Maria (21) tot
Seil vergessen: Werfer sprechen von "Blackout"
Nach dem tragischen Tod einer 21-jährigen Studentin bei einem Rope-Jumping-Sprung in Brasilien haben die Behörden mehrere Verdächtige festgenommen. Die junge Frau war am Wochenende von einer rund 40 Meter hohen Eisenbahnbrücke nahe der Stadt Limeira im Bundesstaat São Paulo in die Tiefe gestürzt, nachdem sie offenbar nicht mit dem vorgeschriebenen Sicherungsseil verbunden worden war.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen drei Männer im Alter von 27, 32 und 42 Jahren, die für die Durchführung des Sprungs verantwortlich gewesen sein sollen. Laut brasilianischen Medien wurden sie wegen des Verdachts auf Totschlag in Untersuchungshaft genommen. Nach dem Unfall sollen die Verantwortlichen zunächst vom Unglücksort geflüchtet sein. Zwei Verdächtige wurden Berichten zufolge nach einer Suchaktion, an der auch Polizeihubschrauber beteiligt waren, aufgespürt.
"Werfer sprechen von Blackout"
Nach Angaben der Ermittler handelte es sich bei der Gruppe nicht um einen offiziell genehmigten Anbieter. Die zuständige Ermittlerin erklärte, das Team habe weder eine Genehmigung für die Durchführung der Veranstaltung noch eine Erlaubnis für die Nutzung der Brücke besessen. Deshalb wird nun geprüft, inwieweit die Organisatoren ihre Sorgfaltspflichten verletzt haben.
Besonders brisant: Die Verdächtigen sollen bei ihren Aussagen angegeben haben, einen "Blackout" gehabt zu haben. Warum das lebenswichtige Sicherungsseil nicht befestigt wurde, ist bislang ungeklärt. Videoaufnahmen des Vorfalls zeigen, wie die junge Frau von drei Männern zum Brückenrand getragen und in die Tiefe gestoßen wird. Das Seil soll dabei unbenutzt auf der Brücke gelegen haben.
Insgesamt wurden nach dem Unglück sechs Beteiligte vorübergehend festgenommen. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun darauf, die genaue Verantwortung der einzelnen Personen zu klären. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob weitere strafrechtliche Konsequenzen folgen.
Auch die Behörden geraten zunehmend in die Kritik. Die Stadtverwaltung von Limeira verweist darauf, dass die Brücke seit Jahren als Gefahrenstelle bekannt sei und mehrfach zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen gefordert worden seien. Bürgermeister Murilo Félix kündigte rechtliche Schritte gegen die zuständigen Bundesbehörden an und sprach von einem schweren Versagen bei der Absicherung des Geländes.
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