Nachbarschafts-Fehde
Inzest-Vorwurf: Blutiger Streit im Bergdoktor-Dorf eskaliert völlig
Wie oe24 bereits berichtete, stehen das aus Wolfsburg stammende Geschwisterpaar Carsten (60) und Gabriele Olbrich (64) sowie der Tiroler Schlagersänger Hansi Kiesler (70) dabei im Mittelpunkt. Im September treffen die Kontrahenten erneut vor dem Landesgericht Innsbruck aufeinander – dieses Mal in einem Zivilprozess um Schmerzensgeld.
Nach Angaben der Geschwister begann der Konflikt lange vor der handgreiflichen Auseinandersetzung im Jahr 2022. Besonders schwer wiegen für sie anonyme Verleumdungen, die ihren Ruf nachhaltig beschädigt hätten. So sei 2018 sogar eine gefälschte Internetseite in ihrem Namen erstellt worden, auf der ihnen eine sexuelle Beziehung unterstellt wurde. Die Inhalte führten zu Ermittlungen des Landeskriminalamts und einer Hausdurchsuchung. Das Verfahren wegen des Verdachts auf Blutschande wurde später eingestellt, weil sich die Vorwürfe nicht bestätigen ließen.
"Es ist möglich, dass Nachbarn hier treibende Kräfte sind, aber die Straftaten gehen weit über einen Nachbarschaftsstreit hinaus und zielen darauf ab, unser Leben und unseren Ruf zu zerstören", sagt Carsten Olbrich zur BILD. Seine Schwester erinnert sich an die damalige Zeit: "Wir haben nur noch geheult." Zum Inzest-Vorwurf sagen die Olbrichs: "Wir sind nicht verheiratet! Wir sind Geschwister! Und lieben uns!"
"Was willst du, du Oarschloch?"
Auf einem Handyvideo ist zu hören, wie Kiesler seinem Kontrahenten "Was willst du, du Oarschloch?" entgegenruft. Carsten Olbrich behauptet zudem, der Sänger habe ihm gedroht: "Ich schlag dich tot, du Kinderf*****."
Über den weiteren Ablauf gehen die Darstellungen jedoch weit auseinander.
Prügelei nach Streit beim Abendspaziergang
Im Juli 2022 eskalierte der jahrelange Konflikt schließlich. Bei einem abendlichen Spaziergang mit ihrem Dobermann trafen die Olbrichs auf Hansi Kiesler und dessen Familie. Nach einem hitzigen Wortgefecht kam es zu einer handfesten Auseinandersetzung.
Die Olbrichs geben an, Kiesler habe sie zusammengeschlagen. Laut ärztlichen Befunden erlitt Carsten Olbrich unter anderem einen Trommelfellriss, eine Rippenfraktur sowie Verletzungen an Lippe und Zähnen. Gabriele Olbrich zog sich einen Nasenbeinbruch sowie Kopf- und Brustprellungen zu.
Kiesler schildert den Vorfall völlig anders. Er habe lediglich seiner Tochter helfen wollen, nachdem diese durch den Dobermann bedroht worden sei. Als er das Handy seines Nachbarn weggeschlagen habe, sei der Hund auf ihn losgegangen. Carsten Olbrich sei dabei auf eine Bank gestürzt und habe sich verletzt. Gabriele Olbrich habe ihn an den Haaren gezogen, woraufhin er "zurückgehauen" habe.
Zivilprozess im September
Nach einem Strafverfahren, in dem Kiesler zu einer Geldzahlung von insgesamt 1.500 Euro verurteilt wurde, folgt nun das zivilrechtliche Nachspiel. Die Geschwister fordern Schmerzensgeld: Carsten Olbrich verlangt 75.000 Euro, seine Schwester weitere 24.000 Euro – insgesamt also 99.000 Euro.
Auch interessant
Für die Geschwister steht der Rechtsstreit stellvertretend für ihre Situation im Ort. "Wir haben hier zu keinem mehr Kontakt", sagt Carsten Olbrich. Er wirft Nachbarn und Behörden vor, Vorfälle nicht ausreichend aufzuklären und die Probleme zu ignorieren. Dennoch wollen die beiden Ellmau nicht verlassen: "Das ist unser Nest, das wir uns aufgebaut haben." Im September wird nun ein Gericht klären müssen, welche Version der Ereignisse glaubhaft ist.
OE24 TV Live-Stream
OE24 TV Live-Stream
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden