Eigenes Betriebssystem "vw.OS"

Alle VW-Modelle künftig immer online

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Zudem wird ein Ökosystem aufgebaut und ein Elektro-Carsharing gestartet.

Im Umbruch der Autobranche hin zu E-Mobilität und Digitalisierung will  Volkswagen  Milliarden in die Vernetzung seiner Autos stecken und ein neues Carsharing-Angebot an den Start bringen. 3,5 Mrd. Euro sollten bis 2025 in eine Digitalisierungsoffensive fließen, kündigte der weltgrößte Autobauer am Donnerstag an. Auf dem Weg zur digitalen Transformation muss sich VW vor allem mit Internet-Riesen wie Google und Apple auseinandersetzen. Beide bieten mit ihren Smartphone-Integrationen Android Auto und CarPlay eine Alternative zu den Angeboten, die auch die Autohersteller - darunter VW - mit Start-up-Übernahmen und eigener Software aufbauen. 
 
 

"Auto ein Stück weit neu erfinden"

Mit digitalen Angeboten und Diensten sollten künftig hohe Umsätze erzielt werden. VW plant mit Blick auf das nötige Software-Know-how auch Kooperationen und Übernahmen. Autos würden "zunehmend zu digitalen "Devices" auf Rädern", sagte Marken-Vertriebsvorstand Jürgen Stackmann. Marken-Strategiechef Michael Jost erklärte: "Um diese Entwicklung zu meistern, müssen wir das Auto ein Stück weit neu erfinden." Software und die damit verbundenen Dienste würden in Zukunft stärker zur Differenzierung des Autos beitragen. Alle Modelle werden in Zukunft serienmäßig online sein. Konkret wird ab dem Jahr 2020 die gesamte Flotte vernetzt. Jedes Jahr sollen dann mehr als fünf Millionen neue VW-Modelle Teil des Internets der Dinge werden.

Alle VW-Modelle künftig immer online
© Volkswagen
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Software im Auto gewinnt an Bedeutung 

Zu dieser „Neuerfindung“ gehört unter anderem eine überarbeitete, deutlich einfachere IT-Architektur im Auto, die ab 2020 in der  Elektroauto-Familie I.D.  Premiere feiern wird. Diese IT-Architektur verzichtet auf verteilte Steuergeräte mit herstellerspezifischer Software, von denen sich heute bis zu 70 im Fahrzeug finden. Stattdessen wird sie in wenigen Zentralrechnern mit einheitlicher Programmiersprache konzentriert. Die Software soll künftig aus einer Hand stammen: Der Kunde wird die Dienste auf Basis des neuen Betriebssystems „vw.OS“ erleben. Jost: „Mit dieser Trennung von Hard- und Software schaffen wir die Voraussetzung für kontinuierliche Updates und Upgrades.“ Außerdem erklimme man damit eine wichtige Stufe auf dem Weg zum autonomen Fahren.

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Neues Ökosystem

Unsere Kunden werden Teil eines Ökosystems, das wir ´Volkswagen We´ nennen. Es ergänzt das Volkswagen-Erlebnis auf Rädern und holt die digitale Lebenswelt unserer Kunden ins Auto“, so Stackmann. Zudem wolle man durch offene Schnittstellen auch Dritte ermuntern, sich mit eigener Software an der stetigen Entwicklung zu beteiligen. Rückgrat des Ökosystems wird die konzernweite „One Digital Platform“ (ODP). Sie basiert im Wesentlichen auf Cloud-Technologie und verknüpft Fahrzeug, Kunde und Services. Über die ODP erfolgt die Anbindung an die neue IT-Architektur des Fahrzeugs mit eigenen Diensten von Volkswagen oder externen Partnern, die in das Ökosystem der Fahrzeuge integriert werden. Die neue digitale Plattform lasse sich mit jedem Endgerät - ob Smartphone, Tablet, Laptop oder Infotainment-System im Auto - bedienen. Zu den Services gehörten beispielsweise Park- oder Lieferdienstangebote, die Plattform solle aber auch offen für Partner und ihre Software-Lösungen sein. Auch dies ist eine Anlehnung an die Funktionsweise der App-Plattformen von Apple und Google.

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Elektrisches Carsharing

Zudem will VW neben  Moia  mit einem weiteren Mobiltätsdienst angreifen. Unter der Submarke "We Share" geht ein rein elektrisches Carsharing-Angebot an den Start. Der Auftakt dazu soll im zweiten Quartal 2019 in Berlin sein - mit einer Flotte von 1.500  e-Golf , später folgen 500  e-Up! . Danach sollten weitere große Städte in Deutschland folgen. Ab 2020 soll das VW-Carsharing auf europäische Märkte sowie ausgewählte Städte in den USA und Kanada ausgeweitet werden.
 
Auf dem Feld ist Volkswagen aber keineswegs allein - die Konkurrenten Daimler mit "car2go" und BMW mit "Drive Now", die unlängst  eine Fusion beschlossen haben , sind die Platzhirsche. Auto-Branchenexperte Stefan Bratzel nannte das VW-Vorhaben eine "positive Nachricht", Carsharing habe bisher keine Priorität gehabt - allerdings sei eine kritische Größe notwendig, um Geld zu verdienen. Das zeige der Zusammenschluss der Angebote von BMW und Daimler. Zwar komme VW "etwas hinterher, aber es ist nicht zu spät".
 
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