Russen in Angst
"Ernster als jede Karte" – Umfrage-Schock für Putin
Laut einer aktuellen Umfrage des kremlnahen Meinungsforschungsinstituts FOM nehmen inzwischen 57 Prozent der Russen in ihrem persönlichen Umfeld – also bei Freunden, Bekannten oder Verwandten – Angst wahr. Es ist der höchste Wert seit der Teilmobilmachung im Herbst 2022.
Damals erreichte die Angst laut den Erhebungen rund 70 Prozent, ging danach jedoch deutlich zurück. Nun kehrt die Sorge langsam zurück. Auslöser waren unter anderem ukrainische Angriffe auf russische Ölanlagen. Bilder brennender Raffinerien verbreiteten sich trotz Verbots im Internet, gleichzeitig kam es zu Engpässen bei Treibstoff.
"Krieg im Alltag angekommen"
Russland-Experte Alexey Yusupov sieht darin ein ernstes Signal für die Führung in Moskau. "Der Krieg ist im Alltag angekommen", sagte er gegenüber der "Bild". Vier Jahre lang habe der Konflikt für viele Russen vor allem im Fernsehen stattgefunden. Nun spürten die Menschen die Auswirkungen auch an Tankstellen, Supermarktkassen und beim Einkauf im Internet.
Für den Kreml sei diese Entwicklung besonders problematisch. "Dieser Anstieg ist für den Kreml ernster als jede Karte vom Kriegsverlauf", erklärte Yusupov. Angst bringe die Menschen zwar nicht auf die Straße, viele würden jedoch sparen, abwarten und sich zurückziehen.
Zusätzlich sorgt in Russland die Erinnerung an die Teilmobilmachung von 2022 für Unruhe. Seit Monaten gibt es Spekulationen über eine mögliche neue Einberufungswelle.
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