Kostjantyniwka
Russland nimmt nächste Großstadt in der Ukraine ein
Moskau hat am Freitag die Einnahme der ostukrainischen Stadt Kostjantyniwka gemeldet.
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"Die Stadt steht nun vollständig unter unserer Kontrolle", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow vor Journalisten. Kostjantyniwka ist ein strategisch wichtiger Stützpunkt auf dem Weg zu den letzten größeren Städten in der Donbass-Region, die noch unter der Kontrolle Kiews stehen.
Zuvor waren bei einer groß angelegten ukrainischen Offensive am Freitag nach russischen Angaben mindestens zehn Menschen getötet worden. Bei einer Drohnenattacke auf einen Markt in Tokmak, im von Russland kontrollierten Teil der ukrainischen Region Saporischschja, wurden etwa fünf Menschen getötet und 18 weitere verletzt, erklärte der örtliche Gouverneur im Onlinedienst Telegram.
Bei einem Raketenangriff auf Belgorod sei eine Frau in ihrem Auto durch Splitterverletzungen gestorben, wie der Bürgermeister der Stadt mitteilte. Dabei sei auch zivile Infrastruktur beschädigt worden, es habe Probleme bei der Strom- und Wasserversorgung gegeben. Zudem sei in der Region Brjansk ein Mann von einer Kamikaze-Drohne getötet worden, teilte der örtliche Gouverneur mit. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden.
Größere Teile der Krim ohne Strom
Wiederholte ukrainische Drohnenangriffe sorgten auf der von Russland besetzten ukrainischen Halbinsel Krim in größeren Gebieten für Stromausfälle. "Derzeit sind mehr als zehn Bezirke ganz oder teilweise ohne Strom", wurde der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow von der Agentur Tass zitiert. "Der Feind greift das Stromnetz der Halbinsel täglich mit Drohnen an." Die Lage sei schwierig. Er machte keine Angaben darüber, wie viele Menschen von den Stromabschaltungen betroffen seien.
Außerdem griff die Ukraine zwei russische Luftwaffenstützpunkte auf der Krim an. Ziel seien Kampfflugzeuge und Drohnendepots gewesen, wie der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU auf Telegram meldete. Betroffen waren demnach die Stützpunkte Hwardijske und Saki. Letzterer sei in dieser Woche bereits zum zweiten Mal attackiert worden. Die dort stationierten Flugzeuge seien beschädigt oder zerstört worden, hieß es nach Angaben des SBU weiter. Eine russische Stellungnahme lag zunächst nicht vor.
Die ukrainischen Streitkräfte zerstörten auf der Krim auch nach Angaben des Generalstabs in Kiew eine Brücke im Gebiet Krasnogwardejsk im Zentrum der Halbinsel vollständig. Damit sei die Versorgung der Fronten im Osten der Ukraine mit Nachschub deutlich erschwert worden. Daneben seien Radaranlagen sowie eine Anlage zur elektronischen Aufklärung bei Sewastopol von Drohnen angegriffen worden. Eine Bestätigung von unabhängiger Seite war nicht möglich.
Bisher haben die russischen Streitkräfte mit Attacken immer wieder für massive Stromausfälle in der Ukraine gesorgt. Vor allem im Winter wurde die Zivilbevölkerung damit schwer unter Druck gesetzt. Aktuell richten sich ukrainische Angriffe vermehrt gegen militärische Ziele auf der Krim. Allerdings gerät auch die Energie-Infrastruktur ins Visier ukrainischer Drohnen.
Drohnenangriff legt laut Insider große russische Ölraffinerie lahm
Nach einem ukrainischen Drohnenangriff stoppte die viertgrößte russische Ölraffinerie Norsi Insidern zufolge die Rohölverarbeitung. Bei der Attacke in der Region Nischni Nowgorod wurde nach Angaben des örtlichen Gouverneurs Gleb Nikitin ein Mensch getötet und eine Industrieanlage beschädigt. Wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen sagten, traf die Drohne die Hauptraffinerieanlage, die 53 Prozent der Gesamtkapazität von Norsi ausmacht. Der Eigentümer Lukoil nahm zunächst nicht Stellung. Norsi ist der zweitgrößte Benzinproduzent Russlands.
Darüber hinaus löste ein ukrainischer Drohnenangriff in der Region Smolensk nach Angaben der Verwaltung einen Brand in einer Industrieanlage aus.
Russische Gleitbomben und Raketen auf ukrainische Städte
Bei russischen Angriffen auf die ukrainischen Großstädte Saporischschja und Dnipro mit Gleitbomben, Drohnen und Raketen kamen mindestens fünf Menschen ums Leben. "Drei Tote und zwölf Verwundete, unter ihnen auch Kinder", schrieb Olexander Ganscha, Militärverwalter von Dnipro. Die Region sei im Tagesverlauf von mindestens 50 Angriffen getroffen worden.
In der frontnahen südostukrainischen Großstadt Saporischschja wurden durch eine Gleitbombe mindestens zwei Zivilisten getötet. Weitere 21 seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des gleichnamigen Gebiets, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Durch die Bombe sei das Gebäude eines Industrieunternehmens beschädigt worden. Die Frontlinie zwischen russischen und ukrainischen Truppen verläuft etwa 20 Kilometer südlich der Industriestadt.
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