Neues Satire-Video

Kinderbetreuungs-Eklat: KI-Künstler verspottet Stocker

KI-Video zeigt: Bundeskanzler Stocker in Lederjacke und Sonnenbrille singt in ein Mikrofon.
© Instagram/al_pigeone
Ein satirisches KI-Video nimmt den umstrittenen Kinderbetreuungs-Sager von Bundeskanzler Christian Stocker aufs Korn.
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Vergangenen Donnerstag sorgte Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) im Rahmen seiner Sommertour bei Bürgergesprächen in Salzburg für heftige Diskussionen. Auf die Frage einer Frau, wie die Regierung Mütter bei der Erziehung mehr unterstützen wolle, stellte er klar: "Kinderbetreuung ist für mich keine unbezahlte Arbeit." Nach massiver öffentlicher Kritik aus den Reihen der Opposition, des Koalitionspartners und der eigenen Partei lenkte Stocker am Freitag zwar ein und entschuldigte sich öffentlich, doch die Debatte ist damit noch lange nicht beendet.

Stocker als Rockstar auf Instagram

Als digitale Reaktion auf den Skandal-Sager meldete sich nun der KI-Künstler "Al Pigeone" auf Instagram zu Wort. In einem satirischen Clip präsentiert er den Kanzler in einer schwarzen Lederjacke als Musiker auf einer Bühne. Das Video bedient sich dabei an dem Schlager-Klassiker "Das bißchen Haushalt ... sagt mein Mann" von Johanna von Koczian aus dem Jahr 1977. Der KI-generierte Stocker singt passend dazu Zeilen wie: "Das bisschen Haushalt macht sich von allein, denk ich mir. Um Kinder kümmern kann, so schlimm nicht sein, denk ich mir."

Weiter im Video lässt "Al Pigeone" in seinem KI-Video Stocker sagen: "Wie eine Frau sich überhaupt echauffiert, ist unbegreiflich, denk ich mir. Das bisschen Kochen ist doch halb so wild, denk ich mir. Was für die Kinder ganz genauso gilt, denk ich mir. Wie eine Frau von heut darüber diskutiert, ist mir ein Rätsel, denk ich mir. Und was ich denke, das stimmt haargenau. Ich muss das wissen, ich hab Kinder und 'ne Frau."

Währenddessen werden Aufnahmen von Müttern eingeblendet, die ihren beschwerlichen Alltag zwischen Kochen, Wäsche waschen, Einkaufen und der Kinderbetreuung stemmen.

Der Künstler "Al Pigeone" ist kein Unbekannter: Er sorgte bereits mit einem KI-Clip im "Game of Thrones"-Stil rund um SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig für mediales Aufsehen – oe24 berichtete.

Das Original von Johanna von Koczian "Das bißchen Haushalt ... sagt mein Mann" (1977):

Protest vor dem Bundeskanzleramt

Neben dem digitalen Spott formierte sich am Montag auch Protest auf der Straße. Rund 200 Personen versammelten sich zu einer Spontandemo der Initiative "Frauen*Streiken" direkt vor dem Bundeskanzleramt in Wien. Unter dem Motto "Es reicht!" wollten die Teilnehmerinnen laut Vorfeld-Informationen dem Kanzler zeigen, "wer die wichtigste Arbeit in Österreich leistet". Mit dabei war auch Stefanie Fladenhofer – jene Frau, die mit ihrer Frage an den Kanzler in Salzburg den Stein überhaupt erst ins Rollen gebracht hatte.

Frau hält Schild bei einer Demonstration in Wien mit vielen Menschen im Hintergrund.
ine Person mit einem Schild im Rahmen einer Demonstration des Aktionsbündnis FRAUEN*Streiken 'Bundeskanzler Stocker verhöhnt Österreichs Frauen und ihre Leistungen: Österreichs Frauen* sagen: 'Es reicht!' - Unsere Geduld ist zu Ende! Wir organisieren uns!' am Montag, 10. August 2026, in Wien. © APA/MAX SLOVENCIK

Kanzler weilt in der Türkei

Ob ihr die Entschuldigung des ÖVP-Chefs reiche, beantwortete "Steffi" im oe24.TV-Interview mit einem klaren "Nein". Sie erklärte weiter: "Liebe bezahlt keine Rechnungen." Für sie sei es wichtig, dass die Problematik endlich auf den Tisch komme: "Es wird an allen Ecken und Enden kleingeredet. Und es gehört mehr darüber geredet, damit endlich etwas passiert."

Stefanie Fladenhofer im oe24.TV-Interview
Stefanie Fladenhofer im oe24.TV-Interview © oe24.TV

Stocker selbst konnte die Protestkundgebung aus seinem Büro allerdings nicht beobachten. Der Bundeskanzler hielt sich am Montag für ein Treffen mit Präsident Recep Tayyip Erdoğan in der Türkei auf.

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