Keine Hemmungen
Experte warnt vor totaler Trump-Eskalation im Iran
Die Lage im Nahen Osten spitzte sich zuletzt wieder deutlich zu. Die USA griffen den Iran mehrmals diese Woche an – die Mullahs reagierten ihrerseits mit Gegenschlägen. Geopolitik-Experte Klemens Fischer warnt nun vor einer totalen Eskalation.
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Neue Angriffe trotz Feuerpause
Auslöser der neuen Debatte sind die jüngsten US-Militärschläge gegen iranische Ziele. Innerhalb von 24 Stunden griffen US-Streitkräfte nach Angaben des Regionalkommandos CENTCOM bereits zum zweiten Mal Einrichtungen rund um die Straße von Hormuz an. Ziel sei es, die Fähigkeit des Iran zu schwächen, die Freiheit der Schifffahrt in der strategisch wichtigen Meerenge zu bedrohen.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Rande des NATO-Gipfels die zuvor vereinbarte Feuerpause faktisch für beendet und ordnete weitere Angriffe an. In der Nacht meldeten iranische Medien Explosionen unter anderem in Bandar Abbas, Bushehr und auf der Insel Abu Musa. Teheran reagierte mit neuen Gegenattacken, während in Kuwait und Bahrain erneut Luftalarm ausgelöst wurde.
Fischer: Nicht der Angriff, sondern die Dauer ist die Gefahr
Für Fischer liegt die eigentliche Bedrohung für das Regime in Teheran nicht im aktuellen Bombardement. Gegenüber FOCUS online sagte er: "Die Mullahs müssen fürchten, dass dieser Krieg einfach nicht zu Ende geht."
Der Experte verweist darauf, dass Trump derzeit noch unter innenpolitischem Druck steht. Der Krieg sei in den USA unpopulär, und solange die Kongresswahlen („Midterms“) näher rückten, habe der Präsident einen Grund zur Zurückhaltung. Diese politische Bremse könne jedoch wegfallen.
Midterms als möglicher Wendepunkt
Besonders brisant ist Fischers Szenario für den Fall einer drohenden Wahlniederlage der Republikaner. Sollte Trump davon ausgehen, die Midterms zu verlieren, "hätte er auch keinen Grund mehr, darauf Rücksicht zu nehmen – und dann könnte er letztendlich Krieg führen", sagte Fischer laut FOCUS online.
In diesem Fall könnte die US-Regierung nach Einschätzung des Professors auch deutlich weitergehende militärische Optionen prüfen. Selbst eine Bodenoperation schließt Fischer nicht grundsätzlich aus. Als Beispiel nennt er mögliche Angriffe auf die iranische Insel Kharg, die militärisch zwar machbar seien, strategisch aber nur begrenzten Nutzen hätten.
Kongress kaum als Bremse
Skeptisch äußert sich Fischer auch zur Rolle des US-Kongresses. Zwar könne das Parlament Trump "bis zu einem gewissen Punkt" bremsen, doch nach seiner Einschätzung fehle derzeit die Mehrheit in beiden Kammern für eine konsequente Blockade. Damit bleibe dem Präsidenten erheblicher Spielraum für eine weitere Eskalation.
Teheran fürchtet den Krieg ohne Ende
Diese Einschätzung passt zu den aktuellen Signalen aus Washington. Laut dem US-Portal "Axios" bereitet sich das Weiße Haus inzwischen auf eine möglicherweise mehrtägige oder sogar mehrwöchige militärische Auseinandersetzung rund um die Straße von Hormuz vor. Wie lange die Angriffe dauern, hänge davon ab, ob der Iran seine Attacken auf Handelsschiffe fortsetzt.
Für Fischer ist genau das der entscheidende Punkt. Nicht ein einzelner Schlag gegen iranische Ziele, sondern ein Konflikt ohne klares Ende könnte das Regime zermürben. Sollte Trump nach den Midterms keine politische Rücksicht mehr nehmen müssen, drohe Teheran ein Gegner, der den Krieg einfach weiterlaufen lässt – ohne Verhandlungsdruck und ohne erkennbare Ausstiegsstrategie. Genau dieses Szenario, so die Warnung des Experten gegenüber FOCUS online, dürfte die iranische Führung derzeit am meisten fürchten.
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