Forscher der Universität São Paulo untersuchten dafür 43 Mutter-Vater-Kind-Familien. Im Mittelpunkt stand die Frage, ob stark verarbeitete Lebensmittel die Entwicklung von Neugeborenen beeinflussen könnten.
Fast Food & Co. standen im Fokus
Zu den sogenannten ultraverarbeiteten Lebensmitteln zählten unter anderem Softdrinks, Süßigkeiten, Wurstwaren und Instantprodukte.
Bei den untersuchten Vätern stammten im Durchschnitt rund 30 Prozent der täglich aufgenommenen Kalorien aus diesen Lebensmitteln. Je höher dieser Anteil war, desto auffälliger waren bestimmte Messwerte bei den Neugeborenen.
Die Babys wiesen einen höheren sogenannten Ponderalindex auf. Dieser beschreibt, ob ein Neugeborenes im Verhältnis zu seiner Körpergröße eher schwer oder leicht ist. Außerdem stellten die Forscher dickere Hautfalten an Hüfte und Oberschenkel fest.
Interessant: Die Ernährung der Mutter erklärte diesen Zusammenhang nicht. Selbst wenn beide Eltern ähnlich aßen, blieb die Ernährung des Vaters als eigenständiger Faktor bestehen. Bei den Müttern zeigte sich sogar eher ein gegenteiliger Trend – ein hoher Konsum stark verarbeiteter Lebensmittel war eher mit einem niedrigeren Geburtsgewicht verbunden.
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Mögliche Erklärung liegt in den Spermien
Die Wissenschaftler beziehen sich auf die sogenannte "Paternal Origins of Health and Disease"-Hypothese. Sie geht davon aus, dass Ernährung und Lebensstil von Männern biologische Veränderungen an den Spermien auslösen können. Diese könnten wiederum Einfluss auf die Entwicklung des Kindes nehmen.
Forscher mahnen zur Vorsicht
Die Studienautoren betonen jedoch selbst, dass die Ergebnisse vorsichtig interpretiert werden müssen.
Zum einen wurden lediglich 43 Familien untersucht – zu wenig, um eindeutige Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge nachzuweisen. Außerdem wurde die Ernährung der Väter erst während der Schwangerschaft erhoben und nicht bereits zum Zeitpunkt der Zeugung. Die Forscher gingen lediglich davon aus, dass sich die Essgewohnheiten in dieser Zeit kaum verändert hatten.
Hinzu kommt: Alle Mütter und rund 60 Prozent der Väter waren übergewichtig. Deshalb ist unklar, ob sich die Ergebnisse auch auf Menschen mit normalem Körpergewicht übertragen lassen.
Auch frühere Untersuchungen kamen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Während einige Studien Hinweise auf Veränderungen an Spermien durch stark verarbeitete Lebensmittel fanden, konnte eine finnische Untersuchung mit mehr als 1.500 Vätern keinen Zusammenhang mit Geburtsgewicht oder Körpergröße der Babys nachweisen.
Die neue Studie liefert deshalb keine endgültigen Antworten – zeigt aber, dass künftig auch der Lebensstil von Vätern bei der Forschung rund um Schwangerschaft und Gesundheit stärker berücksichtigt werden sollte.
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