Trotz Verurteilung

Trauerfeier: Marius sitzt direkt bei der Königsfamilie

Der Sarg von König Harald V steht umgeben von Blumen in einer vollen Kathedrale bei der Trauerfeier.
© APA/AFP/POOL/LISE ASERUD
Beim Staatsbegräbnis für König Harald V. in Oslo richtet sich der Blick auch auf Marius Borg Høiby. Mette-Marits Sohn darf direkt bei der norwegischen Königsfamilie in der Domkirche sitzen.
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Norwegen. In der Domkirche nimmt der 29-jährige Marius Borg Høiby in der zweiten Reihe Platz. Er sitzt genau hinter Prinz Sverre Magnus (20). In der ersten Reihe befinden sich Königin Sonja, König Haakon, Königin Mette-Marit sowie Kronprinzessin Ingrid Alexandra.

Platzierung trotz schwerer Krise

Die Anwesenheit von Marius erfolgt in einer schweren Phase für das norwegische Königshaus. Der 29-Jährige wurde von einem Gericht in Oslo wegen zwei Vergewaltigungen zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Seine Anträge auf Freilassung aus der Untersuchungshaft lehnte das Gericht ab. Mette-Marit brachte ihn 2001 mit in die Ehe mit Kronprinz Haakon.

Der Sarg von König Harald V steht umgeben von Blumen in einer vollen Kathedrale bei der Trauerfeier.
Mette-Marits Sohn Marius (29) darf bei der norwegischen Königsfamilie sitzen. Wie auf dem Bild zu sehen, sitzt er in der 2. Reihe hinter Prinz Sverre Magnus (20). In der 1. Reihe sitzen außerdem: (v.l.) Königin Sonja (89), König Haakon (53), Königin Mette-Marit (53) und Kronprinzessin Ingrid Alexandra (22) © APA/AFP/POOL/LISE ASERUD

Tränen in der Domkirche

Während der rund einstündigen Zeremonie zeigte sich die neue Königin Mette-Marit sehr ergriffen und weinte im Dom. Sie trug ein Medaillon mit dem Bild des verstorbenen Königs Harald V.

Menschen in schwarzer Trauerkleidung bei einer Trauerfeier mit weißen Blumen und grünen Stühlen.
Norwegens König Haakon VIII. (2. v. r.), Königin Mette-Marit (r.) und Königin Sonja (3. v. r.) nehmen an der Trauerfeier für König Harald V. von Norwegen im Osloer Dom in Oslo teil. Die Zeremonie ist das erste Staatsbegräbnis für einen Monarchen des Landes seit dem Tod von König Haralds Vater, König Olav V., im Jahr 1991. © EPA

Schwedens Kronprinzessin Victoria las zudem ein Gebet von Franz von Assisi vor.

Das Gebet im Wortlaut:

"Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens. Hilf mir, Liebe zu verbreiten, wo Hass herrscht, Glauben, wo Zweifel herrscht, Hoffnung, wo Angst und Not sind. Hilf mir, Vergebung zu bringen, wo Unrecht geschehen ist, Versöhnung zu schaffen, wo Streit herrscht, Licht zu verbreiten, wo Dunkelheit ist, Freude zu bringen, wo Trauer bedrückt. Meister, hilf mir, danach zu streben, nicht so sehr getröstet zu werden, sondern zu trösten, nicht so sehr verstanden zu werden, sondern zu verstehen, nicht so sehr geliebt zu werden, sondern zu lieben. Denn indem man gibt, empfängt man, indem wir vergeben, wird uns vergeben, indem wir unser Leben verlieren, finden wir es. Indem wir sterben, erstehen wir auf zum ewigen Leben. Amen."

Der Weg zur Krypta

Nach dem Musikstück "Schön ist die Erde" wird der Sarg zur Schlosskirche von Akershus gebracht. Dort folgt eine private Zeremonie im Kreis der Familie und der königlichen Gäste, bevor die Beisetzung in der Krypta stattfindet.

Nach Abschluss der Beisetzung werden alle norwegischen Flaggen im Land, die nach Haralds Tod vor zwölf Tagen auf halbmast gesetzt worden waren, wieder hochgezogen. Die Kirchenglocken im Land läuten dann eine Stunde lang.

Harald V. starb im Alter von 89 Jahren

Harald V. war am 28. August nach jahrelangen gesundheitlichen Problemen im Alter von 89 Jahren gestorben. Den norwegischen Thron hatte er 1991 bestiegen, in seinen letzten Lebensjahren war er der dienstälteste Monarch Europas.

Mit Haralds Tod wurde sein Sohn Haakon automatisch König. Am Dienstag vergangener Woche legte der 53-Jährige seinen Eid vor dem norwegischen Parlament ab.

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