Freie Fahrt

Italien schafft Mautschranken ab – doch jetzt drohen hohe Strafen

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Schranken, Tickets und lange Warteschlangen könnten auf Italiens Autobahnen bald Geschichte sein. Das "Free Flow"-System breitet sich aus – doch für Autofahrer gibt es eine wichtige Falle.
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Auf immer mehr italienischen Autobahnen sollen Autofahrer künftig einfach durchfahren können. Statt an einer Mautstation anzuhalten, geht es unter speziellen Mautbrücken hindurch.

Kameras und Sensoren erfassen dabei Kennzeichen und Fahrzeug und registrieren, welche Strecke gefahren wurde. Anschließend wird die fällige Maut berechnet.

Noch ist das System allerdings längst nicht flächendeckend eingeführt. Derzeit sind weniger als 200 Kilometer des rund 7000 Kilometer langen italienischen Autobahnnetzes auf "Free Flow" umgestellt.

Wer einen Telepass hat, muss nichts tun

Für Autofahrer mit einem Telepass oder einem anderen zugelassenen elektronischen Mautdienst ändert sich wenig. Die Gebühr wird weiterhin automatisch abgebucht.

Wer ohne elektronisches Mautgerät unterwegs ist, muss dagegen selbst aktiv werden. Nach der Fahrt bleiben 15 Tage, um die Maut über die offiziellen Online-Angebote der Betreiber, deren Apps oder ausgewiesene Verkaufsstellen zu bezahlen.

Diese Autobahnen sind schon dabei

Bereits genutzt wird "Free Flow" unter anderem auf der A36 in der Lombardei, der A33 Asti-Cuneo, der A59 bei Como und der A60 bei Varese. Dazu kommen weitere kürzere Streckenabschnitte im Nordwesten Italiens.

Das Ziel: weniger Staus an Mautstationen und ein flüssigerer Verkehr. Ein völlig neues Konzept ist das System allerdings nicht – ähnliche Lösungen gibt es bereits in anderen europäischen Ländern.

Wer die Maut vergisst, zahlt drauf

Wer die 15-Tage-Frist verstreichen lässt, bekommt zunächst eine Zahlungsaufforderung. Wird weiterhin nicht bezahlt, kann der Fall an die Polizei weitergegeben werden.

Dann drohen 87 bis 344 Euro Bußgeld – zusätzlich zur offenen Maut und möglichen weiteren Kosten. Außerdem können zwei Punkte vom Führerschein abgezogen werden.

Achtung vor falschen Maut-Nachrichten

Mit der neuen Technik nehmen auch Betrugsversuche zu. Autobahnbetreiber warnen vor gefälschten SMS, E-Mails und WhatsApp-Nachrichten, in denen angeblich eine offene Maut eingefordert wird.

Wer eine solche Nachricht erhält, sollte keinesfalls auf den Zahlungslink klicken. Ob tatsächlich eine Maut offen ist, lässt sich ausschließlich über die offiziellen Apps oder Websites des jeweiligen Autobahnbetreibers überprüfen.

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