Vitalitätstest
Ist Ihr Rasen noch zu retten? Mit DIESEM Test finden Sie es heraus
Braune Halme, ausgedörrte Flächen, kein sattes Grün weit und breit: Nach einem heißen und trockenen Sommer sieht so mancher Rasen aus, als wäre er endgültig verloren. Viele Gartenbesitzer fragen sich jetzt panisch: Ist mein Rasen komplett verbrannt? Muss ich im Herbst alles neu machen? Bevor Sie jedoch schweres Gerät auffahren oder Unsummen für neues Saatgut ausgeben, machen Sie den ultimativen Vitalitätstest.
Rasen kann oft gerettet werden
Was für uns wie die totale Zerstörung aussieht, ist in den meisten Fällen ein cleverer Überlebenstrick der Natur. Bei extremer Hitze und wochenlangem Wassermangel fallen Gräser in eine sogenannte Dormanz – einen biologischen Schutz- und Sommerschlaf. Um zu überleben, zieht die Pflanze alle verbleibenden Nährstoffe und das letzte bisschen Feuchtigkeit aus den Halmen in ihre Wurzeln zurück. Das Resultat? Die oberirdischen Halme vertrocknen, werden strohig und braun. Doch unter der Erde pocht oft noch das Leben. Wie finden Sie nun heraus, ob Ihr Rasen nur tief schlummert oder tatsächlich den Hitzetod gestorben ist? Dafür gibt es zwei einfache Tests.
Der 3-Sekunden-Zupf-Test
Gehen Sie nach draußen und suchen Sie sich eine besonders stark betroffene, braune Stelle in Ihrem Rasen. Greifen Sie ein kleines Büschel des vertrockneten Grases und ziehen Sie kräftig daran.
Sitzt fest? Ihr Rasen lebt. Wenn die Halme starken Widerstand leisten und sich nicht aus dem Boden lösen, ist das Wurzelsystem intakt. Wer ganz genau hinsieht, erkennt unten an der Basis oft noch kleine, zähe Triebe.
Löst sich mühelos? Haben Sie das Büschel fast ohne Widerstand mitsamt der Wurzeln in der Hand, sieht es leider düster aus. An dieser Stelle sind Wachstumspunkt und Wurzelwerk abgestorben.
Der Wurzelcheck für 100 % Gewissheit
Sie wollen absolut sichergehen? Stechen Sie ein kleines, etwa faustgroßes Stück der braunen Grasnarbe aus und legen Sie es für rund 30 Minuten in eine Schale mit Wasser. Die ausgetrocknete Erde weicht auf und fällt ab. Drehen Sie das Stück um und prüfen Sie die Wurzeln auf der Unterseite:
Sind feine, weiße oder cremefarbene Wurzelstränge erkennbar? Die Pflanze ist vital und gesund. Sind die Wurzeln hingegen schwarz, matschig oder extrem brüchig, ist der Patient an dieser Stelle leider nicht mehr zu retten.
Der Erste-Hilfe-Plan: Das ist jetzt zu tun
Szenario A: Er lebt (Nur im Sommerschlaf)
Lassen Sie den Vertikutierer unbedingt noch im Schuppen, das würde die geschwächten Pflanzen jetzt nur komplett zerstören. Was Ihr Rasen jetzt braucht, ist tiefgründige Feuchtigkeit. Wässern Sie ihn nicht täglich ein bisschen, sondern zwei- bis dreimal pro Woche durchdringend (ca. 15 bis 20 Liter pro Quadratmeter). So gelangt das Wasser bis tief an die schlafenden Wurzeln. Mit etwas Geduld erstrahlt die Wiese in 3 bis 4 Wochen wieder in saftigem Grün, ganz ohne einen Cent für neue Samen auszugeben.
Szenario B: Er ist leider tot
Ließ sich das Gras samt Wurzeln einfach herausziehen, kommen Sie um eine Nachsaat der braunen Flecken nicht herum. Die gute Nachricht: Genau jetzt (Ende August bis September) ist die absolute Bestzeit dafür. Der Boden ist vom Sommer noch herrlich aufgewärmt, die Nächte werden kühler und die Niederschläge nehmen langsam wieder zu. Das sind die Idealbedingungen, damit die frischen Samen vor dem ersten Frost noch schnell und kräftig einwurzeln.
Fehler im Artikel gefunden?Jetzt melden