Jobs vor dem Aus?

Auswanderungswelle: Immer mehr Top-Konzerne kehren Europa den Rücken

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Ein massiver Job-Schock erschüttert die deutsche Industrie und lässt auch in Österreich die Alarmglocken schrillen: 100.000 Stellen stehen beim wichtigsten Handelspartner vor dem Aus.
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Die wirtschaftliche Krise beim engsten Nachbarn und wichtigsten Wirtschaftspartner Österreichs verschärft sich dramatisch. Immer mehr Unternehmen planen ihre Zukunft im Ausland und streichen zu Hause massiv Arbeitsplätze. Eine aktuelle Umfrage der Stuttgarter Beratungsgesellschaft Horváth unter 1.000 Betrieben in Zusammenarbeit mit dem "Handelsblatt" zeigt das ganze Ausmaß: 60 Prozent der Firmen rechnen bis 2030 mit einem weiteren Stellenabbau. Allein in diesem Jahr könnten bis zu 100.000 Industrie-Jobs verschwinden – ein Beben, das vor allem die Autoindustrie, den Maschinenbau und den Bausektor trifft und über die Lieferketten auch direkte Auswirkungen auf Österreichs Wirtschaft haben dürfte.

Hohe Personalkosten als Bremse

Überraschend ist, dass die oft kritisierte Bürokratie von den Managern nicht als der Hauptgrund für den Rückzug genannt wird. Nur jedes fünfte Unternehmen sieht darin ein entscheidendes Hindernis. Das größte Problem sind vielmehr die enormen Personalkosten, die auch heimische Betriebe zunehmend belasten. BASF-Chef Markus Kamieth erklärt dazu: "Die Personalkosten belasten uns in Deutschland mehr noch als die gestiegenen Energiepreise." Die Bundesregierung steht unter enormem Druck, während hohe Steuern und eine schwache Nachfrage die Lage weiter verschärfen.

Auslandsmärkte boomen auf Kosten Europas

Chemische Industrie
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Die Gewinner dieser Entwicklung liegen außerhalb Europas. Nur noch 16 Prozent der befragten Betriebe wollen am heimischen Standort überhaupt noch Personal aufbauen. Neue Jobs entstehen stattdessen in Indien, China, Nordamerika, dem Nahen Osten und Afrika. Fast jedes Industrieunternehmen will vor allem in Indien expandieren. Unter dem Titel "Grow without Growing" erwarten Firmen zwar rund vier Prozent Umsatzwachstum, neue Stellen werden jedoch fast nur noch durch Automatisierung und Künstliche Intelligenz aufgefangen. Rund 40 Prozent der Budgets verbleiben zwar im Land, fließen laut Horváth-Studienleiter Ralf Sauter aber überwiegend in die reine Erhaltung bestehender Anlagen.

Kahlschlag bei bekannten Konzernen

Der Trend zur Abwanderung ist längst bittere Realität. Der Chemiekonzern Evonik streicht weitere 3.200 Stellen. Boehringer Ingelheim investiert Milliarden in den USA und verzichtet dafür auf Großinvestitionen von bis zu 900 Millionen Euro in Europa. Siemens Energy steckt eine Milliarde Dollar in den Ausbau der US-Produktion und schafft dort 1.500 Jobs, während auch Mercedes-Benz sieben Milliarden Dollar in den Ausbau seiner Fertigung in Alabama (USA) investiert. Das neue Prinzip lautet "Local for local". Klaus Geißdörfer, Chef des Ventilatorenherstellers EBM Papst, bringt die Strategie auf den Punkt: "Wir verbinden und produzieren dort, wo unsere Kunden sind – und wo Märkte wachsen."

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