Galgen bis Spritze

Die unglaublichsten Pannen der Todesstrafe

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Hinrichtungen sollen schnell und endgültig sein. Doch in der Geschichte der Todesstrafe gingen immer wieder Exekutionen schief. Der Fall Christa Pike sorgt nun erneut für Aufsehen.
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Einer der bekanntesten Fälle ereignete sich bereits 1885 in England. John "Babbacombe" Lee sollte wegen Mordes am Galgen hingerichtet werden. Doch als der Henker die Falltür auslösen wollte, passierte nichts.

Die Konstruktion wurde überprüft – und funktionierte beim Test plötzlich. Doch als Lee erneut auf der Falltür stand, versagte sie wieder. Auch ein dritter Versuch scheiterte.

Lee wurde schließlich begnadigt und verbrachte noch viele Jahre im Gefängnis. Später machte ihn seine unglaubliche Geschichte sogar berühmt.

Kopf vom Körper getrennt

Besonders dramatisch ging eine Hinrichtung des US-Verbrechers Tom Ketchum aus. Der wegen eines Zugüberfalls zum Tod verurteilte Cowboy hatte während seiner Haft stark an Gewicht zugelegt.

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Beim Galgen wurde offenbar ein zu langes Seil verwendet. Als sich die Falltür öffnete, war die Wucht so groß, dass Ketchum enthauptet wurde.

Der elektrische Stuhl wurde zur Flammenhölle

Auch der elektrische Stuhl sorgte mehrfach für grausame Pannen. 1990 sollte Jesse Tafero in Florida auf diese Weise hingerichtet werden. Bei der Vorbereitung wurde offenbar ein falsches Material für die Elektrode verwendet.

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Während der Exekution kam es zu heftigen Flammen und Rauch. Mehrere Stromstöße waren nötig, bevor der Mann starb.

Sieben Jahre später kam es in Florida zu einem ähnlichen Vorfall. Auch bei Pedro Medina geriet der elektrische Stuhl während der Hinrichtung außer Kontrolle.

Blutiger Zwischenfall bei der Giftspritze

2014 sorgte die Hinrichtung von Clayton Lockett in Oklahoma für weltweite Schlagzeilen. Schon das Legen des Zugangs bereitete Probleme. Schließlich wurde ein Zugang in der Leistengegend gelegt.

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Doch auch danach lief nicht alles wie geplant. Der verwendete Giftcocktail gelangte offenbar nicht vollständig in die Blutbahn. Die Hinrichtung wurde nach rund 16 Minuten abgebrochen. Lockett starb wenig später.

Auch früher überlebten Verurteilte

Dass ein Hinrichtungsversuch scheitert, ist kein völlig neues Phänomen. 1946 überlebte der damals 17-jährige Willie Francis sogar einen ersten Versuch auf dem elektrischen Stuhl.

Der Stuhl funktionierte nicht richtig. Francis überlebte – wurde allerdings ein Jahr später erneut auf den elektrischen Stuhl gesetzt. Beim zweiten Versuch starb er.

Nun sorgt Christa Pike für den nächsten Fall

Der jüngste Fall ist dennoch außergewöhnlich. Christa Pike erhielt in Tennessee zwei Dosen eines tödlichen Medikaments – und blieb am Leben. Laut ihren Anwälten atmete sie nach der Verabreichung der Medikamente weiter und wurde schließlich zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Frau mit lockigem Haar posiert für ein polizeiliches Erkennungsfoto vor Messlatte.
© APA/AFP/Tennessee Department of

Nach Angaben des Death Penalty Information Center ist Pike damit der erste bekannte Fall in der modernen US-Geschichte, bei dem eine Person die Verabreichung tödlicher Medikamente während einer Hinrichtung überlebt hat.

Der Gouverneur von Tennessee setzte daraufhin die weiteren für 2026 geplanten Hinrichtungen aus und ordnete eine unabhängige Untersuchung an. Der Fall reiht sich damit in eine lange Geschichte von Exekutionen ein, bei denen die geplante Hinrichtung nicht wie vorgesehen ablief.

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