Kurswechsel?
Experte: Plötzliche Trump-Wende macht Putin nervös
Beim NATO-Gipfel in Ankara zeigte er sich demonstrativ gut gelaunt mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Militärexperte Nico Lange werer die Entwicklung im Podcast Ronzheimer als mögliche Veränderung in Trumps Haltung gegenüber Moskau.
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Auffällig sei vor allem, dass Trump ukrainische Drohnenangriffe tief auf russisches Gebiet nicht verurteilte. Stattdessen habe er angedeutet, dass solche Aktionen den Krieg möglicherweise schneller beenden könnten. Lange sagte: "Das ist eine Veränderung in der Trump-Positionierung." Die USA könnten Kiew zudem mit Informationen über russische Luftverteidigungssysteme unterstützen.
Die Ukraine habe es laut Lange geschafft, bei Trump den Eindruck zu erwecken, militärisch die Initiative zu besitzen. "Trump mag ja Leute, die den Eindruck machen, dass sie gewinnen", erklärte der Experte bei Ronzheimer. Selenskyj setze darauf, mit Angriffen auf russische Energieanlagen, Rüstungsbetriebe und Nachschubwege den Druck auf Wladimir Putin zu erhöhen.
Putin plant neue Eskalation
Doch während Trump auf mögliche Verhandlungen setzt, zeichnen Insider ein deutlich düstereres Bild. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, soll Putin derzeit nicht an Friedensgesprächen interessiert sein, sondern eine weitere Verschärfung des Konflikts vorbereiten. Drei kremlnahe Quellen sprechen demnach von einer hohen Wahrscheinlichkeit einer Eskalation in den kommenden Monaten.
Auch mögliche Provokationen gegenüber der NATO werden diskutiert. Aus ukrainischen Regierungskreisen heißt es, Geheimdienstinformationen deuteten auf Vorbereitungen für weitere militärische Aktionen hin. Dabei werden unter anderem Angriffe auf NATO-Stützpunkte im Baltikum oder europäische Rüstungsbetriebe als mögliche Szenarien genannt. Experten halten allerdings eher begrenzte Nadelstiche als einen direkten Krieg mit der NATO für wahrscheinlich.
Nach Einschätzung des Militärexperten Jack Watling vom britischen Forschungsinstitut RUSI könnten solche Aktionen vor allem dazu dienen, die Geschlossenheit des Bündnisses zu testen und politische Spannungen innerhalb der NATO zu verstärken.
Währenddessen setzt Russland seine Offensive im Donbass fort. Putin soll weiterhin das Ziel verfolgen, die gesamte Region Donezk unter Kontrolle zu bringen. Der Krieg fordert auf beiden Seiten enorme Verluste: Nach Einschätzung des US-Forschungsinstituts CSIS wurden seit Beginn der russischen Invasion Millionen Menschen getötet, verwundet oder gelten als vermisst.
Damit stehen sich derzeit zwei widersprüchliche Entwicklungen gegenüber: Während Trump Signale für mehr Druck auf Moskau und mögliche Verhandlungen sendet, deuten Berichte aus dem Umfeld des Kremls auf eine weitere Eskalationsbereitschaft Putins hin.
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