Leben in Gefahr

USA warnen Kreml-Kritiker Kasparow vor Anschlag

Ein älterer Mann im Anzug spricht gestikulierend in einem Gespräch neben einem Fenster.
© APA/AFP/SAUL LOEB
Der Kreml-Kritiker und frühere Schachweltmeister Garri Kasparow ist nach eigenen Angaben von Sicherheitsbehörden der USA und Litauens vor einem möglichen Anschlag gewarnt worden.
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Er und der in Litauen lebende Aktivist Iwan Tjutrin seien zwar nicht als explizite Ziele genannt worden. "Wir wurden jedoch von den Sicherheitsdiensten in Litauen und den USA gewarnt, dass unser Leben in Gefahr ist und wir Vorsichtsmaßnahmen ergreifen sollten", so Kasparow.

Hintergrund sind Anklagen der US-Behörden vom vergangenen Monat. Fünf Personen wurden wegen mutmaßlicher Verschwörungen des russischen Geheimdienstes angeklagt. Dabei ging es um die Ermordung von zwei Oppositionellen, einem in den USA und einem in Litauen. Unbestätigten Medienberichten zufolge soll es sich bei den möglichen Zielen um den in New York lebenden Kasparow, den in der Ukraine ansässigen Dissidenten Ilja Ponomarjow und den in Litauen lebenden Tjutrin gehandelt haben.

Ex-Weltmeister: "Werde mich nicht verstecken"

Kasparow zeigte sich kämpferisch. "Aber ich werde nicht aufhören und ich werde mich nicht verstecken", schrieb er schrieb der 63-Jährige in einem Beitrag auf der Plattform Substack. "Ich werde weiterhin alles tun, was ich kann, um die freie Welt gegen Putins mörderische Diktatur zu versammeln."

Russland hat Kasparow auf seine Listen von "ausländischen Agenten" und "Terroristen und Extremisten" gesetzt. Der Kreml hatte vergangenen Monat erklärt, er sehe keinen Grund, die US-Vorwürfe zu kommentieren, solange es keine glaubwürdigen Beweise gebe. Russland hat in der Vergangenheit wiederholt bestritten, solche Anschläge im Ausland verübt zu haben.

Der in Baku geborene Kasparow gilt als einer der besten Spieler der Schachgeschichte. Er wurde 1985 mit 22 Jahren zum damals jüngsten Weltmeister und behielt diesen Titel des Weltschachbundes FIDE, bis er sich 1993 im Streit von der Organisation trennte. Danach trug er den Titel noch bis zum Jahr 2000, da er von der Mehrheit der Schachwelt als wahrer Weltmeister anerkannt wurde.

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