Abstimmung

Boykott beschlossen! WM ohne Teams aus Europa

Drei Männer und eine Frau im Anzug auf der Tribüne eines Stadions, wirken konzentriert.
© Getty Images
Jetzt eskaliert der Fußball-Krach endgültig. Nach den WM-Verkaufsplänen der FIFA haben die UEFA-Nationen in einer Abstimmung EINSTIMMIG beschlossen, die WM zu boykottieren.
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Am Donnerstag fand das Notfall-Meeting der UEFA wegen der von der FIFA geplanten Privatisierung der WM statt. Der höchst umstrittene Weltverbands-Boss Gianni Infantino treibt seit einigen Tagen seinen nächsten Wahnsinns-Plan ungebremst voran und zieht sich den Unmut der Fußballwelt zu.

Der europäische Verband UEFA stellte umgehend klar, dass die FIFA mit der Idee, die zusätzlich 15 Milliarden Dollar in die Kassen spülen soll, "eine Linie überschritten wurde". Nun gab es im Rahmen einer Notfallssitzung eine Abstimmung aller 55 UEFA-Nationen, welche Schritte die nächsten wären.

Das Ergebnis gleicht, wie britische Medien schreiben, einer "Kriegserklärung". Alle 55 Nationen stimmten für einen WM-Boykott. Damit steht fest, dass die Weltmeisterschaft in vier Jahren ganz ohne Team aus Europa stattfinden könnte, wenn Infantino nicht in letzter Sekunde gebremst wird.

UEFA-Stellungnahme

Seitens des ÖFB meint man auf oe24-Anfrage: "Wir verweisen ausdrücklich auf die UEFA. Wir können dazu noch nichts sagen, sind aber selber der Meinung wie die UEFA." Der Boykott würde alle FIFA-Wettbewerbe umfassen – einschließlich der Weltmeisterschaften der Männer und Frauen sowie der Klub-Weltmeisterschaft – und in Kraft treten, falls die Vorschläge von FIFA-Präsident Gianni Infantino von den Mitgliedsverbänden angenommen werden.

In einer offiziellen Stellungnahme der UEFA heißt es: "Die Position Europas ist eindeutig. Wir werden dieses Modell niemals legitimieren. Niemand hat die moralische Autorität, etwas zu verkaufen, das er ausschließlich treuhänderisch für künftige Generationen verwaltet. Nach den heutigen Gesprächen werden keine UEFA-Nationalteams an FIFA-Wettbewerben teilnehmen, solange diese Vorschläge im Raum stehen, es sei denn, dieser Vorschlag wird in seiner Gesamtheit aufgegeben und es erfolgen verbindliche Zusicherungen, dass die FIFA ihre Governance und ihre Wettbewerbe nie wieder für private Investoren öffnet. Um alle Zweifel auszuräumen: Die UEFA und ihre Mitgliedsverbände widersetzen sich diesen Plänen mit aller Entschlossenheit.Manche Dinge sind einfach zu wichtig, als dass man sie verkaufen dürfte. Die FIFA-WM gehört dem Fußball. Das wird sie immer bleiben. Und solange Europa eine Stimme hat, wird die WM nie zum Verkauf stehen."

Asien distanziert sich von FIFA

Neben der UEFA gibt es auch einen zweiten kontinentalen Verband, der sich gegen die FIFA-Pläne wehren möchte. Der asiatische Verband hatte sich Berichten zufolge ebenfalls distanziert und wird den Plänen nicht zustimmen.

Das ist besonders brisant, weil die übernächste WM 2034 in Saudi-Arabien geplant wäre. Gerade zu den Scheichs in den Golfstaaten hatte Infantino stets ein ausgeprägt gutes Verhältnis.

Krimi bei Abstimmung

Wenn sich auch Asien einstimmig gegen die Privatisierung stellt, wird es langsam eng für Infantino. Der Schweizer FIFA-Präsident braucht bei der Abstimmung der 211 Mitgliedsverbände eine Mehrheit. Mit der UEFA (55) und der AFC (47) sind bereits 102 Verbände dagegen.

Damit würden den Infantino-Gegnern nur noch neun Stimmen fehlen. Damit könnte der 56-jährige Fußball-Zampano endgültig gescheitert sein. Denn auch in Südamerika ist man von seinem Bestreben nicht begeistert und damit deutet schon vieles auf ein Scheitern bei der Abstimmung hin, wodurch die WM in der Form, die man heutzutage kennt, gerettet sein könnte.

FIFA setzt Frist

Der Fußball-Weltverband FIFA hat übereinstimmenden Berichten zufolge eine 53-Tage-Frist für die Zustimmung zum umstrittenen geplanten Investorendeal gesetzt, mit dem durch einen potenziellen Verkauf kommerzieller Rechte etwa an der WM Milliarden eingespielt werden sollen. Im Gegenzug für die Zustimmung habe Gianni Infantino eine Sonderzahlung versprochen. Dies berichten britische Medien, die wörtlich aus dem fünfseitigen Brief des FIFA-Präsidenten zitierten.

Der Stichtag für die Zustimmung der 211 Verbände soll demnach der 19. September sein. Konkret soll es heißen: "Sollten Sie diesen Fortschritt wünschen, steht Ihnen dieses 10-Milliarden-Dollar-Paket ab dem 1. Jänner 2027 zur Verfügung und leitet die nächste Phase unserer gemeinsamen Reise ein." Jährlich ginge es um eine Summe von 40 Mio. US-Dollar (35,19 Mio. Euro) pro Verband und damit viermal so viel wie bisher.

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