern sowie von behindertengerechten Aufenthalten in der Gironde aus. Am Sonntag wurde Touristen empfohlen, "nicht zu kommen" und "ein anderes Reiseziel in Betracht zu ziehen". Die Feuerwehr befürchtete eine mögliche Verschärfung der Lage am Dienstag, da für die Gironde dann starke Hitze mit Temperaturen von über 40 Grad angekündigt ist.
Spaniens Innenminister warnt vor verfrühtem Optimismus
Unterdessen gab es bei der Bekämpfung der verheerenden Waldbrände in Spanien zwar Fortschritte, doch Innenminister Fernando Grande-Marlaska warnt vor verfrühtem Optimismus. "Die Lage bei den Bränden verbessert sich, aber nur langsam", sagte Grande-Marlaska vor Journalisten. Allein das Feuer in der Provinz Ávila, das seit Tagen weniger als 100 Kilometer westlich von Madrid wütet, habe nach Schätzungen bereits 47.000 Hektar erfasst, so der Minister. Damit wäre es der größte Waldbrand der jüngeren Geschichte Spaniens, wie unter anderem der staatliche TV-Sender RTVE hervorhob.
Immerhin sollten am Montag die ersten Evakuierten zurückkehren können, wie ein Regierungsvertreter der Region Madrid sagte. Demnach sei geplant, einen Campingplatz in El Escorial westlich von Madrid wieder zu eröffnen, aus dem 4.500 Menschen evakuiert worden waren. Zudem sollten Bewohner eines Seniorenheims im ebenfalls westlich von Madrid gelegenen San Martín de Valdeiglesias wieder zurückkehren können.
65.000 Fußballfelder brennen in Ávila
Der Brand in Ávila wurde nach ersten Erkenntnissen der zuständigen Behörden vermutlich durch landwirtschaftliche Arbeiten ausgelöst. Nach Medienberichten wurde dort ein Mann unter dem Vorwurf der fahrlässigen Brandstiftung festgenommen. Er soll trotz eines wegen der Hitzewelle geltenden Verbots schweres Gerät benutzt und dadurch das Feuer ausgelöst haben.
Die in Ávila vom Feuer erfasste Fläche entspricht etwa 65.000 Fußballfeldern. Sollten sich die vorläufigen amtlichen Schätzungen bestätigen, wäre der Brand der größte seit Beginn der Erfassungen durch die Zentralregierung im Jahr 1968. Bisher galt das Feuer von Larouco im Jahr 2025 mit knapp 38.000 zerstörten Hektar in den Regionen Galicien und Kastilien und León als das größte im beliebten Urlaubsland.
Zehntausende Menschen betroffen
Neben dem Feuer in Ávila bereiten derzeit vor allem auch Waldbrände in der Sierra Oeste im Westen der sogenannten Autonomen Gemeinschaft Madrid sowie in der Provinz Toledo südwestlich der Hauptstadt Sorgen. Zusammen haben diese drei Brände rund 77.000 Hektar Wald- und Buschland verwüstet. Die Zentralregierung rief für diese Regionen den Notstand aus, um schneller Mittel mobilisieren zu können. Nach Angaben der Militärischen Nothilfeeinheit (UME) sind inzwischen bei den Bränden in Madrid und in den angrenzenden Provinzen alle Hauptfronten eingedämmt, auch wenn mehrere Brandherde aktiv bleiben.
Die Gesamtzahl der dort von Evakuierungen und Ausgangsbeschränkungen betroffenen Menschen wurde vom Innenministerium in Madrid zuletzt auf rund 90.000 beziffert. König Felipe VI. und Königin Letizia besuchten am Sonntag eine Notunterkunft und sprachen den Betroffenen Mut zu. In der Provinz Castellón im Osten des Landes lodert außerdem seit Samstag ein weiteres größeres Feuer, das bereits 6.500 Hektar zerstört hat. Dort wurden rund 16.000 Menschen aus verschiedenen Ortschaften evakuiert.
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