35 Stiftungsräte
Enthüllt: So läuft die geheime ORF-Wahl heute ab
Heute ist D-Day für den ORF. Ab 10 Uhr treffen sich die 35 ORF-Stiftungsräte im großen Sitzungssaal im 6. Stock am Küniglberg um über den neuen ORF-Chef abzustimmen. Zur Wahl stehen neun Kandidaten, die zum Hearing geladen wurden: APA-CEO Clemens Pig ist Favorit. Daneben kandidieren noch Ex-Puls4-Chef Markus Breitenecker, ORF-Magazin-Chefin Lisa Totzauer, ORFIII-Geschäftsführerin Kathrin Zierhut-Kunz, TV-Manager Johannes Larcher, Exxpress-Herausgeberin Eva Schütz, Ex-ServusTV-Chefredakteur Robert Altenburger, Ex-ORF-Journalistin Sonja Sagmeister und Ex-ORF-Managerin Petra Höfer.
Sechs Tagesordnungspunkte
oe24 liegt die geheime Tagesordnung der Stiftungsrats-Sitzung vor. Demnach gibt es insgesamt sechs Tagesordnungspunkte. Zum Start gibt es zwei Formalien: Die Genehmigung des Protokolls der Sitzung vom 23. April und der Bericht des Stiftungsrats-Vorsitzenden Heinz Lederer.
Alle neun Kandidaten präsentieren jeweils 20 Minuten lang ihr Konzept
Spannend wird es dann ab dem dritten Tagesordnungspunkts: "Hearing zur Bestellung des Generaldirektors bzw. der Generaldirektorin". Die neun Kandidaten dürfen jeweils 20 Minuten ihre Konzepte präsentieren. Im Anschluss an die Präsentation gibt es dann jeweils noch Fragen der Stiftungsräte an die Kandidaten.
Wahl soll ab 14 Uhr starten
Frühestens gegen 14 Uhr wird es dann spannend: "Bestellung des Generaldirektors bzw. der Generaldirektorin ab 1.1.2027", heißt der vierte Tagesordnungspunkt. Die Wahl findet offen statt. Die 35 Stiftungsräte stimmen also namentlich ab. Der oder die neue ORF-Chef(in) benötigt mindestens 18 Stimmen. Sollte kein Kandidat eine Mehrheit erhalten, würden die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen in eine Stichwahl einziehen. Bei Stimmengleichstand (durch mögliche Enthaltungen) entscheidet die Stimme des Stiftungsratsvorsitzenden Heinz Lederer.
Aufregung um Wahl der Anzahl der Direktoren
Für Wirbel wird wohl der fünfte Tagesordnungspunkt sorgen: "Festlegung der Zahl der Direktoren sowie der Geschäftsverteilung". Der Stiftungsrat soll also direkt nach der Wahl des neuen ORF-Chefs die Anzahl der Direktoren und deren Aufgabengebiete festlegen. ÖVP und SPÖ dürften also schon heute Nachmittag das bereits im Koalitions-Sideletter fixierte, umstrittene Personal-Paket absegnen (neben dem Generaldirektor soll es je zwei Direktoren für ÖVP und SPÖ geben). Der neue ORF-Chef wird vom Stiftungsrat also gleich einmal vor vollendete Tatsachen gestellt. Schließlich erfolgt noch die Ausschreibung der Funktionen der Direktoren und Landesdirektoren. Der Generaldirektor wird dann ermächtigt, Vorschläge für diese Positionen zu machen.
Für 16 Uhr ist eine Pressekonferenz mit dem neuen ORF-Chef geplant. ORF-Insider rechnen damit, dass sich der Termin aber nach hinten verschieben könnte.
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