Appell des Vaters
Italien geschockt: Warum musste Lorena sterben?
Rom. Ein brutaler Frauenmord schockt Italien. Nach der Tötung einer 45-jährigen Frau, Lorena Isceri, die am Donnerstag von ihrem Ex-Freund von einer Autobahnbrücke nahe Florenz geworfen wurde, hat ihr Vater in einem bewegenden Appell die italienische Politik zu einem gemeinsamen Vorgehen gegen Gewalt an Frauen aufgerufen. "Treffen Sie einstimmig Maßnahmen, damit Tragödien wie diese nicht mehr geschehen", sagte Franco Isceri in einem Video.
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Lorena Isceri war am Donnerstag auf der Autobahn A1 bei Barberino del Mugello nahe Florenz von ihrem 36-jährigen Ex-Partner Federico Vella getötet worden – oe24 berichtete. Vella verübte anschließend Suizid. "Lorena hatte so viele Träume und Pläne, aber jetzt hat sie sie nicht mehr", sagte der Vater unter Tränen. Mit seiner Tochter sei auch "die Lebensfreude einer zerstörten Familie" begraben worden. Er wandte sich an den italienischen Staatspräsidenten Sergio Mattarella, Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und die gesamte politische Klasse.
Trennung erst wenige Wochen her
Isceri und Vella sollen sich erst vor wenigen Wochen getrennt haben. Nach Einschätzung der Ermittler könnte Vella die Trennung nicht akzeptiert haben.
Der 36-Jährige arbeitete als Manager einer Autovermietung. Isceri war Führungskraft in der Veterinärbranche.
Meloni: "Gemeinsam weiter nach Lösungen suchen"
Meloni reagierte auf den Appell und erklärte, angesichts einer solchen Tragödie könne niemand glauben, dass die bisherigen Maßnahmen ausreichten. Jede Frau, die von einem Menschen getötet werde, der versprochen habe, sie zu lieben, zu verteidigen und zu beschützen, sei eine Niederlage für alle. "Wir müssen gemeinsam weiter nach Lösungen suchen", schrieb die Ministerpräsidentin.
Auch die Vorsitzende der oppositionellen Partito Democratico, Elly Schlein, unterstützte die Forderungen des Vaters. Sie dankte ihm dafür, trotz seines großen persönlichen Leids konkrete Vorschläge gemacht zu haben. Vize-Regierungschef und Außenminister Antonio Tajani erklärte, er werde sich persönlich und gemeinsam mit seiner Partei dafür einsetzen, dass der Appell "jenseits jeder ideologischen Grenze" nicht ungehört bleibe.
Familienministerin Eugenia Roccella bezeichnete die Worte Isceris als starken Anstoß, noch entschlossener zu handeln. Auch weitere Oppositionsparteien unterstützten den Aufruf. Die Familie von Lorena Isceri lebt in Squinzano in der süditalienischen Provinz Lecce in Apulien. Die Frau war zuletzt dorthin zurückgekehrt, weil sie Angst vor ihrem früheren Partner hatte, wie ihre Mutter berichtete. Lorena lebte in Florenz und hatte Vella dort vor rund zwei Jahren in einem Fitnessstudio kennengelernt.
34 Femizide im ersten Halbjahr in Italien
Nach Angaben des italienischen Innenministeriums wurden im ersten Halbjahr 2026 in Italien 34 Frauen Opfer von Tötungsdelikten. Darunter waren 26 Fälle vorsätzlicher Tötung und acht Fälle, die als spezifischer Femizid eingestuft wurden. Damit sank die Zahl der weiblichen Opfer gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 37 Prozent.
(S E R V I C E - In Österreich Hilfeangebote des Vereins AÖF: Die Frauen-Helpline gegen Gewalt 0800/222-555 steht rund um die Uhr, mehrsprachig, anonym und kostenlos allen Frauen, Angehörigen und Interessierten zur Verfügung: www.frauenhelpline.at ; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at
Die Wiener Polizei ist Ansprechpartner für Personen, die Gewalt wahrnehmen oder selbst Opfer von Gewalt sind. Der Polizei-Notruf ist unter der Nummer 133 jederzeit erreichbar. Die Kriminalprävention des Landeskriminalamt Wiens bietet darüber hinaus persönliche Beratungen unter der Hotline 0800/216346 an.
Weitere Anlaufstellen für Gewaltopfer: Gewaltschutzzentrum Wien: https://www.gewaltschutzzentrum.at/wien/ 01/585-32-88 - 24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien: 01-71719 - Wiener Frauenhaus-Notruf 057722 - Österreichische Gewaltschutzzentren: 0800/700-217)
Onlineberatung HelpChat "Halt der Gewalt" (tägl. 18-22 Uhr und jeden Fr. von 9-23 Uhr): https://haltdergewalt.at
Bei Suizidgefährdung: Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter www.suizid-praevention.gv.at finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.)
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