Tierschutz
Gute Nachrichten aus dem Tierschutz
Tierversuche bei Schlafprodukthersteller reduziert
Der Matratzen- und Schlafproduktehersteller Emma wird seinen Shop auf HKTV-Mall bis Ende des Jahres schließen.
Hintergrund für den Rückzug sind Tierversuche, die von der Muttergesellschaft der Plattform, Hong Kong Technology Venture Company, finanziert werden. Laut PETA werden dabei seit 2022 unter anderem Schweine und Schafe für Versuche eingesetzt, bei denen abgetrennte Köpfe und Gliedmaßen über Stunden hinweg funktionsfähig gehalten werden. HKTV selbst bezeichnet die Forschung als explorativ und erklärt, dass ein klinischer oder kommerzieller Nutzen nicht garantiert werden kann.
Nach Angaben von PETA fiel Emmas Entscheidung im Zusammenhang mit Gesprächen mit der Tierschutzorganisation.
Die Entscheidung von Emma bedeutet zwar nicht automatisch, dass die Finanzierung der Versuche vollständig endet. Nach Angaben von PETA haben jedoch inzwischen mindestens vier Unternehmen ihre Geschäftsbeziehung mit HKTV-Mall beendet oder deren Ende angekündigt. Eine Reduktion von Tierversuchen ist damit jedenfalls absehbar.
Unsere Tiere – Das große oe24.TV-Tierschutzmagazin von Sonntag, 06.09.2026, hier in voller Länge sehen. Nächste Ausgabe Unsere Tiere: 14.09.2026, 18:30 Uhr.
Ehemalige Tourismuselefanten werden vergesellschaftet
Ende 2025 kündigte die indonesische Regierung an, touristisches Elefantenreiten und Elefantenvorführungen in Konservierungseinrichtungen zu beenden – ein wichtiger Schritt für ein besseres Leben der Elefanten.
Doch was passiert mit den Tieren, die viele Jahre lang für den Tourismus oder als Arbeitstiere eingesetzt wurden? Genau hier setzt der nächste große Schritt an: In Indonesien ist ein großflächiges Schutzgebiet geplant, in dem künftig rund 100 Sumatra-Elefanten auf mehr als 400 Hektar in einer natürlichen Umgebung leben sollen.
Der Elephant Nature Park in Chiang Mai unterstützt diesen Wandel hin zu einem respektvolleren und artgerechteren Umgang mit Elefanten. Fast einen Monat lang lernten indonesische Mahouts und Fachkräfte für das Wohlergehen von Elefanten gemeinsam mit dem Team des Parks neue Wege kennen: Elefanten besser zu verstehen, Vertrauen aufzubauen, auf ihre Bedürfnisse einzugehen und ihnen ein möglichst natürliches Leben in sozialen Gruppen zu ermöglichen.
Denn Ketten abzunehmen und Elefantenritte zu beenden, ist nur der Anfang. Viele dieser Tiere hatten über Jahre kaum Gelegenheit, natürliche Beziehungen zu anderen Elefanten aufzubauen. Sie wieder mit Artgenossen zusammenzuführen, Freundschaften und Herden entstehen zu lassen und ihre sozialen Bedürfnisse zu berücksichtigen, braucht Zeit, Geduld und Verständnis. Doch das Ergebnis ist es wert. Der Elephant Nature Park selbst nimmt regelmäßig aus isolierter Gefangenschaft gerettete Elefanten am Lebenshof auf und vergesellschaftet sie mit der Gruppe. Die Freude ist nicht zu übersehen.
Die Ausbildung der Mahouts umfasst deshalb unter anderem die Zusammenführung von Herden und eine positive und gewaltfreie Betreuung. Elefantenpflege beginnt mit Vertrauen, nicht mit Kontrolle.
Und die Reise geht weiter: Schon bald wird das Team des Elephant Nature Park nach Indonesien reisen, um die neuen Partner dabei zu unterstützen, die Elefanten in ihrem neuen Schutzgebiet zusammenzuführen.
Hündin gerettet
Viele Jahre schon zieht sich das Drama um einen Tierhalter im Bezirk Braunau. Die Tierschutzbehörde hat ihm schon 2001 ein dauerhaftes Tierhaltungsverbot auferlegt. Allerdings leider nur für landwirtschaftliche Tiere. Trotzdem musste seither das Team des Tierschutzhofs Pfotenhilfe mehrmals im Auftrag der Behörde ausrücken und widerrechtlich gehaltene Ziegen, Hühner und auch Katzen abholen.
Nach einer Meldung, die die Pfotenhilfe wegen einer in den eigenen Exkrementen angebundenen Hündin und anderen Tieren erhielt, durfte die Pfotenhilfe 2025 die Hündin namens Mausi abholen. Der Halter wollte Mausi jedoch unbedingt wiederhaben und brachte eine Beschwerde ein. Wie in der Verhandlung am Landesverwaltungsgericht OÖ im Juni 2026 herauskam, habe sich aber an den Zuständen in seinem zugemüllten Haus und Garten inklusive Glasscherben trotz der sogar vorangekündigten Kontrollen auch nach Monaten so gut wie nichts geändert. „Erschreckendstes Detail der Verhandlung war, dass der Halter nicht nur in einen Kübel neben dem Bett, sondern sogar auf die Hündin urinierte, weshalb diese bei der Abholung nach Menschenurin stank", sagt Pfotenhilfe-Sprecher Jürgen Stadler.
Das Urteil des LVwG wurde erst rund zwei Monate später schriftlich verkündet: Mausi wird nicht zurückgegeben und darf am Tierschutzhof Pfotenhilfe bleiben. Zudem laufe ein Verfahren zur Ausweitung des Tierhaltungsverbots auf Hunde, Katzen und andere Heimtiere.
„Mausi war damals ein total verängstigter Hund. Zudem war sie viel zu dick, sehr verwahrlost mit verfilztem Fell, langen Krallen und hochgradigen Ohrenentzündungen", so Stadler. „Sie hat sich bei uns über die Monate prächtig entwickelt – sowohl körperlich als auch im Umgang mit Menschen und anderen Hunden. Wir konnten ihre Seele wieder heilen und deshalb haben wir gekämpft wie die Löwen, damit Mausi nicht in dieses elende Leben zurück muss."
Für sie startet nun ein neuer Weg mit tierlieben Menschen, die ihr den Respekt schenken, den sie verdient.
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