Schock für Wanderer

"Es gibt kein Wasser mehr!" Beliebtes Ausflugsziel stellt Betrieb ein

Haus mit Schriftzug „Schmollhube“ und Sonnenschein am Giebel unter blauem Himmel.
© Instagram/ schmollhube
Schock für alle Wanderer und Naturfreunde in der Steiermark: Das beliebte Ausflugsziel Schmollhube in Leoben musste wegen akuten Wassermangels schließen. Den Betreibern Nadine und Christian Brudermann geht sprichwörtlich kein einziger Tropfen mehr durch die Leitungen.
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Nichts geht mehr auf der Schmollhube in Leoben. Wo sich sonst um diese Jahreszeit zahlreiche Wanderer, Ausflügler und Familien tummeln, um die steirische Natur zu genießen und sich kulinarisch verwöhnen zu lassen, herrscht seit Kurzem gähnende Leere. Die Betreiber Nadine und Christian Brudermann mussten die Reißleine ziehen und ihr beliebtes Lokal vorübergehend komplett schließen. Der Grund für diese drastische Maßnahme ist so simpel wie existenzbedrohend: Der Hube ist das Wasser komplett ausgegangen.

Der endgültige Stopp kam für das Ehepaar völlig überraschend am vergangenen Wochenende, als das ohnehin knappe Gut von einer Sekunde auf die andere komplett versiegte. Christian Brudermann schildert die dramatische Situation in der Küche, während seine Frau Nadine gerade unter der Dusche stand: Sie hatte die Haare noch voller Shampoo, als plötzlich kein einziger Tropfen mehr aus der Leitung kam. Es gab keine Vorwarnung, kein langsames Nachlassen des Drucks – das Wasser war einfach weg. Für einen Gastronomiebetrieb mitten in der Hochsaison ist das der absolute Super-GAU.

Notbetrieb mit Plastikgeschirr und Facebook-Eilmeldung

Eigentlich wird die Schmollhube über eine eigene Quelle versorgt, deren Wasser in einen rund 15 bis 20 Meter tiefen Tank geleitet, dort abgepumpt und vor dem Gebrauch sorgfältig gefiltert wird. Doch diese Quelle führt derzeit absolut keine Schüttung mehr. Bereits in den Wochen zuvor hatten die Brudermanns mit spürbarer Wasserknappheit zu kämpfen. Um den Betrieb am vergangenen Sonntag überhaupt noch irgendwie aufrechtzuerhalten, griffen die Wirtsleute zu außergewöhnlichen Maßnahmen und setzten eine emotionale Eilmeldung auf Social Media ab:

  • Die Toilettenanlagen auf der Schmollhube mussten komplett gesperrt werden.
  • Die Gäste wurden gebeten, das große Geschäft bereits zu Hause vor dem Abmarsch zu erledigen.
  • Da kein Wasser zum Abwaschen vorhanden war, stieg man kurzfristig komplett auf Plastikgeschirr und Plastikbesteck um.
  • Gekocht wurde nur noch mit den letzten Reserven: Es gab 20 Liter Suppe, Frittaten und das restliche Wasser reichte gerade noch für das Kochen von Reis.

Mit einer großen Portion Improvisationstalent und dem enormen Verständnis der Wanderer konnte dieser letzte Sonntag noch irgendwie über die Bühne gebracht werden. Die Gäste zeigten sich solidarisch und teilten sogar ihr mitgebrachtes Trinkwasser für die Hunde, um den Gastronomen beim nötigsten Abwasch zu helfen. Christian Brudermann berichtet sogar davon, dass er den Gartenschlauch ausquetschen musste, um zumindest den Abwaschfetzen nass zu bekommen. Nach diesem Kraftakt war jedoch endgültig Schicht im Schacht.

Doppeltes Drama: Auch privates Heim ohne Wasser

Die Situation der Brudermanns ist jedoch nicht nur geschäftlich, sondern auch privat eine extreme Belastungsprobe. Das Ehepaar lebt privat ebenfalls auf einer Hube auf rund 1.200 Metern Seehöhe im Lamingtal. Das unglaubliche Pech: Auch dort haben die beiden seit mittlerweile sieben Wochen kein fließendes Wasser mehr. Bisher ließ sich dieser unhaltbare Zustand privat noch halbwegs überbrücken, weil sie die meiste Zeit der Woche auf der Schmollhube verbrachten. Nun stehen die engagierten Gastronomen jedoch an beiden Orten sprichwörtlich auf dem Trockenen.

Um die Zukunft des beliebten Ausflugsziels zu sichern, hat Christian Brudermann bereits Kontakt mit der Leobner Realgemeinschaft als Eigentümerin der Liegenschaft aufgenommen. Die große Hoffnung ruht nun auf einer technischen Übergangslösung:

  • Geplant ist die Installation eines zusätzlichen Wassertanks mit einem Fassungsvermögen von rund 1.000 Litern.
  • Dieser Tank soll im Erdboden vergraben werden, um Frostschäden zu vermeiden.
  • Bei akutem Bedarf könnte dieser Zusatztank dann unkompliziert von der örtlichen Feuerwehr mit Wasser befüllt werden.

Bis diese Lösung realisiert wird, hoffen die Brudermanns auf anhaltenden und ergiebigen Regen. Trotz der schweren Krise verliert der Wirt seinen Mut nicht und sieht in dem Vorfall auch eine wichtige Botschaft an die Gesellschaft. Der Klimawandel und die spürbaren Veränderungen der Natur seien längst nicht mehr nur Probleme, die man weit weg im Fernsehen sieht, sondern sie seien nun direkt vor unserer steirischen Haustür angekommen.

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