Die Bilanz
ÖFB-Team sorgte für magische WM
Sie reichten aus, um Österreich vom drohenden WM-Aus ins Sechzehntelfinale zu katapultieren. Saša Kalajdžić köpfte in der fünften Minute der Nachspielzeit gegen Algerien zum 3:3 und schrieb damit eine der denkwürdigsten Szenen dieser XXL-WM. Nicht umsonst schaffte es das Gruppenfinale in die FIFA-Auswahl der acht magischen Spiele des Turniers.
WM startete mit einer Hiobsbotschaft
Für Österreich war es die erste Weltmeisterschaft seit 1998 – und die erste K.-o.-Phase seit 72 Jahren. Erst der spätere Finalist Spanien beendete den rot-weiß-roten Lauf mit einem 3:0 im Sechzehntelfinale.
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So turbulent der historische Aufstieg auch verlief – Österreichs WM hatte mit einem schmerzhaften Rückschlag begonnen. Christoph Baumgartner verletzte sich wenige Tage vor dem Turnierstart. Ausgerechnet jener Spieler, um den Ralf Rangnick sein Pressingsystem aufgebaut hatte, musste von außen zusehen. Doch wirklich außen vor war der 25-Jährige nie. "Es reicht jetzt mit dem Mitleid", hatte "Baumi" klargestellt.
Historische WM bringt Generationenwechsel
Als Romano Schmid gegen Jordanien Österreichs ersten WM-Treffer seit 1998 erzielte, galt sein erster Jubel der Ersatzbank. Von dort aus erlebte Baumgartner die WM-Premieren von Paul Wanner und Carney Chukwuemeka – und schließlich auch den emotionalen Abschied von Marko Arnautovic. Nach unerreichten 137 Länderspielen und 49 Toren verabschiedete sich einer der prägendsten österreichischen Fußballer seiner Generation. Viel wichtiger aber: Der 37-Jährige ist auch der älteste ÖFB-Torschütze bei einer WM. Mit dem gegen Jordanien versenkten Elfer zum 3:1 löste er Toni Polster ab, gegen Algerien gelang ihm das wichtige 1:0.
"Es trifft mich zum Schluss, dass ich meine zweite Familie ab jetzt nicht mehr am Platz sehen werde", sagte Arnautovic nach seinem letzten Spiel. Da blieben auch auf den Rängen kaum Augen trocken. Tausende rot-weiß-rote Anhänger hatten das Nationalteam durch Nordamerika begleitet, lange Reisen und hohe Kosten auf sich genommen. Wer auf den Trip nach Übersee verzichtete, stellte daheim für die nächtlichen Anstoßzeiten den Wecker. Fast eine Million Österreicher sollte das nicht bereuen – sie wurden mit dem größten TV-Moment seit Edi Fingers legendärem "I werd narrisch" belohnt.
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TV-Duell an Servus, ORF gewinnt Herzen
Im gesamten WM-Quotenduell hatte zwar ServusTV mit dem zur Primetime ausgestrahlten Argentinien-Spiel (2,1 Mio. Zuschauer) die Nase vorne. Den emotionalsten Fernsehmoment lieferte aber der ORF. Als Kalajdžić um exakt 5.57 Uhr den rettenden Ausgleich gegen Algerien köpfte, sahen 963.000 Frühaufsteher live zu – ein Rekord für diese Sendezeit. Kommentator Daniel Warmuth brachte nur ein ungläubiges "Bist ... du ... deppert ..." heraus. Drei Worte, die diese rot-weiß-rote Weltmeisterschaft besser zusammenfassten als jedes Statistikspiel.
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