Ukraine
Kiew meldet nach Gesprächen mit US-Gesandten neue Angriffe
Kiew (Kyjiw)/Moskau. Nach einer kurzzeitigen Feuerpause während des Besuchs der Unterhändler von US-Präsident Donald Trump in der Ukraine hat Russland seine Luftangriffe auf Kiew wieder aufgenommen. In der Nacht auf Dienstag wurden Explosionen aus der ukrainischen Hauptstadt gemeldet, mehrere Wohnhäuser, Lagerhallen, eine Schule und Autos seien im Zuge der Raketen- und Drohnenangriffe beschädigt worden, berichteten örtliche Medien. Es gebe mindestens zwei Tote und sieben Verletzte.
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Das genaue Ausmaß der Angriffe und Schäden war in der Früh noch unklar. Auch in anderen, teils weit im Hinterland liegenden Regionen der Ukraine wurde Luftalarm ausgelöst. Im westlichen Nachbarland Polen wurde die Luftabwehr in Alarmbereitschaft versetzt, wie das Militär mitteilte.
Russland meldet ukrainische Angriffe im Gebiet Saratow
Aus dem russischen Gebiet Saratow, rund 500 Kilometer östlich der ukrainischen Grenze, wurden ebenfalls Angriffe gemeldet. Ukrainische Drohnen hätten zivile Einrichtungen getroffen, nach ersten Erkenntnissen seien mehrere Menschen verletzt worden, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Verweis auf den Gouverneur von Saratow. Alle verfügbaren Rettungskräfte seien im Einsatz, hieß es. Die Angaben beider Kriegsparteien konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Kampfpause übers Wochenende
Trumps Gesandter Steve Witkoff und der Schwiegersohn des US-Präsidenten, Jared Kushner, hatten am Wochenende zum wiederholten Mal Moskau und danach erstmals auch Kiew besucht. Dort verhandelten sie mit Russlands Präsident Wladimir Putin und dem ukrainischen Staatschef Wolodymyr Selenskyj über mögliche Lösungswege zur Beendigung des Krieges, den Russland mit seinem Einmarsch ins Nachbarland im Februar 2022 begonnen hatte. Ergebnisse der Gespräche wurden nicht bekannt.
Die Kriegsparteien hatten sich bereit erklärt, während des Besuchs der US-Gesandten auf Luftangriffe auf die jeweiligen Hauptstädte zu verzichten.
In den Wochen vor der Ankunft Kushners und Witkoffs in Kiew hatte Russland die Ukraine verstärkt mit Drohnen, Marschflugkörpern und ballistischen Raketen angegriffen, während die ukrainischen Streitkräfte überwiegend auf schnelle und weitreichende Drohnen, aber auch auf Marschflugkörper setzten.
Bei ihrem Abwehrkampf gegen die russische Invasion und ständigen Luftangriffe ist die Ukraine auf Hilfe westlicher Staaten angewiesen. Großbritannien sagte der Ukraine am Dienstag ein zusätzliches Paket zur Luftverteidigung im kommenden Winter zu. Es habe ein Volumen von 100 Millionen Pfund (rund 117 Millionen Euro) und werde unter anderem Patriot-Luftabwehrraketen umfassen, teilte die Regierung am in London mit. Damit solle die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine gegen russische Angriffe gestärkt werden.
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