Kurzgeschichten

T. C. Boyle: Eintauchen in viele skurrile Welten

Älterer Mann mit schwarzer Baskenmütze und gepunktetem Sakko steht vor einer Treppe.
© Jamieson Fry
DAS ENDE IST NUR EIN ANFANG: 12 neue Kurzgeschichten.
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US-Autor T.C. Boyle ist mit einem neuen Werk zurück: In Das Ende ist nur ein Anfang wartet er mit zwölf neuen Kurzgeschichten auf. Sein scharfer Blick für Details fehlt dabei ebenso wenig wie absurde Ideen und Gesellschaftskritik, die er klug in die Texte einflicht. Selbstverständlich schont uns der amerikanische Meistererzähler auch nicht: Es geht gelegentlich brutal zu und Happy Ends sind selten vorgesehen. Aber, wie der Titel schon sagt: Enden sind Anfänge. Ob gute oder schlechte, sei dahingestellt oder eine Frage der Betrachtung.

Klimakrise und Gesellschaftskritik

Wir treffen in den Storys auf ein junges Mädchen, das im Drogenrausch das Haus verwechselt und es sich dort bei Fremden gemütlich macht, trotz Schockfund, oder auf die steinalten Menschen in einem japanischen Dorf, in das plötzlich eine Familie mit Kind zieht, etwas, das es lange nicht gegeben hat und leider zu einer Katastrophe führt.

Grönland zu USA

Wie immer schreibt Boyle auch in diesen Erzählungen gelegentlich über die Auswüchse von Klimakrise und Präsident Trumps rechter Politik in Amerika: wenn Schnee im Juli fällt oder im Jahr 2036 Grönland längst zu den USA gehört. Boyle ist auch mit seinen 77 Jahren des Schreibens nicht müde und ein bedeutender Kunstschaffender, der mit seinen Erzählungen den Blick auf wichtige Themen lenkt. Immer ist er sehr unterhaltsam dabei, immer auch fantasievoll.

Buchcover mit violettem Hintergrund, Schneeflocken und dem Titel „Das Ende ist nur ein Anfang“.
Boyle © Hanser

Viele Fans im D-A-CH-Raum

Überzeugende Sammlung

Kurzgeschichten sind für viele Lesende nicht die Lieblingsform, aber uns hat diese Sammlung noch besser gefallen als der letzte Roman des Autors. Die Fülle der Themen, das Spiel der kurzen Gestalt und das gelungene Erschaffen vieler skurriler Welten hat uns hier überzeugt.

Versionen. Boyle erfreut sich seit Jahren größter Beliebtheit bei seinen deutschsprachigen Leser:innen. Darum ist dieses Buch – wie zuletzt sein Roman No Way Home – zuerst auf Deutsch bei uns erschienen. Die englische Leserschaft muss sich noch bis Mitte März 2027 (!) gedulden! Erst dann erscheint bei Hanser die englische Ausgabe für den europäischen Markt.

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