Genialer Fund

KHM zeigt 1.800 Jahre alte Smartwatch der Römer

© KHM-Museumsverband
Wer heute die Uhrzeit wissen will, blickt aufs Smartphone. Doch schon die Römer nutzten vor 1.800 Jahren erstaunliche Taschensonnenuhren. Ein seltenes Exemplar ist nun in Wien zu bestaunen.
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Das Kunsthistorische Museum (KHM) in Wien rückt ein echtes Meisterwerk antiker Technik in den Fokus. Die nur vier Zentimeter kleine Bronzedose gilt quasi als die Smartwatch der Antike. Zu sehen ist das seltene Stück im Rahmen der Ausstellungsreihe "Vitrine EXTRA" ab Freitag in der Antikensammlung des Museums. Die Schau läuft bis Sonntag, 14. März 2027.

Hightech für die antike Reise

Die kleine Taschensonnenuhr entstand nach der Mitte des 2. Jahrhunderts nach Christus. Auf ihrem Deckel prangt das Porträt des römischen Kaisers Antoninus Pius. Das wahre Highlight verbirgt sich aber im Inneren: Das Gadget verfügt über vier auswechselbare Einlagescheiben. Da eine Sonnenuhr je nach Breitengrad stets angepasst werden muss, konnten Reisende so die Skalen für verschiedene Orte des römischen Reiches – von Britannien bis Ägypten – einfach austauschen.

Antikes Statussymbol

Die seltenen Uhren sind bis Mitte März im Kunsthistorischen Museum ausgestellt. © KHM-Museumsverband

Alltäglich war dieses Instrument keineswegs. Material und Verarbeitung deuten laut Experten darauf hin, dass die Uhr ein Statussymbol der wohlhabenden Elite war. Heute sind weltweit nur noch etwa 20 Exemplare bekannt, wobei das Wiener Stück das vermutlich vollständigste ist.

Das Smartphone der Römer

Georg Plattner, Direktor der Antikensammlung, erklärt dazu: "Dieses Objekt ist ein faszinierendes Stück antiker Geschichte – eine auf den ersten Blick unscheinbare, aber durchdachte und geniale Konstruktion, die auf jahrhundertelanger mathematischer und astronomischer Forschung beruht." Es sei damals das gewesen, was heute ein neuestes Smartphone oder eine luxuriöse Armbanduhr darstellen.

Über eines mussten die Römer sich - im Gegensatz zu uns - keine Sorgen machen: Den Datenschutz. Die antiken Taschenuhren hörten unsere Gespräche nicht mit, so wie es die neusten Apple Watches tun!

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