Traktor-WM

Tradition oder Irrsinn? 450 Traktoren sorgen für Klima-Streit

© Tourismusverband Bruck Fusch
Mitten im Nationalpark Hohe Tauern sorgt eine beliebte Traditionsveranstaltung für heftige Diskussionen.
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Im September sollen erneut rund 450 Oldtimer-Traktoren die Großglockner Hochalpenstraße hinauftuckern. Während Fans von einem einzigartigen Spektakel sprechen, sehen Kritiker darin einen "anachronistischen Irrsinn".

Grüne laufen gegen Traktor-WM Sturm

Bei der Oldtimer-Traktoren-Weltmeisterschaft geht es nicht um Geschwindigkeit, sondern um Gleichmäßigkeit. Die Teilnehmer müssen mit ihren historischen Fahrzeugen möglichst konstant die Serpentinen zwischen Ferleiten und dem Fuschertörl bewältigen. Für den Salzburger Grünen-Abgeordneten Simon Heilig-Hofbauer ist die Veranstaltung jedoch alles andere als zeitgemäß.

"Dass man in Zeiten von Erdüberhitzung, Energiekrise und Gletschersterben 450 Oldtimer-Traktoren über den höchsten Berg Österreichs fahren lässt, ist anachronistischer Irrsinn", kritisiert er.

Schadstoffwerte sorgen für Diskussionen

© Tourismusverband Bruck Fusch

Besonders brisant: Frühere Messungen des Landes Salzburg hatten bereits auf eine deutliche Belastung durch die alten Dieselmotoren hingewiesen. Demnach lagen die Schadstoffwerte während der Veranstaltung zeitweise sogar über jenen einer Autobahn-Messstelle.

Laut einer Stellungnahme aus dem Jahr 2021 stiegen die Konzentrationen von Stickstoffoxiden und Feinstaub während des Events kurzfristig deutlich an. Die Grünen sehen deshalb die Bewilligung der Veranstaltung kritisch und sprechen von offenen Umweltfragen.

Land Salzburg verteidigt die Bewilligung

Die schwarz-blaue Landesregierung weist die Kritik zurück. In einer Anfragebeantwortung wird betont, dass sämtliche gesetzlichen Vorgaben eingehalten worden seien. Entscheidend seien die geltenden Grenzwerte, und diese seien bei den bisherigen Veranstaltungen nicht überschritten worden. Für das Land steht daher fest: Die Traktor-WM kann auch heuer stattfinden.

Tradition oder Umweltproblem?

Die Veranstaltung findet heuer bereits zum 24. Mal statt und lockt jedes Jahr zahlreiche Teilnehmer und Zuschauer an den Großglockner. Für viele ist das Treffen historischer Landmaschinen ein Stück gelebte Tradition und Technikgeschichte. Kritiker fragen hingegen, ob Großveranstaltungen mit hunderten alten Dieselfahrzeugen noch in die heutige Zeit passen. Damit dürfte die Debatte rund um die Traktor-WM auch in den kommenden Monaten weitergehen.

Fest steht: Wenn im September wieder hunderte historische Traktoren den Großglockner erklimmen, werden nicht nur Motoren aufheulen – sondern auch die politischen Gemüter.

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